Schwerpunkte

Elektromobilität

Erstes drahtloses Batteriemanagementsystem

03. November 2020, 12:06 Uhr   |  Ute Häußler

Erstes drahtloses Batteriemanagementsystem
© Analog Devices

Der Übergang von Batterien mit leitungsgebundener zu Lösungen mit drahtloser Kommunikation soll Elektrofahrzeug-Plattformen über mehrere Fahrzeugmodelle hinweg skalierbar machen.

Kein Kabelbaum zur Kommunikation? Das neuartige wireless BMS (wBMS) von Analog Devices soll in Elektroautos bis zu 90% der Verkabelung und bis zu 15% des Volumens im Batteriepack einsparen. General Motors plant das drahtlose Batteriemanagementsystem auf seiner Ultium-Batterie-Plattform einsetzen.

Das wBMS ist das erste serientaugliche drahtlose Batteriemanagementsystem für elektrische Fahrzeuge und soll Automobilherstellern mehr Flexibilität bei der Überführung von Elektrofahrzeugen unterschiedlicher Fahrzeugklassen in die Serienproduktion ermöglichen. Neben den Einsparungen beim Kabelbaum und dem Volumen läßt sich nach Aussagen von ADI mit dem wBMS eine höhere Flexibilität bei der Entwicklung erzielen und die Fertigung vereinfachen. Wichtig: Reichweite und Genauigkeit über die Lebensdauer der Batterie bleiben erhalten.

Geeignet für ASIL-D und kobaltfreie Batterien

Das drahtlose Batteriemanagementsystem enthält alle integrierten Schaltkreise sowie Hard- und Software für Stromversorgung, Batteriemanagement, HF-Kommunikation und Systemfunktionen in einem Systembauteil, das funktionale Sicherheit bis ASIL-D auf Modulebene unterstützt und auf ADIs BMS-Batteriezellen-Messtechnologie aufbaut. Durch die hohe Genauigkeit über die gesamte Fahrzeuglebensdauer ermöglicht das Batteriemanagementsystem eine maximale Energienutzung pro Zelle, die für die beste Fahrzeugreichweite erforderlich ist. Das neue wBMS eignet sich auch für sichere und kobaltfreie Batteriechemien, wie beispielsweise Lithium-Eisen-Phosphat (LFP).

Mit zusätzlichen Systemfunktionen können Batterien ihren eigenen Zustand messen und melden, was eine schnellere Früherkennung von Fehlern sowie einen optimierten Einbau der Traktionsbatterien ermöglicht. Die Daten können während des gesamten Batterie-Lebenszyklus fernüberwacht werden – vom Zusammenbau über Lagerung und Transport bis hin zur Installation, Wartung und in einer zweite Lebensphase.

Elektrifizierung der GM-Flotte

Analog Devices und General Motors haben vor kurzem eine Zusammenarbeit angekündigt, welche die wBMS-Technologie auf die Ultium-Batterieplattform von General Motors bringt. Der Übergang von Batterien mit leitungsgebundener zu Lösungen mit drahtloser Kommunikation soll dazu beitragen, die Fahrzeugflotte von GM zu elektrifizieren und die Skalierbarkeit der Ultium-Plattform für die künftige Produktpalette zu ermöglichen. Darunter fallen verschiedene Marken und Fahrzeugsegmenten, von LKWs bis hin zu Hochleistungsfahrzeugen.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

Analog Devices GmbH, General Motors Suisse SA