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ZF zeigt die Nutzfahrzeugtechnik von morgen

07. Oktober 2020, 10:00 Uhr   |  Stefanie Eckardt

ZF zeigt die Nutzfahrzeugtechnik von morgen
© ZF Friedrichshafen

Automatisch besser: Proof-of-Concept für ein innovatives vollautomatisches Ankoppel-Assistenzsystem. Es ermöglicht dem Lkw, einen definierten Auflieger zu erkennen und automatisiert anzukoppeln.

Die Nutzfahrzeugindustrie steht vor großen Herausforderungen: CO2-Emissionen müssen sinken, die Sicherheit steigen und Flotten digital vernetzt sein. ZF Friedrichshafen hat darauf reagiert und stellte nun die autonome Trailer-Ankuppelfunktion und die energiesparende Truck-Trailer-Kombination vor.

In der EU müssen Hersteller den CO2-Flottenausstoß neuer Nutzfahrzeuge bis 2025 um 15 Prozent senken, bis 2030 sogar um 30 Prozent. Elektrifizierte Antriebe sind damit zunehmend gefragt für Bus und Lkw. Zudem schreibt die EU ab 2022 den Einsatz neuer Fahrerassistenzsysteme verpflichtend vor, und ab 2024 bei Neuzulassungen auch Warnsysteme wie den Totwinkel-Assistenten.

Mit der Integration der kürzlich erworbenen Wabco kann ZF die Vorteile des jetzt komplettierten Portfolios für Lkw, Busse und Trailer nutzbringend zur Entfaltung bringen. So ließen sich Projekte wie die autonome Trailer-Ankuppelfunktion umsetzten, die nun ihre Weltpremiere feierte. Mit dieser lässt sich der Lkw vollautomatisiert unter den definierten Auflieger fahren und automatisch an diesen andocken. Hinzu kommt der Advanced Reversing Assist, ein weiterentwickelter Rückwärtsfahrassistent für Lkw. Beide Lösungen reduzieren auf dem Betriebshof die Unfallgefahr sowie den Personal- und Zeitaufwand – und bei Mitarbeitern den Stresslevel. Weil es zu weniger Manövrierschäden kommt, sinken zudem die Kosten für Ausfallzeiten und Reparaturen.

Für den automatisierten Fahrzeugbetrieb erhöht eine fortschrittliche Steuerung der fahrdynamischen Systeme auf Basis der Software-Plattform Autonomous Driving Open Technology (Adopt) die Sicherheit, Effizienz und Produktivität. Der Adopt-Ansatz bringt das Know-how von ZF beim autonomen Fahren mit der künstlichen Intelligenz in der Nutzfahrzeugwelt zusammen. Letztlich trägt es dazu bei, die Entwicklung von Anwendungen fürs automatisierte und autonome Fahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. Adopt ist speziell darauf ausgelegt, automatisierte Fahrmodi zu unterstützen, indem es sofort präzise Manöver und eine stabile Fahrzeugsteuerung als Reaktion auf das automatisierte Fahren in der realen Welt ermöglicht.

CO2-Ausstoß reduzieren

Des Weiteren feierte ein Sattelzug-Technologieträger Weltpremieren, der zunächst für energieeffizientes und – in weiterer Folge – lokal emissionsfreies Fahren prädistiniert ist: Er kombiniert dazu Leichtbau und Aerodynamik mit einem bauraumoptimierten Chassis. Letzteres beschreibt einen wichtigen Ansatz, allen künftigen Elektrifizierungsarten Platz zu bieten.

Darüber hinaus intensiviert der Zulieferer generell seine erfolgreichen Elektrifizierungsaktivitäten für Nutzfahrzeuge – die elektrische Achse AxTrax Ave verrichtet seit Jahren im Transportalltag ihren Dienst. Noch in diesem Jahr startet der Konzern die Serienproduktion des elektrischen Zentralantriebs CeTrax. Bis spätestens 2023 wird ein vollständiger modularer Elektroantriebsbaukasten mit Achs- sowie Zentralantrieben für Busse und Lkw bis 44 t aufgebaut. Dieser wird wie andere E-Systeme von ZF technologieoffen sein, sich also beispielsweise mit Batterie oder Brennstoffzelle kombinieren lassen. Beim eTrailer weitet ZF seine Kompetenz auf das Gesamtgespann aus. Dieser Trailer mit integriertem Elektromotor verwandelt jeden konventionellen Lkw in ein Hybridfahrzeug, das bis zu 16 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht. Darüber hinaus verbessern sich mit dem eTrailer auch Traktion und Beschleunigung, während Geräuschpegel und Bremsenverschleiß sinken.

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