Schwerpunkte

Arbeitsmarkt Embedded Systems 

»Es ist sehr schwer, in Europa C++-Entwickler zu gewinnen«

19. Februar 2021, 13:25 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

»Es ist sehr schwer, in Europa C++-Entwickler zu gewinnen«
© Markt&Technik

Im Bereich Embedded Software habe es nur im März während des ersten Lockdowns »tatsächlich einen kleinen Nachfrage-Einbruch gegeben«, erklärt Katharina Hain von Hays, die Nachfrage sei aber danach »Monat für Monat wieder angestiegen«.

Mikrosystemtechnik-Ingenieure sind sehr gesucht, der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil »auf gutem bis hohem Niveau«, nur an der Wechselwilligkeit der Gesuchten hapert es in der aktuellen Pandemie. Entwickler mit Lust auf Vertrieb werden besonders gut bezahlt.

de
© PiNTeam

Marius Pintea, Gründer und Geschäftsführer des Münchner Startups PiNTeam. »Es ist gerade sehr schwer, in Europa Entwickler zu finden. Die Mitarbeiter sind nicht wechselwillig aktuell und bleiben ihren Arbeitgebern treu, selbst wenn sie dort nicht sehr zufrieden sind.«

Embedded-Systeme aus leistungsfähigen Bauteilen und zuverlässiger Software entwickeln – wer das kann, ist gesucht in der Automobilindustrie, in der Automatisierungstechnik, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Medizintechnik oder in der Umwelt- und Energietechnik. Also fast überall. 

Die Anzahl der elektronischen Steuereinheiten im Auto steigt stetig, zudem werden Software-Funktionen in großen Integrationssteuergeräten zusammengefasst. Das ist das Geschäftsfeld von PiNTeam, ein Münchner Startup mit Entwickler-Basis in Rumänien, an dem sich der japanische Automobilzulieferer Denso vor einem Jahr beteiligt hat. PiNTeam entwickelt Software für elektronische Steuergeräte im Auto.

»Wir unterstützen unsere Kunden u.a. bei der Entwicklung und Pflege komplexer Software-Strukturen für zukünftige Fahrzeuggenerationen«, erklärt Gründer und CEO Marius Pintea. Sein Startup will stark wachsen – findet Pintea im Moment die Fachkräfte, die sein Unternehmen dafür benötigt?

Es sei gerade sehr schwer, in Europa Entwickler zu finden. »Die Mitarbeiter sind nicht wechselwillig aktuell und bleiben ihren Arbeitgebern treu, selbst wenn sie dort nicht sehr zufrieden sind«, erklärt der Geschäftsführer. Stabilität sei ihnen im Moment am wichtigsten. Dennoch habe man im letzten Jahr genügend neue Mitarbeiter einstellen können, um alle Projekte erfüllen zu können.

»In Rumänien und Deutschland zusammen sind wir um 17 Prozent gewachsen«, so Pintea, »wobei es in Rumänien am Standort Temeswar viel einfach ist, Fachkräfte zu finden«. Dieses Jahr wolle man wieder mehr einstellen. Während in Rumänien ein erfahrener C++-Entwickler etwa 35.000 Euro brutto im Jahr verdiene, seien es in Deutschland 70.000 bis 75.000 Euro für die gleiche Qualifikation. 

PiNTeam sucht Spezialisten vor allem für den Bereich Adaptive Automotive, »hier entwickeln wir uns sehr stark und suchen aktuell 30 C++-Entwickler. Für unser Kerngeschäft Autosar benötigen wir zudem noch erfahrene Systemintegratoren für die Anpassung beim Kunden«. Trotz Corona-Pandemie, Einstellungsstopps und Absatzproblemen in der Automobilindustrie kann PiNTeam auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. »Am Ende war 2020 unser bestes Jahr bis jetzt.«

Zwar habe man in den ersten sechs Monaten Projekte und damit Umsatz verloren. Doch die zweite Jahreshälfte »war sehr gut«, so Pintea. Am Ende habe Corona sogar geholfen, weil man sich als sehr spezialisierter Partner profilieren konnte: »Die OEMs und Tier-Ones haben nicht mehr billig gesucht, sondern günstig, Qualität zu einem fairen Preis. Und das ist unsere Schiene.« Dass man sehr gut und stabil über die Pandemie gekommen sei, habe dabei geholfen, »neue und sehr erfahrene Kollege zu uns zu holen«. 

In der Tat sei die Nachfrage nach Software- und Embedded-Software-EntwicklerInnen im letzten Jahr trotz Corona-Krise recht konstant gewesen, informiert Katharina Hain vom Personaldienstleister Hays. Hays vermittelt Ingenieure in Festanstellung sowie – zum größeren Teil – in Arbeitnehmerüberlassung und Freelance.

Seite 1 von 3

1. »Es ist sehr schwer, in Europa C++-Entwickler zu gewinnen«
2. Personalberater haben gut zu tun, Embedded-Spezialisten für ihre Kunden zu finden
3. 'No limits' beim Stellenwechsel

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Hays AG, VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V., Schuh-Eder Consulting