Lichtindustrie Weiterhin schwaches Geschäft bei Osram

Osram-Werk in Kulim/Malaysia
Für rund 1 Milliarde Euro baute Osram eine moderne Chipfertigung in Kulim/Malaysia. Nun stockt die Nachfrage aus der Automobilindustrie und den großen Smartphone-Herstellern.

Nach dem enttäuschenden Geschäftsjahr 2018 ist für Osram weiterhin keine Besserung in Sicht. Die Jahresprognose für 2019 wackelt bereits. Um sie zu sichern, droht nun der Wegfall von 300 Arbeitsplätzen.

Die Wirtschaftslage bei Osram ist angespannt. Das Geschäftsjahr 2018 war für den Vorstand nicht zufriedenstellend, heißt es gleich zu Beginn des Geschäftsberichts. Kein Wunder: Die Prognose für 2018 musste zwei Mal nach unten korrigiert werden. Von den Ursprünglich in Aussicht gestellten 5,5 % bis 7,5 % Wachstum blieben am Ende nur noch 1,9 % übrig.

Geschäftsführung erwartet schwaches Geschäftsjahr 2019

Auch der Start ins neue Geschäftsjahr ist missglückt. »Ich sehe dunkle Wolken für 2019 am Horizont aufziehen«, zeigte sich Firmenchef Olaf Berlien bereits Anfang Januar gegenüber der Augsburger Allgemeinen besorgt. »Die Nachfrage nach Leuchtdioden geht spürbar zurück. Was mir aber für das neue Jahr am meisten Sorgen bereitet, ist die rückläufige Auto-Konjunktur«.

Auch der lahmende Smartphone-Umsatz von Apple und Samsung, der drohende Brexit und der Handelskonflikt zwischen Südkorea und China setzen Osram zu.

300 Arbeitsplätze in Regensburg betroffen

Vor der offiziellen Bekanntgabe der ersten Quartalszahlen für das Geschäftsjahr 2019 am 7. Februar gab der Konzern nun eine Gewinnwarnung heraus. Nach vorläufigen Zahlen liegt der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten bei 828 Millionen Euro und damit rund 15 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Nicht mehr erfasst sind dabei die Umsätze der veräußerten Sylvania Lighting Solutions und des zum Verkauf stehenden europäischen Leuchtengeschäfts.

Zur Sicherung der Jahresprognose habe der Vorstand »eine Reihe von Gegenmaßnahmen insbesondere auch zur Umsatzsteigerung initiiert«, heißt es in der Ad-hoc-Meldung. In besonderem Maße sei davon die Regensburger Business Unit Opto Semiconductors betroffen. Damit dürfte auch die geplante Streichung von 300 Stellen am Standort gemeint sein, über die die Regensburger Nachrichten bereits berichteten.

Gesichert ist die – aus Sicht der Investoren – bereits bescheidene Prognose auch damit nicht. Dafür muss sich der Auftragseingang innerhalb der nächsten Monate spürbar beleben.