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NAND-Flash-Markt schrumpft

Intel und Toshiba legen gegen den Trend zu

02. Juni 2018, 08:36 Uhr   |  Heinz Arnold

Intel und Toshiba legen gegen den Trend zu
© DRAMeXchange/TrendForce

Der Weltmarkt für NAND-Flash-Speicher-ICs im ersten Quartal 2018

Um 3 Prozent ist der Umsatz im NAND-Flash-Markt gesunken – doch gegen den Trend wuchsen Intel und Toshiba, deren Allianz mit Western Digital durch den Verkauf sogar profitieren dürfte.

Laut DRAMeXchange blies den Herstellern der saisonale Wind im ersten Quartal 2018 ins Gesicht, daher sei der Umsatz mit NAND-Flash-Speicher-ICs im ersten Quartal 2018 gegenüber dem vierten Quartal 2017 3 Prozent gefallen.  

Auch im zweiten Quartal würden die Preise fallen, weil weiterhin Überversorgung bestehe. Die Hersteller hätten die Preise für Standard-NAND-Speicher und NAND-ICs mit hohen Speicherkapazitäten gesenkt, um das Bit-Wachstum anzuregen. Die Analysten von DRAMeXchange erwarten deshalb, dass sich der Umsatz im zweiten Quartal für die Hersteller stabilisiert.

Im zweiten Halbjahr 2018 würde sich dann der Preistrend eher wieder umkehren, weil neue Smartphone-Typen auf den Markt kommen, in denen noch größere Speicher arbeiten und die Nachfrage zum Jahresende bekanntermaßen anziehe.

Samsung

Samsung erzielte im ersten Quartal 2018 einen Umsatz von 5,8 Mrd. Dollar, 5,6 Prozent unter dem des vierten Quartals 2017. Das Unternehmen rechne damit, dass die Nachfrage nach SSDs steigt, sobald die Preise für die NAND-Speicher ein für die Kunden erträgliches Niveau erreicht haben werden.

SK Hynix

Gemessen in Bit hat SK Hynix laut DRAMeXchange im ersten Quartal 10 Prozent weniger geleifert als im vorausgegangenen Quartal. Der Umsatz ist um fast 14 Prozent auf 1,55 Mrd. Dollar gefallen. SK Hynix habe Kapazität und Ausbeuten des 72-Layer-Prozesses erhöht.

Toshiba

Im Juni wird der Verkauf der Speichereinheit von Toshiba an das Konsortium um Bain Capital endlich abgeschlossen. DRAMeXchange prognostiziert deshalb, dass sich der Fortgang des Baus der Fab 6 und Fab 7 vereinfachen werde und Toshiba Memory genügend Kapital erhalte, um den 96-Layer-Proezss und die folgenden 3D-NAND-Technologien zügig entwickeln zu können. Jetzt sei die Allianz von Toshiba und Western Digital in einer besseren Wettbewerbsposition im NAND-Markt als vor der Übernahme durch das Konsortium um Bain Capital.

Toshiba ist es im ersten Quartal gelungen, gemessen in Bit mehr NAND-Speicher als im vorausgegangenen Quartal zu liefern. Im ersten Quartal hat Toshiba auch mit der Lieferung von Wafern an Modulhersteller begonnen, auf denen sich 64-Layer-3D-NAND-Speicher befinden. Unter anderem wegen des Bedarfs der Modulhersteller ist der ASP von Toshiba sogar um 10 Prozent geklettert. Das hat dazu beigetragen, dass Toshiba den Umsatz im ersten Quartal um nicht weniger als 9,4 Prozent auf rund 3 Mrd. Euro steigern konnte.

Western Digital

Das Unternehmen hat im ersten Quartal 2018 5 Prozent weniger Bit ausgeliefert als im vorausgegangenen Quartal. Weil auch der ASP um 5 Prozent zurückgegangen ist, musste Western Digital einen Umsatzrückgang von 9,8 Prozent auf 2,36 Mrd. Dollar hinnehmen.

Micron

Der amerikanische Hersteller ändert derzeit seine Strategie: Statt die Komponenten wie bisher direkt in die Verkaufskanäle zu liefern, verkauft es jetzt Speicherprodukte unter eigenen Markennamen. Dieser Wechsel bescherte bereits Erfolge: Micron hat im ersten Quartal im SSD-Markt 10 Prozent mehr NAND-Bits ausgeliefert als im vierten Quartal 2017. Andererseits fiel der ASP im Channel-Markt  um 15 Prozent. Deshalb ging der Umsatz insgesamt um 3,3 Prozent auf 1,81 Mrd. Dollar zurück.

Intel

Einen Sprung nach vorne machte Intel: Weil SSDs für den Einsatz in Servern zugelegt haben, konnte Intel hier gemessen in Bit die Lieferung um 30 Prozent steigern. Allerdings fiel der ASP auch für Intel im ersten Quartal um 10 Prozent. Dennoch bleibt unter dem Strich eine Umsatzsteigerung um 17 Prozent für das erste Quartal übrig.

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