Avnet Silica: Mut zur „Einfachheit“

»We Simplify Complexity«

18. Juli 2016, 10:10 Uhr | Karin Zühlke

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Weitere Neuerungen

Inwieweit fließt der Grundsatz der Vereinfachung auch in Ihre eigenen Systeme bzw. Plattformen ein?

Ich bin zuvor schon kurz auf unsere neue Digital-Plattform eingegangen, dies ist ein gutes Beispiel, wie wir „Complexity Simplified“ für unsere Kunden umsetzen. Unter www.avnet-silica.com können Kunden nun auch online bestellen und Prozesse im „Customer Self Service“-Portal online abwickeln. Verbesserte Suchfunktion und Seitenstruktur, einheitliches User Interface – all das gehört zum Thema „Complexity Simplified“. Daneben optimieren und vereinfachen wir natürlich auch kontinuierlich unser Warenwirtschaftssystem.  

Zum Re-Branding gibt es eine Reihe weiterer Neuerungen. So hat Avnet Silica ein dediziertes EMS-Team an Board geholt, das künftig für diese Kundengruppe zuständig sein wird. Wie sieht die Betreuung künftig genau aus?

Wir haben seit 1. April ein neues Team für die EMS-Betreuung in Rumänien an Board. Diese Mitarbeiter haben wir drei Monate intensiv geschult und sind derzeit dabei, das neue Modell auszurollen. Wenn die Phase 1 positiv abgeschlossen ist, werden wir das Team dort weiter aufstocken.  

Das heißt, dass künftig alle EMS aus Rumänien betreut werden?

Das Team in Osteuropa bildet, wie gesagt, den Anfang, weil dort sehr viele weltweite, europäische und zentraleuropäische Fertigungsdienstleister vertreten sind. Wir richten uns aber natürlich nach dem Wunsch des Kunden. Will der Kunde weiterhin von Deutschland aus betreut werden, ist auch das selbstverständlich möglich.


Die EMS-Unternehmen spielen in der Wertschöpfungskette eine immer größere Rolle – und für Avnet Silica?

In der Tat sind die Fertigungsdienstleister eine wichtige Kundengruppe für Avnet Silica. Inzwischen laufen etwa 50 Prozent der Umsätze in Zentraleuropa über diese Klientel.  

Nimmt die Zahl der Inhouse-Fertigungen zugunsten von Auftragsfertigern ab?

Wir sehen zumindest – auch über unsere Emerging-Account-Gruppe –, dass junge Firmen und Start-Ups das Produktions-Know-how immer weniger als ihre Kernkompetenz ansehen und dies gerne auslagern.  

Stichwort Emerging-Account-Gruppe – was verbirgt sich dahinter?

Die Emerging-Account-Gruppe haben wir vor einem Jahr an den Start gebracht, um uns gezielt an junge Unternehmen und Start-Ups zu wenden. Das Team „Emerging Accounts“ besteht derzeit aus sechs Mitarbeitern in Zentraleuropa und weiteren dedizierten Kollegen in anderen Regionen. Das Thema beschäftigt uns nicht nur in Zentraleuropa, sondern ist als europäische Strategie angelegt: Derzeit gelten Berlin, München und Lausanne als zentraleuropäische Hot Spots für Start-Ups.

Womit unterstützt Avnet Silica die Start-Ups? Sie haben vor kurzem auf unserem Markt&Technik-Forum erklärt, dass finanzielle Beteiligungen an Start-Ups für den Avnet-Konzern ausgeschlossen sind.

Das ist richtig. Aber es gibt dennoch viele Bereiche, in denen wir solche Firmen unterstützen können. Alles was Design-to-Cost, Time-to Market, Einkauf, Compliance oder die Produktion betrifft, ist in der Regel nicht Kernkompetenz solcher aufstrebenden Unternehmen. Ihr Schwerpunkt liegt klar in der Entwicklung von innovativen Ideen, und sie suchen Partnernetzwerke, in denen sie für ihre Anforderungen die richtigen Lösungen bekommen. Wir bieten diesen Firmen zum Beispiel Beratung und Hilfestellung bei Vertragsgestaltungen, Export, Compliance und helfen bei der Suche nach einem geeigneten Fertigungsdienstleister. Dazu arbeiten wir mit zwei Investoren bzw. Investoren-Netzwerken zusammen: Companisto und Bay Start Up. Companisto ist der größte Crowd Investor in Europa. Bay Start Up ist stark auf Technologie fokussiert und zählt ebenfalls zu den größten Investoren-Netzwerken in Europa. Diese Firmen prüfen erst einmal den Business-Plan auf ihre Substanz. Erst danach kommen wir ins Spiel.

Bay Start-Up hat ein besonders interessantes Modell: Auf den BayStartUpDays werden die Business Pläne der Youngsters von einer Jury bewertet. Dazu veranstaltet BayStartUp mehrere Businessplan Wettbewerbe in den bayerischen Regionen. Insgesamt nehmen 200 bis 300 Startup-Teams pro Jahr teil. Wir werden in der nächsten Entscheidung Mitte Juli als Jury-Mitglied mit dabei sein und kommen dadurch sehr früh mit interessanten Ideen bzw. deren Erfindern in Kontakt.

Wie viele Kunden haben Sie derzeit, die unter den Begriff „Emerging Accounts“ fallen?

Über 500 allein in Deutschland.  

Können Sie schon Anwendungsbeispiele nennen, die aus solchen Emerging Accounts hervorgegangen sind?

Ein interessantes Innovationsbeispiel aus einer Start-Up-Schmiede ist eine Kamera, die Bewegtbilder, zum Beispiel direkt vom Laufsteg, sofort streamen und in die Cloud bringen kann.  

Worin besteht der ROI der Start-Up-Förderung für Avnet Silica?

Dadurch generieren wir zusätzliches Geschäftspotenzial. Wir können unsere Bauteile auf die BOM bringen oder auch unsere Cloud Services vermarkten, die die Kollegen von der Avnet TS anbieten. Aber es gibt auch einen ideellen Mehrwert: Das Networking und die Diskussionen mit vielen Start-Ups bringen uns auch wiederum neue Ideen für unsere eigenen Systeme. 

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