Noch vor wenigen Jahren war der Speichermarkt vergleichsweise berechenbar. Technologien hatten lange Laufzeiten, Kapazitäten ließen sich planen, Lieferketten galten als stabil. Heute ist das anders.
Der Markt für DRAM- und NAND-Speicher steht spürbar unter Spannung. Nachfrage und Prioritäten verschieben sich, Technologien wechseln schneller als erwartet. Insbesondere Rechenzentren, Cloud-Infrastrukturen und KI-Anwendungen treiben den Bedarf in neue Dimensionen. Was gestern noch selbstverständlich war, ist heute nicht mehr garantiert. Und was morgen kommt, will vorbereitet sein.
Die ersten Anzeichen haben wir bereits bei MLC-NAND und DDR4 gesehen. Inzwischen erreichen uns ähnliche Signale auch aus den Bereichen TLC- und QLC-NAND. Dabei geht es weniger um einen klassischen Engpass. Es geht vielmehr um eine bewusste Neuausrichtung der Produktionskapazitäten. Der anhaltende KI-Boom und High-Performance-Computing binden Fertigungskapazitäten dort, wo Margen hoch und Volumina groß sind. Gleichzeitig werden bewährte Technologien, auf die Industrie- und Embedded-Anwendungen seit Jahren bauen, schrittweise zurückgefahren. Für viele Anwendungen entsteht dadurch Unsicherheit. Für den Markt insgesamt bedeutet es Bewegung. Und für alle Beteiligten die Frage: Wie gehen wir damit um?
Der Speichermarkt ist in eine neue Phase eingetreten: schneller, dynamischer, weniger vorhersehbar. In dieser Phase entscheidet nicht nur die Technologie, sondern vor allem der Umgang aller Beteiligten miteinander. Transparenz, vorausschauende Planung und belastbare Partnerschaften werden zu Schlüsselfaktoren. Genau deshalb investieren wir bei Glyn bewusst in den engen Austausch mit unseren Lieferanten und Herstellern. Unsere Teams aus Einkauf und Produktmarketing stehen im kontinuierlichen Dialog, Technical Account Manager werden gezielt geschult und geben dieses Wissen direkt weiter an Sie, unsere Kunden. Nicht als Einbahnstraße, sondern als Gespräch auf Augenhöhe. Denn viele Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen, wenn man früh darüber spricht.
Unsere tägliche Arbeit zeigt ein klares Bild:
• DRAM: Quotes werden teilweise ausgesetzt, bestehende Vertragsmodelle neu bewertet.
• DDR4: Der SUPPORT fokussiert sich zunehmend auf Bestandskunden.
• MLC NAND: Einzelne Hersteller sind bereits doppelt überbucht bei sinkender Produktionskapazität.
• TLC NAND: Selektive Quote-Aussetzungen, steigende Preise und längere Lieferzeiten.
Diese Entwicklungen kommen nicht überraschend, sie verlangen aber unsere besondere Aufmerksamkeit.
Als Speicherspezialist sehe ich schon heute, dass ein großer Teil der Kapazitäten für 2026 bereits verplant ist. Wer erst reagiert, wenn es eng wird, hat kaum noch Spielraum. Deshalb mein klarer Appell: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, nach vorn zu schauen.
1. Melden Sie Ihre Bedarfe so früh wie möglich an.
2. Prüfen Sie gemeinsam mit uns geeignete Versorgungsmodelle wie Abrufpläne oder Rahmenverträge.
3. Evaluieren und qualifizieren Sie technologische Alternativen rechtzeitig.
So entsteht Planungssicherheit für alle Prozessbeteiligten – auch in bewegten Zeiten. Abhängig von Anwendung und Derivat identifizieren wir gemeinsam mit Ihnen passende Alternativen aus unserem Portfolio, bewerten diese fundiert und begleiten unsere Kunden dabei, ihre Versorgung langfristig sicher und stabil aufzustellen.