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Stärken und Schwächen der Supply-Chain

»Es hätte deutlich schlimmer kommen können«


Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Nicht alles ist knapp

Was ist immer noch knapp und wo haben sich die Lieferzeiten normalisiert?

Nach Auskunft von Frank Wolinski wurden die Kapazitäten für Mikrocontroller bei den externen Produktionspartnern zurückgefahren. Im Power-Bereich hingegen bezeichnet Wolinski die Kapazität von ST als „am Anschlag“ bzw. der Auftragsbestand liegt über der Fertigungskapazität.

Laut Dietmar Jäger, TDK, haben sich die Lieferzeiten von TDK in den meisten Produktbereichen wieder normalisiert: »Soweit für uns absehbar, sind derzeit ausreichende Lagerbestände sowohl bei unseren Distributoren als auch bei Endkunden vorhanden.«

Bei Yageo sind die MLCCs mit hohen Kapazitäten nach wie vor sehr stark nachgefragt, während die Nachfrage nach Commodities auf einem moderateren Level liegt. Auch wenn die Fertigungskapazitäten stark ausgebaut wurden, könne Yageo nicht in vier oder fünf Wochen alles produzieren, was gewünscht ist, sagt Michael Turbanisch. Insbesondere das Testing im Automotive-Bereich sei sehr aufwändig, und deshalb lasse sich die Produktion auch nicht unbegrenzt nach oben fahren. Die Kapazitäten für Commodities nutzt Yageo derzeit laut Turbanisch hingegen nicht voll aus.

Andreas Mangler, Rutronik, bestätigt die hohe Nachfrage nach großen Bauformen im Passiv-Bereich. »Insbesondere bei niedrigen ESR-Werten und bei Power-MOSFETs wird es eng«, sagt Mangler. Bei effizienzgetriebenen Designs sind sehr spezielle Produkte erforderlich, sodass letztlich nur noch ein Produkt für die BOM infrage komme, und da spitze sich die Situation eben zu, führt Mangler aus.

Ähnlich beurteilt auch Uwe Reinicke, TTI, die Verfügbarkeitslage für Passive: »Für den Automobilmarkt gibt es nach wie vor für gewisse Produkte keine Entspannung, für Commodities hingegen schon.« Und da in Europa viele jener Hersteller mit der Automobilelektronik verbunden sind, sei die Wahrnehmung der Verknappung in dieser Region nach Ansicht von Reinicke noch besonders ausgeprägt. »Wir gehen zwar davon aus, dass die Situation nicht mehr so kritisch ist wie letztes Jahr, aber kurzfristige Planungen funktionieren auch weiterhin nicht.«

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