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Indeed-Studie zum Thema Jobwechsel

Wie die Coronakrise die Ansprüche an den Job verändert

25. Februar 2021, 08:23 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Wie die Coronakrise die Ansprüche an den Job verändert
© fizkes – stock.adobe.com - Conrad

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Arbeitswelt und die Jobsuche aus? Das scheint auch vom Ausbildungsniveau der Berufstätigen abzuhängen. Die Arbeitgeberbindung ist während der Pandemie bei vielen Beschäftigten laut Umfrage gesunken.

Das ergab eine Befragung von über 12000 Nutzern der Jobsuchmaschine Indeed im Zeitraum von Ende Oktober bis Mitte November 2020.

Auf die Frage nach den größten Bedenken zu ihrer Arbeitssituation während der Corona-Krise nannten Akademiker an erster Stelle die Angst vor einer stagnierenden Karriere (41,7 %). Bei Berufstätigen und Jobsuchenden mit anderen Abschlüssen dominieren hingegen eher Ängste vor finanziellen Einbußen (34,5 %). Bei beiden Gruppen folgt die Sorge um die eigene psychische Gesundheit, die allerdings bei WissensarbeiterInnen mit Hochschulabschluss noch etwas ausgeprägter ist (37,6 % vs. 33,8 %). Jede fünfte (21,9 %) gelernte oder ungelernte Fachkraft hat Angst vor Jobverlust; diese Befürchtung ist bei Menschen mit Hochschulabschluss etwas geringer (17,5 %).

Die Arbeitgeberbindung ist während der Pandemie bei vielen Beschäftigten gesunken – jedoch stärker bei Akademikern als bei Fachkräften (35,0 % vs. 28,6 %). Zudem liebäugelt fast die Hälfte der befragten Angestellten mit Hochschulabschluss mit einem neuen Job: 49,9 % berichten von einer leicht oder stark gestiegenen Wechselbereitschaft.

Hauptgrund ist hierfür, dass sich ihr Arbeitgeber während der Krise nicht zufriedenstellend verhalten hat (38,8 %). Neben mangelnder Kommunikation seitens des Arbeitgebers sind hier auch fehlende Schutzmaßnahmen die Ursache, etwa die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. 

Grundsätzlich fällt die Wechselbereitschaft bei Fachkräften noch höher aus (54,5 %, im Schnitt 51,6 %). Im Allgemeinen scheinen Akademiker etwas mehr auf Sicherheit bedacht als andere Berufstätige. Unter denjenigen mit Hochschulabschluss, deren Wechselambitionen gesunken sind, geben 69,6 % an, dass sie ihren sicheren Arbeitsplatz nicht riskieren möchten. Bei den Fachkräften sind es zur selben Fragestellung nur 59,4 %. 

“Die Pandemie ist ein richtiger Stresstest für die Beziehung zwischen Arbeitgebenden und -nehmenden. Die offensichtlich gesunkene Loyalität der hochqualifizierten Talente in Kombination mit der Angst vor einem Karrierestillstand bieten daher eine Chance für den Wettbewerb, begehrte Talente anzuwerben. Gleichzeitig haben Hochqualifizierte auch viel zu verlieren. Sie sind meist in guten Positionen mit guten Gehältern. Daher müssen potentielle neue Arbeitgebende auch stichhaltige Argumente vorlegen, um sie von einem Wechsel zu überzeugen. Dazu zählt auch ein sichtbares und angemessenes Corona-Krisenmanagement”, so Tim Verhoeven, Co-Autor der Studie und Recruiting-Experte bei Indeed.  

Mehr Eigenverantwortung und interessante Aufgaben

Das Sicherheitsdenken zeigt sich auch bei den Prioritäten für die Jobsuche. Mit großem Abstand steht dieser Aspekt an erster Stelle. Drei von vier Fachkräften  (75,8 %) achten verstärkt bei der Jobsuche darauf. Bei denjenigen mit Hochschulabschluss sind es immerhin noch mehr als die Hälfte (56,8 %).

Die Krise scheint die Attraktivität von Arbeitgebenden ohnehin neu zu definieren: Statusthemen wie Prestige und Unternehmensgröße können nur einen Bruchteil der AkademikerInnen begeistern (7,4 %). Das Unternehmensimage ist immerhin noch einem Viertel der Befragten wichtig (25,3 %). Insbesondere AkademikerInnen wünschen sich ein Unternehmen mit Innovationskraft (33,7 %) und wollen in einem internationalen Umfeld (20,8 %) arbeiten. 

Was erwarten Jobsuchende vor allem von einer neuen Tätigkeit?

Diese sollte in erster Linie interessante Arbeitsaufgaben mit sich bringen. Das geben 70,7 % der Befragten an. Akademiker wünschen sich dabei mehr Eigenverantwortung als Fachkräfte (42,8 % vs. 32,9 %). Die Studie zeigt auch: Eine Mehrheit von 56,8 % der Jobsuchenden aus dem akademischen Bereich wünscht sich eine generelle Homeoffice-Regelung im neuen Job – eine klare Aufforderung an Arbeitgebende, sich schon in den Stellenanzeigen konkret zu Homeoffice zu positionieren.

Das würde Jobsuchende auch flexibler hinsichtlich des Standorts ihres zukünftigen Arbeitgebers machen: Wenn regelmäßig Homeoffice möglich wäre, würde ein knappes Drittel (31,0 %) der AkademikerIInnen zwischen 51 und 100 km pendeln – und 17,3 % sogar über 300 km. Die deutliche Mehrheit der Fachkräfte (56,7 %) hingegen strebt selbst bei einer Homeoffice-Regelung nach einer Anstellung in einem Umkreis von 50 Kilometern.

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