German Edge Cloud geht an den Start

»Der Kunde hat die volle Datenkontrolle!«

1. August 2019, 13:58 Uhr | Karin Zühlke

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Europäischer Standard für Edge-Computing in Aussicht

Ab welcher Firmengröße rentiert sich der Einsatz einer GEC-Lösung? Theilig zufolge adressiert die GEC nicht nur die großen Player, sondern ausdrücklich auch kleinere Firmen. Eine Preisliste mit Appliances und verschiedenen Verfügbarkeitsklassen gibt es voraussichtlich ab Oktober dieses Jahres. Aber so viel verrät Theilig vorab: »Das kleine Modell ist auf jeden Fall um einiges günstiger als die Kosten für einen festangestellten IT-Fachmann.« Derzeit laufen die Appliances bei Early-Adopter-Kunden. »Heute bestellt, morgen geliefert, das können wir derzeit noch nicht versprechen. Wir sind noch in der Betaphase und setzen Use-Cases um«, so Theilig.

Das „German“ in der German Edge Cloud

In erster Linie geht es der German Edge Cloud laut Ritz mit dem Wort „German“ um die Abgrenzung zu US-amerikanischen Anbietern. »Wir Europäer wollen uns differenzieren, indem wir bei einer KI-Strategie die Datensouveränität in den Vordergrund stellen. Schließlich fängt KI immer mit Daten an.« Bei US-amerikanischen Anbietern wird dagegen der Kunde oft selbst das Produkt, da US-Unternehmen Daten sammeln und diese wieder als Produkt verkaufen. In Europa hingegen will man die Datensouveränität sicherstellen. »Das hat auch eine rechtliche Bedeutung: Einige Anbieter betonen immer wieder, dass sie in Deutschland ansässig seien. Dennoch hat der US-amerikanische Justizminister laut Cloud Act – ehemals Patriot Act – das Recht, die Daten von Amazon einzusehen, da es sich um ein originäres US-Unternehmen handelt«, gibt Ritz zu bedenken.

»Gerade im Industriebereich wollen wir unseren Kunden versprechen: Wir sind eine deutsche Firma, wir werten keine Daten aus. Daher auch die Involvierung des IDS. Eine souveräne Edge-Plattform schützt deutsche Industrieunternehmen auch vor zu großen Abhängigkeiten bei Handelsstreits, Firmenboykotts, plötzlicher Einführung von Zoll oder Sondersteuern.«

Hinzu kommt die Bedeutung von Friedhelm Loh als deutsches Familienunternehmen, das sich dem Mittelstand verpflichtet sieht: »Edge-Computing ermöglicht es dem Mittelständler, auch die Vielfalt der smarten Fabrik zu managen«, so Ritz.

Europäischer Standard für Edge-Computing in Aussicht

Noch gibt es keinen Standard fürs Edge-Computing. Auch das will GEC in Zukunft ändern und hat mit Fraunhofer und anderen Industriepartnern in Berlin das ECCE Edge Computing Consortium Europe (ECConsortium.eu) gegründet, das eine Standardisierung des Edge-Computings vorantreibt, mit Fokus auf industrielle Fertigung. Das Konsortium vereint europäische Anbieter. Mit dabei ist auch die Amazon Web Services, da sie einen Firmensitz in Europa hat. Noch ist die Amazon Cloud allerdings nicht echtzeitfähig. Will Amazon Web Service als Edge-Computing-Provider für die Produktion auftreten – inklusive der Bereitstellung und Nutzung von KI-Tools –, so setzte das nach Ansicht von Ritz zudem eine gewisse Expertise im Maschinenbau und der industriellen Fertigung voraus.

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