Offene Automatisierung an der Edge

SUSE übernimmt IIoT-Plattform Losant

19. Februar 2026, 20:12 Uhr | Andreas Knoll
SUSE und Losant gehen künftig gemeinsame Wege.
© SUSE

SUSE, Anbieter von Open-Source-Lösungen im Enterprise-Bereich, hat Losant übernommen, eine Plattform für das Industrial Internet of Things (IIoT). Diese strategische Entscheidung vervollständigt SUSEs Edge-Vision und erweitert seine Reichweite von der Near- und Far- zur Tiny-Edge.

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Mit Losant will SUSE die klassischen Silos in der Industrie durchbrechen und bietet nun als nach eigenen Angaben erstes Unternehmen eine Full-Stack-Plattform für offene Automatisierung von Produktionsprozessen im IIoT an, die Echtzeit-Einblicke und verwertbare Daten liefert. Mit seinem Fokus auf Interoperabilität soll das Edge-Portfolio von SUSE dessen Kunden ermöglichen, ihre Abläufe zu modernisieren, schneller zu handeln und von der Open-Source-Ökonomie zu profitieren, weil IIoT- und KI-Funktionen an der Edge integriert agieren.

Laut der aktuellen Studie »2026 Trends in IoT-, Edge- und Digital Industries« von S&P Global Energy werden sich IoT-Endpunkte noch in diesem Jahr zu KI-Endpunkten entwickeln, die durch neue, kosteneffiziente Connectivities angetrieben und den bislang größten Geräte-Aktualisierungszyklus seit zehn Jahren auslösen werden. »Die Entwicklung beschleunigt hybride KI-Architekturen und macht die Edge zur zentralen Ausführungsschicht für Leistung und Skalierbarkeit«, heißt es dort. »So entsteht ein entscheidender Sprung in der operativen Reife – von digitaler Überwachung hin zu halbautonomen, KI-gesteuerten Industriesystemen.«

Nahtlose Integration von OT und Enterprise Intelligence

Die Losant-Plattform erweitert SUSEs Edge-Portfolio über die Infrastruktur hinaus und übernimmt die operative Umsetzung. Durch die Verbindung von Geräteorchestrierung, Datenmanagement und Anwendungsbefähigung mit grundlegenden Technologien von SUSE sind Unternehmen mit dem kombinierten Portfolio nun in der Lage, operative Systeme direkt mit ihren Workflows und Analysen zu verknüpfen. Ein Hersteller kann beispielsweise Echtzeit-Sensordaten von Produktionsanlagen sammeln, diese an der Edge orchestrieren und automatisch Wartungsabläufe oder KI-gesteuerte Qualitätskontrollen auslösen, bevor Fehler oder Ausfälle auftreten. Damit verringert sich die Komplexität, die typischerweise mit der Einführung von IIoT-Lösungen einhergeht. Zudem wird der Weg von der Datenerfassung in verwertbare Erkenntnisse verkürzt.

Bedeutung für die Kunden

• Schnellere Bereitstellung und Time-to-Value: Die Visual Workflow Engine und individuell konfigurierbare Dashboards ermöglichen es OT-Teams, Prozesse schnell zu entwerfen, bereitzustellen und iterativ weiterzuentwickeln, ohne größeren Entwicklungsaufwand.

• Höheres operatives Bewusstsein: Integrierte Infrastrukturdaten, Geschäftslogik und Unternehmenssysteme bieten einen universellen Überblick über die Abläufe in verschiedenen Umgebungen.

• Keine Herstellerbindung: Eine offene, standardkonforme Architektur ermöglicht die Modernisierung ohne Abhängigkeit von proprietären Lösungen.

• Modernisierte Abläufe: Unternehmen in der Fertigung, im Gesundheitswesen, in Smart-Infrastructure-Anwendungen und weiteren Branchen können Prozesse optimieren, die Anlagenleistung steigern und an der Edge neue operative Effizienzpotenziale erschließen.

Durch die Übernahme von Losant erweitert SUSE seine Expertise vom Anbieter von Edge-Infrastrukturen zum Full-Stack-Marktführer im Bereich Industrial IoT. »Wir können unseren Kunden nun den Teil der Edge bereitstellen, in dem die digitale und physische Welt direkt aufeinandertreffen – dort wo Maschinen, Umgebungen und Menschen in Echtzeit interagieren und KI gezielt eingesetzt wird, um tiefere Einblicke in reale Prozesse zu gewinnen«, erläutert Keith Basil, General Manager von SUSE Edge. »Mit Losant werden wir schneller von der Infrastruktur zu operativen Ergebnissen übergehen und unser Edge-Portfolio mit Produkten wie SUSE-KI kombinieren, was eine engere Zusammenarbeit mit Industriepartnern, Geräteherstellern und industriellen Open-Source-Communities ermöglicht, während sich das Ecosystem weiterentwickelt.«

»Für Losant ist die Zusammenarbeit mit SUSE ein folgerichtiger Schritt«, erläutert Charlie Key, CEO von Losant. »Die Kombination unserer Low-Code-Plattform Industrial Internet of Things mit SUSEs über 30-jähriger Erfahrung in Unternehmenssoftware gibt unseren Kunden Stabilität und Interoperabilität, so dass wir unsere Mission schneller erfüllen werden, IT-Führungskräfte dabei zu unterstützen, komplexe Daten unmittelbar in operativen Mehrwert zu transformieren. Wir freuen uns darauf, unsere Tiny-Edge-Fähigkeiten so auf eine viel größere Bühne zu bringen.«

Die Losant-Plattform und deren Mitarbeiter werden Teil des SUSE-Edge-Portfolios und dieser Business Unit sein. SUSE plant, die Technologie von Losant als Open Source zur Verfügung zu stellen und mit ausgewählten Open-Source-Communities zusammenzuarbeiten, um zu prüfen, wo die Technologie von Losant auf globaler Ebene die Standardisierung, Interoperabilität und Produktionsprozessautomatisierung beschleunigen kann.


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