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Zu wenig Blockchain-Startups in Deutschland

16. Februar 2021, 09:04 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Zu wenig Blockchain-Startups in Deutschland
© Bild: Adobe Stock

In Deutschland beschäftigen sich noch zu wenige Unternehmen mit der Blockchain-Technologie, auch wenn die Zahl der Startups hier seit 2015 stark gestiegen ist. Das zeigt eine neue Studienreihe des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das Hauptproblem ist fehlendes Risikokapital.

Das bekannteste Anwendungsgebiet von Blockchain sind Digitalwährungen wie Bitcoin, die zuletzt mit Kurssprüngen für Schlagzeilen sorgten und eines Großkaufs durch Elon Musk. Doch auch in der Industrie 4.0, in der Logistik oder im Gesundheitswesen werde die Technologie immer wichtiger, weil sie eine dezentrale und sichere Buchhaltung verspricht, so die Experten des Instituts der Deutschen Wirtschaft, Dr. Vera Demary, Leiterin des Kompetenzfelds Digitalisierung, Strukturwandel und Wettbewerb und Dr. Markus Demary, Senior Economist für Geldpolitik und Finanzmarktökonomik. 

In Deutschland sind Startups mit dem Geschäftmodell Blockchain noch immer die Ausnahme. 275 Unternehmen arbeiten hierzulande mit Blockchain, wie eine neue IW-Studienreihe auf Basis einer Auswertung der Tech-Datenbank "Crunchbase" zeigt. Das ist zwar – absolut betrachtet – mehr als in jedem anderen EU-Land, im Verhältnis zur erwerbsfähigen Bevölkerung liegt Deutschland mit nur 4,4 Firmen je 1.000.000 Beschäftigten allerdings weit hinten, das Startup-freundliche Estland sowie Malta liegen vorne.
Ein Grund für die karge deutsche Blockchain-Landschaft: der schlechte Zugang zu Risikokapital. Das Problem betrifft alle Startups in Deutschland. 2019 wurden hierzulande nur 0,06 Prozent des BIP an Risikokapital bereitgestellt – im Vergleich zu anderen OECD-Ländern liegt Deutschland damit nur im unteren Mittelfeld.

"Beim Thema Start-ups und Venture Capital sollte Deutschland von Israel und Estland lernen, um in dieser wichtigen Technologie den Anschluss nicht zu verlieren", sagt IW-Finanzmarktexperte Markus Demary.

Rund 60 Prozent der deutschen Blockchain-Firmen haben weniger als zehn Angestellte, 70 Prozent sind noch keine fünf Jahre alt. "Viele der Firmen haben noch keine fertigen Produkte, sondern nur Prototypen oder Beta-Versionen", sagt Studienautorin Vera Demary. "Die hohe Korrelation zwischen StartUp-Aktivität und der Anzahl an Blockchain-Firmen zeigt aber, dass in diesem Sektor viel Dynamik steckt. Will man Blockchain fördern, muss man auch Startups fördern."

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