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E/E-Architektur

High Performance Computer von Continental im Volkswagen ID.3

08. Oktober 2020, 17:00 Uhr   |  Stefanie Eckardt

High Performance Computer von Continental im Volkswagen ID.3
© Continental

Das Konzept des ICAS1 ermöglicht ein hohes Maß an Fahrzeugvernetzung. Der Server kann dank der Trennung von Hardware und Software sowohl Applikationen von Volkswagen als auch Software von Drittfirmen integrieren und aktualisieren.

Continental bringt im Volkswagen ID.3 High Performance Computer samt Software in Serie. Der In-Car Application Server 1 dient als intelligente Schnittstelle zum Internet. Er ist zudem zentraler Baustein für alle Fahrzeuge basierend auf dem modularen E-Antriebs-Baukasten.

Der High Performance Computer (HPC) dient als im Fahrzeug integrierter In-Car Application Server 1 (ICAS1). Für die Entwicklung des vollvernetzten zentralen Hochleistungsrechners auf einer eigens geschaffenen Plattform für solche HPCs arbeitete Continental eng mit der Tochter Elektrobit zusammen. Als ICAS1 im VW ID.3 ist der HPC auch ein zentrales Element für die Umstellung auf eine Dienste-orientierte Elektronik-Architektur. Der Server stellt dabei den zentralen Datenknotenpunkt und die Verbindungsstelle zwischen Fahrzeug und digitaler Welt dar. Er ermöglicht, dass in Zukunft jederzeit neue Softwarefunktionen und Sicherheitsaktualisierungen im Fahrzeug über eine drahtlose Verbindung installiert werden können. Over-the-Air-Updates werden damit zur Norm. Darüber hinaus können durch das Server-Konzept sowohl Applikationen von Volkswagen wie auch Software von Drittfirmen integriert werden. Die Bereitstellung von Funktionen, etwa eine reichweitenoptimierte Streckenplanung und die Lokalisierung von Ladestationen für Elektroautos, wird vereinfacht. Zusätzlich hat Continental für den ICAS1 auch die sogenannte Plug-and-Charge-Funktion entwickelt, die zur Steuerung und Vereinfachung des Fahrzeug-Ladevorgangs dient. Sie wird ab 2021 verfügbar sein. Bei gestecktem Ladekabel wird die Software im ICAS1 das registrierte Fahrzeug an unterstützten Ladesäulen authentifizieren und den Ladevorgang und dessen Abrechnung auf Basis des im Backend hinterlegten Ladevertrags übernehmen können.

Neben dem ID.3 wird der ICAS1 auch in anderen Fahrzeugen der ID-Baureihe wie dem ID.4 von Volkswagen zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus liefert Continental die Trommelbremse mit integrierter elektromechanischer Parkbremsfunktion für den ID.3. Durch das geschlossene, gekapselte System ist die Bremse im neuen VW ID.3 deutlich weniger anfällig gegenüber Korrosion. Die Trommelbremse basiert auf dem Simplex-Prinzip (EPB-Si): Sie ist robust und wartungsarm, was den steigenden Lebensdaueranforderungen in Elektrofahrzeugen entspricht. Zusätzlich bietet die elektrische Parkbremse Fahrzeugherstellern einen größeren Freiraum und mehr Optionen bei der Gestaltung des Fahrzeuginnenraums sowie der Installation von Fahrerassistenzsystemen. Das Trommelbremssystem ist zudem skalierbar und damit sowohl für Kleinstfahrzeuge wie auch für größere Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5 t geeignet.

Außerdem benötigen Elektrofahrzeuge mehrere Kühlkreisläufe, weil Batterien bei Temperaturen zwischen 20 und 40°C am effizientesten arbeiten. Dieses Temperaturspektrum ermöglicht hohe Reichweiten und steigert die Batterielebensdauer. Um diesen optimalen Zustand zu ermöglichen, müssen Batterien, abhängig von der Außentemperatur, gekühlt oder beheizt werden. Dazu bedarf es eines ausgefeilten Thermomanagements. Continental liefert für die Batterietemperierung im ID.3 flexible Leitungen für die Klimaanlage sowie die Wärmepumpe zur Kühlung mit dem derzeit klimafreundlichsten Kältemittel R744. Die neuen Schlauchgenerationen bieten einige Vorteile: So tragen neben der Gewichtsreduzierung kleinere Leitungsquerschnitte auf der Hochdruckseite und beim Batteriekühlstrang dazu bei, dass so wenig Kältemittel wie möglich eingesetzt wird.

Verbaute Fernbereichsradar mit mehr als 200 m Reichweite

Der im Elektro-Kompaktwagen verbaute Fernbereichsradar mit einer Reichweite von über 200 m erhöht Sicherheit und Komfort durch vorausschauende Fahrerassistenzsysteme wie den Notbremsassistenten und den intelligenten Tempomaten. Im Zusammenspiel mit der Trommelbremse wird die gewünschte Geschwindigkeit automatisch an die Verkehrslage angepasst – bis hin zu einer Notbremsung in besonders kritischen Situationen, um Unfälle zu vermeiden.

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