Puls baut Werk in Tschechien aus

Fertigung in Europa – wichtiger denn je

7. April 2022, 8:00 Uhr | Ralf Higgelke
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Insgesamt kalkuliert der Stromversorgungshersteller Puls für sein Hauptwerk im tschechischen Chomutov bis 2024 ein Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro ein.
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Seinen Fertigungsstandort in Europa baut Puls kontinuierlich aus. Wegen Pandemie, Naturkatastrophen und Strafzöllen hat sich diese Strategie der räumlichen Nähe mehrfach bewährt. Bis 2024 plant das Unternehmen daher, weitere 50 Millionen Euro in sein Werk in Tschechien zu investieren.

Nicht nur in der Produktentwicklung, sondern auch in der Fertigung müssen die Kundenbedürfnisse sowie die Umwelt im Fokus stehen. Dieser Ansicht war der Stromversorgungshersteller Puls schon seit jeher. Daher hat das Unternehmen bereits vor über zwanzig Jahren begonnen, zwei sichere Standbeine für die Versorgung seiner Kunden aufzubauen: eines in Tschechien und ein zweites in China. Im Jahr 2017 kam dann durch den Kauf des deutschen Marktbegleiters Etasyn – jetzt Puls Vario – noch ein weiterer Produktionsstandort in Deutschland hinzu.

Diese Strategie steht im Gegensatz zu den Aktivitäten vieler anderer Unternehmen in den letzten zwanzig Jahren. Eigene Werke in Europa galten als zu teuer und es wurde möglichst viel nach Asien ausgelagert. Bei Puls steht jedoch die sichere Versorgung an oberster Stelle. Deshalb betreibt das Unternehmen seit 1998 ein gleichwertiges Standbein in Europa. Auf Basis dieser vorhandenen Präsenz kann sich das Unternehmen auf den Ausbau der Kapazitäten konzentrieren, um seine Kunden weiterhin zuverlässig beliefern zu können.

Nachhaltige Investition in Europa

Unter den Stromversorgungsherstellern ist solch eine Strategie für Europa nach Aussagen von Puls einzigartig. Wie ernst es das Unternehmen damit ist, zeigt sich auch in den geplanten Investitionen. Insgesamt kalkuliert es für sein Hauptwerk in Chomutov in Tschechien bis 2024 ein Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro ein.

Für 2024 plant das Unternehmen die Eröffnung eines Neubaus mit knapp 20.000 m², sodass sich die Produktionsfläche im Vergleich zum Jahr 2020 verdreifacht. Die Fertigungskapazität von Puls wird somit in Europa etwa doppelt so groß sein wie im chinesischen Werk.

Ein weiterer großer Teil der Investitionen fließt in die Automatisierung und Digitalisierung der Fertigungsprozesse, um die Kostennachteile des europäischen Standorts gegenüber Asien auszugleichen. Gleichzeitig wird das Risiko eines weit entfernten Standortes in Asien reduziert.

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Dadurch, dass in beiden Fabriken, im tschechischen Chomutov und dem chinesischen Suzhou, die gleichen Fertigungsanlagen stehen, lassen sich die Stromversorgungen flexibel an beiden Standorten fertigen.
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Auch für diesen Neubau strebt Puls eine LEED-Zertifizierung in Gold an. LEED steht für Leadership in Energy and Environmental Design und ist ein international anerkanntes, mehrstufiges Zertifizierungssystem für ökologisches Bauen. Das Zertifikat wird gemäß einem detaillierten Kriterienkatalog für Gebäude ausgestellt, bei denen besondere umweltschonende Maßnahmen ergriffen wurden. Im Jahr 2010 wurde das Puls-Werk in Suzhou, China, mit dem LEED Gold Award ausgezeichnet und war damals das fünfte Gebäude in ganz China, das diesen Standard erfüllt hat.

Langfristige Strategie statt kurzfristigem Trend

Diese Investitionen sind Teil einer langfristigen Firmenstrategie, die auf Sicherheit, Verlässlichkeit und fortschrittlicher Technologie basiert. Dazu gehört für Puls nach eigenem Bekunden auch, sich nicht von oberflächlichen, kurzfristigen Trends ablenken zu lassen.

Im Bereich der Fertigung zeigt sich diese Strategie daran, wie das Unternehmen seine beiden Werke in den letzten Jahren immer stärker harmonisiert hat. In beiden Fabriken stehen die gleichen Anlagen und es gelten dieselben Arbeitsprozesse und Standards. So lassen sich die Stromversorgungen flexibel an beiden Standorten fertigen.

Fast alle Produkte werden in beiden Werken parallel produziert. Das ist zwar teurer, gibt aber Sicherheit. Sollte ein Werk im Betrieb eingeschränkt sein oder gar ganz ausfallen, ist durch die Redundanz mit dem zweiten Werk eine Ausfallsicherheit gegeben. In Zeiten der schwierigen Logistik helfen die räumliche Nähe zum Kunden und die kurzen Wege, diesen Störeffekt zu minimieren.

Diese Strategie zum Risikomanagement hat sich beispielsweise während der Covid-19-Pandemie bewährt. Trotz regional hoher Fallzahlen, Lockdowns – erst in China, später in Tschechien – und vorübergehender Werksschließungen blieb Puls durchgehend lieferfähig. Auch bei einem zu erwartenden Auseinanderdriften der großen Wirtschaftsregionen sollte die Produktionspräsenz in jeder Region eine flexible Antwort erlauben.

Fazit

Die Firmenstrategie von Puls soll den Kunden und Mitarbeitern Stabilität und Verlässlichkeit in äußerst unsicheren Zeiten bieten. Damit dies so bleibt, investiert Puls weltweit Zeit und Mittel. Der weitere Ausbau der europäischen Standorte ist ein Schlüsselelement dieser Strategie.


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