800G-Transceiver-Module werden sich laut TrendForce in diesem Jahr zu den Standardmodulen in KI-Rechenzentren entwickeln: Lag ihr Anteil an allen ausgelieferten Modulen 2024 noch bei 19,5 Prozent, so soll er in diesem Jahr auf 60 Prozent steigen.
Ein Treiber dieser Entwicklung ist Google mit ihrer nächsten TPU-Generation »Ironwood«. Sie werden über ein optisches Netzwerk verbunden, das Google »Apollo Optical Circuit Switch« (OCS) nennt. In einer OCS-fähigen Architektur nutzen »Ironwood«-TPUs Kupferverbindungen für kurze Reichweiten. Die Datenübertragung zwischen den Racks übernimmt das rein optische Netzwerk. Deshalb sind KI-Cluster von Anfang an für den Einsatz einer ausreichenden Anzahl von 800G/1,6T-Optikmodulen ausgelegt. TrendForce prognostiziert, dass im Jahr 2026 fast 4 Millionen Google-TPUs ausgeliefert werden. Deshalb werde der Bedarf an optischen 800G+-Modulen voraussichtlich 6 Millionen Einheiten überschreiten.
Ein großer Vorteil der OCS Architektur liegt laut TrendForce in der geringen Leistungsaufnahme. Denn den Kern der Switches bilden MEMS-Mikrospiegel, die direkte Glasfaserverbindungen ermöglichen und wiederholte optisch-elektrisch-optische Umwandlungen vermeiden, die den Stromverbrauch und die Latenz erhöhen. Ein einzelner OCS-Switch verbraucht nur etwa 100 W, im Vergleich zu herkömmlichen Switches bedeutet dies, dass die Stromaufnahme um nicht weniger als 95 Prozent sinkt: Herkömmliche Switches benötigen rund 3.000 W. Darüber hinaus erfordert die Aufrüstung der Bandbreite von 800G auf 1,6T lediglich den Austausch gegen optische Module mit höherer Geschwindigkeit, anstatt das gesamte System neu aufzubauen, was die langfristigen Aufrüstungskosten erheblich senkt.
TrendForce geht davon aus, dass Innolight dank seiner engen Zusammenarbeit mit Google im Bereich Siliziumphotonik und 1,6-T-Plattformen sowie der Zweitlieferant Eoptolink fast 80 Prozent der Bestellungen von Google für optische Module mit mehr als 800G für sich gewinnen werden.
Lumentum spielt unterdessen eine zentrale Rolle bei der Lieferung von OCS-Systemen und MEMS-Komponenten. Die Kapazitätsplanung von Lumentum würde also einen direkten Einfluss auf das Tempo der Einführung von Apollo-OCS-Systemen nehmen.