Chip-Unicorn aus China Cambricon will China aus AI-Abhängigkeit befreien

Im Kirin 970, den Huawei-Tochter Hisilicon 2017 vorgestallt hat, steckt die Neural Processing Unit von Cambricon.
Im Kirin 970, den Huawei-Tochter Hisilicon 2017 vorgestallt hat, steckt die Neural Processing Unit von Cambricon.

Mit den AI-Chips von Cambricon will sich China von ausländischen Herstellern unabhängig machen. Den ersten AI-Chip hat Cambricon jetzt vorgestellt.

Die China Academy of Science hat den einen Chip von Cambricon Technology vorgestellt, bei dem es sich um den ersten chinesischen Artificial-Intelligence-IC (AI-IC) handeln soll.  Das Ziel der chinesischen Regierung besteht darin, Firmen aufzubauen, die eigene AI-Prozessoren entwickeln und fertigen, um damit auf diesem Gebiet von ausländischen Herstellern wie Qualcomm und Nvidea unabhängig zu werden. Bis 2030 soll eine Industrie mit einem Umsatz von 150 Mrd. Dollar rund um AI in China entstehen.  Der Start-up Cambricon soll dabei entscheidend beitragen und gilt mit einer Bewertung von über 1 Mrd. Dollar bereits als das erste chinesische »Chip-Unicorn«.

Der neue MLU100 arbeitet auf Basis eines neuronalen Netzes und soll in der Bild- und Spracherkennung Einsatz finden. Zudem ist er lernfähig und in der Lage, Prognosen abzugeben. Cambricon ist ein chinesisches Start-up-Unternehmen, hinter dem unter anderem Alibaba steht. Ende 2017 hatte der Start-up im Rahmen einer Finanzierungsrunde 100 Mio. Dollar von Anlegern unter Führung von SDIC Chuangye Investment Management eingesammelt, einer Tochter der chinesischen State Development and Investment Corp. 100 Mio. Dollar in den Start-up investiert.

Damals hatte Chen Tianshi, CEO von Cambricon, mutig sein Ziel formuliert, in drei Jahren einen Anteil von 30 Prozent am Markt für High-Performance-AI-Chips in China zu erreichen. Tianshi ist Professor am Institute of Computing Technology  der Chinese Acadamy of Science und hatte vergangenes Jahr den Deep-Learning-Chip Cambricon-1A auf den Markt gebracht. Im Kirin-970-Chip, der im Mate 10 von Huawei arbeitet, steckt ebenfalls AI-IP in Form einer Neural Processing Unit (NPU) von Cambricon.  Auf der IFA 2017 hatte die Huawei-Chip-Tochter HiSilcon den Kirin 970 vorgestellt. Die NPU übertrifft laut der Analysten der Linley Group die Leistungsfähigkeit der entsprechenden Einheit auf dem Snapdragon 845 von Qualcomm.  

Laut Chen Tianshi will Cambricon IP für den Einsatz in AI-Chips anbieten, die in Geräten wie Smartphones, Robotern, Drohnen, autonom fahrende Autos arbeiten. Für den Einsatz High-End-Geräten in der Cloud entwickelt das Unternehmen eigene Chips. Server der chinesischen Sugon Information Industry nutzen bereits die AI-Technik von Cambricon.

Die Aussichten sind glänzend: Hatte der Umsatz im Beriech der Deep-Learning-Chipsets im AI-Umfeld 2016 noch bei 500 Mio. Dollar gelegen, so soll er laut der Marktforschungsfirma Tractica bis 2025 auf 12,2 Mrd. Dollar explodieren.

Im Kirin 970, den Huawei-Tochter Hisilicon 2017 vorgestallt hat, steckt die Neural Processing Unit von Cambricon.