Der schwedische EMS Dienstleister Hanza hat die angekündigte Übernahme der deutschen BMK Group GmbH erfolgreich abgeschlossen. Die BMK-Gründer erhalten als Gegenleistung Hanza-Aktien.
BMK zählt zu den führenden europäischen Anbietern für anspruchsvolle Elektronikfertigung und komplexe Baugruppenmontage und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 3,3 Milliarden schwedischen Kronen (SEK). Im Zuge der Transaktion gibt Hanza knapp 17 Millionen neue Aktien aus, die als vollständige Gegenleistung an die drei BMK-Gründer gehen.
BMK beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter am Hauptsitz in Augsburg sowie an Standorten in Tschechien und über eine Partnerschaft in Israel. Das Unternehmen ist sowohl auf Kleinserien als auch auf High-Volume-Produktion spezialisiert und erfüllt höchste Qualitätsanforderungen. Die operative Marge liegt bei etwa 7,3 Prozent. Die Gründer, die BMK 1994 ins Leben gerufen haben, werden durch den Aktientausch zu bedeutenden Anteilseignern von Hanza.
Mit der Akquisition schließt Hanza die strategische Phase „Hanza 2025“ ab, deren Ziel der Aufbau von fünf ausgewogenen europäischen Fertigungsclustern war. BMK bringt zusätzliche technologische Expertise, Kapazitäten und Führungskompetenz in den Konzern ein und stärkt insbesondere die Basis für das LYNX-Programm, mit dem Hanza sein Engagement in der Verteidigungsindustrie ausbaut.
Die nächste Strategiephase „Hanza 2028“ soll im Rahmen eines Capital Markets Day vorgestellt werden, zeitnah zur Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025 am 24. Februar 2026. Sie wird neue operative und finanzielle Zielsetzungen für den Konzern enthalten.
„BMK ist genau das Qualitätsunternehmen, das wir für die nächste Entwicklungsstufe von Hanza benötigen“, betont Hanza-CEO Erik Stenfors. Die Entscheidung der Verkäufer, als Gegenleistung Aktien zu akzeptieren, wertet er als klares Bekenntnis zur langfristigen Strategie des Konzerns. BMK-Mitgründer Stephan Baur sieht in der Integration in das Cluster-Modell von Hanza neue Chancen für weiteres Wachstum und zusätzlichen Kundennutzen.
Die Transaktion basiert auf einem relativen Bewertungsmodell, dem zufolge BMK rund 27 Prozent am fusionierten Unternehmen hält. Daraus ergibt sich eine implizite Unternehmensbewertung von etwa 1,8 Milliarden SEK. Voraussetzung für den Abschluss war unter anderem, dass die Nettofinanzverschuldung von BMK 50 Millionen Euro nicht übersteigt, womit der kombinierte Konzern unter dem Zielwert von 2,5x Nettoverschuldung/EBITDA bleibt.
Die neu ausgegebenen 16.999.998 Hanza-Aktien führen zu einer Verwässerung von rund 27 Prozent. Der Großteil der Aktien unterliegt Lock-up-Vereinbarungen von bis zu drei Jahren, um einen geordneten Markt sicherzustellen. Als Berater fungierten Pareto Securities sowie die Kanzlei Lindahl.