VDI-Ingenieurmonitor

Ingenieure: Arbeitslosigkeit steigt, Stellen gehen zurück

28. Januar 2026, 9:56 Uhr | Corinne Schindlbeck
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Weniger offene Stellen für Ingenieure, dennoch weiter Engpässe in Bau und Elektrotechnik: Der VDI hat neueste Zahlen zum Ingenieurarbeitsmarkt veröffentlicht.

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Laut VDI/IW-Ingenieurmonitor für das dritte Quartal 2025 ist die Zahl der Arbeitslosen in IT- und Ingenieurberufen um 17,6 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sank die Zahl offener Stellen im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 99.470.

Besonders betroffen sind Informatikberufe mit einem Rückgang der offenen Stellen um 37,7 Prozent. Auch in der Kunststoff- und Chemieindustrie sank die Nachfrage deutlich um 25,1 Prozent. Einzige Ausnahme bildet die Metallverarbeitung: Hier stieg die Zahl offener Stellen um 3,6 Prozent.

Engpässe in Bau und Elektrotechnik

Trotz der rückläufigen Nachfrage besteht in vielen Ingenieurberufen weiterhin ein Fachkräftemangel.

Besonders stark betroffen ist der Bereich Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur mit 306 offenen Stellen pro 100 Arbeitslose. Damit liegt er vor der Energie- und Elektrotechnik, die auf 271 offene Stellen pro 100 Arbeitslose kommt.

Der Monitor zeige, dass der demografische Wandel und rückläufige Studienzahlen die Engpässe weiter verschärfen, so der VDI.

Rückgang bei Studienanfängern

Zwischen 2016 und 2023 sank die Zahl der Studierenden in den Ingenieurwissenschaften um über 11 Prozent. Laut VDI gefährdet der drohende Fachkräftemangel die Umsetzung von Infrastrukturprogrammen und der High-Tech-Agenda der Bundesregierung.

Internationale Fachkräfte gewinnen

Ein Lösungsansatz liegt laut VDI in der gezielten Integration ausländischer Fachkräfte. Der Anteil ausländischer Beschäftigter in Ingenieurberufen stieg zwischen 2012 und März 2025 von 6 Prozent auf 11,4 Prozent. Besonders stark vertreten sind Fachkräfte aus Indien, gefolgt von der Türkei und Italien. Ein Beispiel erfolgreicher Integration zeigt sich im Großraum München mit 11.877 ausländischen Beschäftigten in Ingenieurberufen.

Nachwuchsförderung weiterhin der Schlüssel

Neben der Anwerbung aus dem Ausland fordert der VDI eine moderne, praxisnahe Ingenieurausbildung und gezielte Nachwuchsförderung von der Kita bis zur Weiterbildung. Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Ansprache junger Frauen. In einem Impulspapier zur Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ stellt der Verband 28 Good-Practice-Beispiele zur technischen Bildung vor.


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