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TSMC investiert 28 Mrd. Dollar

Mehr Chips für Autos

15. Januar 2021, 07:35 Uhr   |  Heinz Arnold

Mehr Chips für Autos
© TSMC

C. C. Wei, CEO von TSMC: »Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, um mehr Automotive-Chips fertigen und liefern zu können.«

Eine Rekordsumme will TSMC in diesem Jahr investieren, auch, um damit die Knappheit von Chips für die Autoindustrie zu lindern.

Zwischen 25 und 28 Mrd. Dollar will TSMC in diesem Jahr in den Ausbau der Kapazitäten investieren. 2020 waren es »nur« 17,2 Mrd. Dollar. »Wir arbeiten eng mit unseren den Kunden zusammen, um mehr Automotive-Chips fertigen und liefern zu können«, so C. C. Wei, CEO von TSMC. Zu den Kunden, die ICs für den Einsatz in Kraftfahrzeugen bei TSMC fertigen lassen, gehören Infineon, NXP, Renesas und STMicroelectronics. Knapp seien derzeit vor allem Power-Management-ICs, Chips für ADAS und Bildsensoren.

Dass es zu der Knappheit kommen konnte, liegt an mehreren Faktoren. Erstens war die Nachfrage aus dem Automotive-Sektor 2018 bis zum größten Teil des Jahres 2020 pandemiebedingt schwach. Im vierten Quartal 2020 zog sie plötzlich an. Gleichzeitig ist der Bedarf in anderen Marktsektoren stark gestiegen, dem nachzukommen über das vergangene Jahr nach den Worten von Wei schon schwierig genug gewesen sei. Die Nachfrage aus den Sektoren Consumer-Elektronik, Kommunikation (5G), High Performance Computing und IT-Infrastruktur war ebenfalls wegen Corona hoch. Zudem nahm die Wirtschaft in China nach dem ersten Lockdown 2020 sehr schnell wieder Fahrt auf.

80 Prozent der für dieses Jahr vorgesehenen Investitionen in Höhe von 25 bis 28 Mrd. Dollar will TSMC in den Ausbau der 7-, 5- und 3-nm-Kapazitäten stecken, immerhin 10 Prozent werden voraussichtlich in die Advanced-Packaging-Techniken fließen. Dafür will TSMC unter anderem für die Erforschung von Materialien, die in 3D-ICs und im heterogenen Packaging Einsatz finden, ein Forschungszentrum in Japan aufbauen. Außerdem plant TSMC in diesem Jahr mit dem Bau einer neuen 300-mm-Fab in den USA zu beginnen, die 2024 die Produktion aufnehmen soll. Das Investitionsvolumen dafür beträgt insgesamt rund 12 Mrd. Dollar.

Insgesamt geht TSMC von einem starken weiteren Wachstum aus. Für 2021 rechnet TSMC mit einem Umsatzplus von 15 Prozent, während die Foundries im Durchschnitt nach Analystenmeinung voraussichtlich um 10 Prozent zulegen werden. Bis 2025 werde der Umsatz laut Wei im Durchschnitt zwischen 10 und 15 Prozent pro Jahr steigen, zuvor war TSMC von 5 bis 10 Prozent ausgegangen. Der Halbleiterindustrie insgesamt prognostizieren Marktforscher für 2021 einen Umsatzanstieg von 8 Prozent.

Im vierten Quartal konnte TSMC einen Gewinn von 5,1 Mrd. Dollar bei einem Umsatz von 12,89 Mrd. Dollar erzielen. Im Gesamtjahr kam TSMC auf einen Umsatz von 45,51 Mrd. Dollar, was einem Gewinnsprung um 25 Prozent entspricht. Für das erste Quartal 2021 rechnet TSMC mit einem Umsatz zwischen 12,7 und 13 Mrd. Dollar.

Der Bedarf an neusten Prozessen wächst schneller als gedacht

TSMC ist sich sicher, dass die Nachfrage nach den fortschrittlichsten Prozesstechnologien voraussichtlich auch in diesem Jahr hoch bleiben werde. Das Geschäft von TSMC entwickelte sich 2020 unter anderem deshalb prächtig, weil Firmen wie Apple ihre Chips nicht mehr von Intel beziehen, sondern sie in eigner Regie entwickeln und bei TSMC fertigen lassen. Intel selber ist in der Prozesstechnik zurückgefallenerst eben hat Pat Gelsinger den bisherigen CEO abgelöst – und will einen Teil der eigenen Chipproduktion an Foundries wie TSMC und Samsung auslagern. Laut den Analysten Trendforce werde Intel die ersten CPUs ab dem zweiten Halbjahr 2021 mit Hilfe des 5-nm-Prozesses von TSMC fertigen lassen.

Ob auch dies zur optimistischen Planung für 2021 beigetragen habe, dazu ließ TSMC nichts verlauten. Das Unternehmen geht aber davon aus, dass nicht mehr wie in der Vergangenheit Smartphone-ICs das Geschäft treiben würden, sondern Chips für High Performance Computing. Schon jetzt sei der Bedarf für 5-nm-Chips höher als noch vor drei Monaten angenommen.

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