TÜV Süd und EIT InnoEnergy

Gegen den Fachkräftemangel im Batteriesektor

21. Oktober 2022, 15:03 Uhr | Ralf Higgelke
TÜV Süd, Batteries
© TÜV Süd

Nach Schätzungen der Europäischen Batterieallianz (EBA) werden bis 2025 bis zu 800.000 Fachkräfte fehlen. Um dem entgegenzuwirken, bündeln der TÜV Süd und EIT InnoEnergy die Kräfte. Dazu wird die TÜV Süd Akademie zahlreiche Trainingsinhalte der EBA in ihr Kursprogramm aufnehmen.

Europaweit entstehen nach aktuellem Stand 37 Gigafabriken. Allein in Deutschland sollen in den nächsten Jahren zehn dieser Großfabriken an den Start gehen, darunter Teslas Batteriefabrik in Grünheide, die von Volkswagen in Salzgitter, Northvolt 3 in Heide oder das Werk von CATL in der Nähe von Erfurt

Laut Benchmark Minerals wird bereits 2024 der europäische Anteil an der Batteriezellfertigung bei rund 15 Prozent und damit weltweit an zweiter Stelle hinter China liegen – noch vor den USA und dem Rest Asiens. Aus heutiger Perspektive ist so eine jährliche Wertschöpfung von 250 Milliarden Euro in Europa ab 2025 realistisch. Dadurch könnten bis zu vier Millionen Arbeitsplätze im Batteriesektor entstehen.

»Deutschlands Arbeitsmarkt wird überproportional von dieser Entwicklung profitieren. Allerdings sehen wir schon jetzt, dass die Firmen händeringend nach Experten suchen«, erklärte Jörg Schemat, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV Süd Akademie. »Umso dringender ist eine breitangelegte Weiterbildungsoffensive, gerade auch für diejenigen, deren Jobs direkt oder indirekt vom absehbaren Verbrenner-Aus bedroht sind. EIT InnoEnergy hat über viele Jahre enorme Batterie-Expertise aufgebaut und in hochwertige Bildungsinhalte gegossen. Und wir haben exzellente Hebel und etablierte Formate, diese in die Breite zu tragen.«

Batterie-Experten dringend gesucht

Für eine Fabrik mit einer angestrebten Produktionsmenge von 30 GWh pro Jahr werden von der Planung bis zur Volumenfertigung im Schnitt rund 3300 Mitarbeiter benötigt. Und die Zellfertigung ist nur ein Ausschnitt der gesamten Wertschöpfungskette. Neben den enormen Chancen liegt darin auch eine der zentralen Herausforderungen.

Christian Müller, Mitglied des Vorstands von EIT InnoEnergy, dazu: »Dass sich die überaus positive Entwicklung in der deutschen und europäischen Batterieindustrie in gleicher Weise fortsetzt, ist kein Selbstläufer. Neben kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt oder Nickel ist die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte der derzeit größte Flaschenhals auf dem Weg zu dem anvisierten 250 Milliardenmarkt. Mit dem TÜV Süd und seiner Akademie haben wir einen der renommiertesten Bildungsanbieter Deutschlands als Partner für unsere EBA-Akademie gewonnen, mit dem wir nun zügig die so wichtige Qualifizierungsoffensive vorantreiben können.«

Nach Schätzungen der Europäischen Batterieallianz wird im europäischen Batteriesektor bis 2025 eine Angebotslücke von bis zu 800.000 Fachkräften klaffen. In Deutschland werden laut Prognose der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität bis 2030 rund 65.000 Fachkräfte fehlen. Wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Aus diesem Grund hat EIT InnoEnergy Anfang 2021 im Rahmen der Europäischen Batterieallianz mit offiziellem Mandat von Maroš Šefčovič, Vizepräsident der Europäischen Kommission, die paneuropäische Aus- und Weiterbildungsplattform EBA Academy ins Leben gerufen.

Die EBA-Akademie behandelt in digitalen, blended learning und Präsenz-Formaten eine Fülle an Batteriethemen für alle Wissensstufen. Bei der Lokalisierung der Trainingsinhalte wie auch der Vermarktung und Durchführung der Kurse setzt EIT InnoEnergy stark auf Partnerschaften mit etablierten Trainingsanbietern wie der TÜV Süd Akademie.

Die ersten über die TÜV Süd Akademie angebotenen Kurse sollen im Januar 2023 starten und sind online buchbar:


Diese Maßnahmen gehen Hand in Hand mit der vom Europäischen Institut für Innovation und Technologie ins Leben gerufenen Deep-Tech-Talent-Initiative, einem Programm, mit dem in den nächsten drei Jahren eine Million Menschen in europäischen Deep-Tech-Feldern qualifiziert werden sollen.

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