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Taiwan-Foundries

Mehr Kapazitäten für Auto-Chips

28. Januar 2021, 17:12 Uhr   |  Heinz Arnold

Mehr Kapazitäten für Auto-Chips
© TSMC

Waferfertigung in Fab 12 von TSMC.

IC-Hersteller in Taiwan wollen ihre Kapazitäten auf über 100 Prozent steigern, um zusätzlichen Spielraum für die Fertigung von Automotive-Chips zu schaffen.

Die Interventionen auf höchster Ebene durch europäische Länder, darunter Deutschland, und durch Länder wie USA und Japan haben offenbar etwas gebracht: Die IC-Hersteller in Taiwan wollen ihre Fertigungen „ausquetschen“, um mehr ICs für die Automobilproduktion weltweit zur Verfügung stellen zu können, wie die Taiwanische Wirtschaftsministerin Wang-hua nach einem Treffen mit Vertretern von taiwanischen Chipschmieden verkündete. Dazu gehörten TSMC, UMC, Vanguard International Semiconductor und Powerchip Semiconductor Manufacturing, wie die Taipei Times berichtet.   

»Die Produktionslinien der Halbleiterhersteller sind zwar bis zum Rand gefüllt oder sogar schon überlastet, aber die Halbleiterhersteller verstehen, dass die Knappheit der Automotive-ICs die weltweite Lieferkette der Automobilhersteller gefährdet.« Die Foundries würden deshalb von 100 Prozent Auslastung auf 102 oder 103 Prozent hochgehen. Parallel dazu wollen sie mit anderen Kunden verhandeln, ob sich Lieferungen nicht reduzieren oder verzögern ließen, um Platz für die Produktion von Automotive-Chips zu gewinnen.

Allerdings sind die Automotive-Hersteller nicht ganz unschuldig an der Misere. Sie haben wegen der Corona-Krise die Aufträge im vergangenen Jahr kräftig zurückgefahren. Dafür sprang der Bedarf der Hersteller von PCs und Kommunikationsinfrastruktur sowie der Betreiber von Rechenzentren wegen Corona in die Höhe.

Die IC-Hersteller hatten die Automotive-Kunden darauf hingewiesen, dass es schwierig würde, den Bedarf zu decken, sobald die Nachfrage im Automotive-Markt zurückkehren würde, weil sie bereits unter voller Auslastung produzierten. Genau das ist jetzt eingetreten. Ob die jetzt angekündigten Maßnahmen der Foundries in Taiwan tatsächlich eine Entspannung bewirken oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind, bleibt abzuwarten. Mit Blick auf die Produktionszeiten, die es erfordert, von einem Rohwafer zum fertigen Chip zu kommen, dürfte klar sein, dass das Problem noch längere Zeit bestehen bleiben wird. Und es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten zu prognostizieren, dass die IC-Preise steigen werden.

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