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Yole Développement zu 3D-Sensoren

Gute Aussichten für Apple-Zulieferer

05. Juli 2021, 17:30 Uhr   |  Markus Haller

Gute Aussichten für Apple-Zulieferer
© Who is Danny | Shutterstock.com

Smartphones und Unterhaltungselektronik sind große Techniktreiber für 3D-Sensorik und werden bis 2026 rund 46 % des weltweiten Umsatzes ausmachen, prognostiziert Yole Développement.

Der Markt für 3D-Sensoren und 3D-Bildverarbeitung ist zurück auf Wachstumskurs und soll im Jahr 2026 auf weltweit 15 Mrd. US-Dollar Umsatz anwachsen. Verantwortlich dafür ist unter anderem Apple.

Als mit Abstand größten Wachstumstreiber identifiziert Yole Développement die Unterhaltungselektronik. Sie soll im Jahr 2026 insgesamt 46 % des gesamten Marktes für 3D-Sensoren und 3D-Bildverarbeitung ausmachen, gefolgt von Automobil und Industrie mit 22 %. In der Unterhaltungselektronik werden 3D-Sensoren zur biometrischen Identifikation, für AR/VR und in der Spieleindustrie genutzt. Im Fahrzeugbereich werden mit 3D-Sensoren Tiefeninformationen für erweiterte Fahrerassistenzsysteme (ADAS) gesammelt.

Im Jahr 2020 brach der weltweite Markt für 3D-Sensorik ein. Er belief sich auf »rund 80 % der davor erfolgten Prognose«, sagt Richard Liu, Technologie- und Marktanalyst für Photonik, Sensorik und Displays bei Yole Développement. Zu einem spürbaren weltweiten Marktwachstum werde es vermutlich erst wieder 2023 kommen. Als Gründe dafür nennt er die von den USA verhängten Handelsverbote gegen Huawei und die Nachricht, dass viele Anbieter von Android-Smartphones keine 3D-Sensorik mehr einsetzen wollen. Dazu wird auch Samsung gezählt.

Apple als Stabilitätsgarant

Dass die Analysten von einem Wiedereinsetzen des Marktwachstums ausgehen, liegt auch am Festhalten von Apple an der Technik. In allen iPhones wird nach wie vor Streifenprojektion (Structured Light) zur 3D-Erkennung verwendet und im iPhone 12 Pro wurde eine 3D-Kamera mit dToF-Technik (direct Time-of-Flight) integriert.

Lieferkette 3D-Sensorik für Mobilgeräte und Unterhaltungselektronik.
© Yole Développement

Lieferkette 3D-Sensorik für Mobilgeräte und Unterhaltungselektronik. Aus deutscher Sicht sind Infineon, Schott, Trumpf und - als Teil von Ams - Osram vertreten.

»In der mobilen 3D-Sensorik ist die Lieferkette von Apple stabil und wächst«, heißt es in einer Mitteilung von Yole. Als die profitabelsten Zulieferer nennt das Marktforschungsunternehmen STMicroelectronics, den US-Laserhersteller Lumentum, der noch im März an der 5,7 Mrd. Dollar schweren Übernahme von Coherent gescheitert ist, und auf Platz drei den österreichischen Photonik-Konzern Ams.

Android bricht ein

Den Lieferketten der großen Hersteller von Android-Smartphones geht es laut den Analysten weniger gut: »Weder die Anbieter von Emitter-Komponenten wie Trumpf und Vertilite noch die Hersteller von Empfängern wie Omnivision und PMD Technology haben umfassend profitiert.« Ein Lichtblick sei aber der Automobilbereich, auf dem diese Unternehmen ebenfalls tätig sind. Hier brachte das Wachstum der Elektrofahrzeuge im Jahr 2020 auch einen Einzug von LiDAR-Systemen mit sich. Die Technik wachse schnell, stehe aber noch am Anfang ihrer Entwicklung.

Die aktuell am weitesten verbreiteten 3D-Sensortechniken sind Stereokamera, Streifenlichtprojektion und ToF.

Sony sticht heraus

Bei ToF-Sensoren sticht laut Yole ein Unternehmen heraus: Sony ist aktuell das einzige Unternehmen, das dToF-Sensorarrays auch für die Unterhaltungselektronik anbieten kann. Außerdem ist es führend bei indirekten ToF-Sensoren (iToF). Direkte ToF-Sensoren messen die Laufzeit direkt über den Laserpuls und haben – obwohl das Messprinzip einfacher als bei den iToF-Sensoren ist – den höheren technischen Anspruch an die Emitter- und Sensorkomponenten. Auch der Integrationsaufwand ist hoch und wird von nur wenigen Systemintegratoren beherrscht. Bei den iToF-Sensoren wird die Laufzeit über die Phasenverschiebung des ausgesendeten Lichts gemessen. Sie lassen sich kostengünstiger fertigen als dToF-Sensoren. Da Sony beide Prinzipien beherrscht, gehen die Yole-Analysten davon aus, dass es seine Vorreiterstellung auch unter veränderten Marktbedingungen wird halten können.

Im Jahr 2020 belief sich der weltweite Umsatz mit 3D-Sensorik und 3D-Bildverarbeitung auf 6,8 Mrd. US-Dollar. Das prognostizierte Wachstum auf 15,0 Mrd. US-Dollar bedeutet eine durchschnittliche jährliche Steigerung um 14,5 % - ein frischer Wachstumsmarkt, den auch die deutschen Unternehmen Infineon, Schott und Trumpf als Zulieferer bedienen.

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