Nissan und Renault

Rückzug aus Brennstoffzellen-Autos

18. Juni 2018, 6:29 Uhr | Heinz Arnold
Im Mercedes-Benz GLC F CELL sind Brennstoffzellen- und Batterietechnik kombiniert. Daimler und Ballard haben ihr Joint-Venture in Kanada beendet, Renault und Nissan ziehen sich aus der Brennstoffzellentechnik zurück.
Im Mercedes-Benz GLC F CELL sind Brennstoffzellen- und Batterietechnik kombiniert. Daimler und Ballard haben ihr Joint-Venture in Kanada beendet, Renault und Nissan ziehen sich aus der Brennstoffzellentechnik zurück.
© Mercedes Benz

Aus dem Brennstoffzellen-Auto wird nichts, zumindest bei Nissan und Renault: Beide ziehen sich aus einem Projekt mit Daimler und Ford zurück.

Zusammen wollten die vier Firmen Entwicklungskosten sparen und Standards entwickeln. Nissan und Renault kümmerten sich um die Stacks und die eigentlichen Brennstoffzellen, Daimler wollte die Integration der Systeme übernehmen. Ursprünglich hatten die Partner geplant, ein Brennstoffzellen-Auto zu erschwinglichen Kosten bereits 2017 auf den Markt zu bringen.

Daimler und Ford hatten schon kurz zuvor angekündigt, das von der Entwicklungspartnerschaft mit Nissan und Renault unabhängiges Brennstoffzellen-Joint-Venture »Automotive Fuel Cell Cooperation« in Burnaby/Kanada mit 200 Mitarbeitern aufzugeben.

Nissan und Renault werden voraussichtlich weiter mit Daimler an der Brennstoffzellentechnik für Fahrzeuge forschen. Doch der Schwerpunkt des gemeinsamen Projekts soll sich auf Elektroautos mit Batterieantrieb verschieben.

Offenbar wollen sich Renault Nissan und Mitshubishi auf Elektroautos mit Batterien konzentrieren. Zur Erinnerung:  Renault ist zu 43 Prozent an Nissan beteiligt, die umgekehrt einen nicht stimmberechtigten Anteil von 15 Prozent an Renault hält. Zur Partnerschaft gehört auch Mitsubishi. Die drei haben sich zum Ziel gesetzt, im Jahr 2022 14 Millionen Fahrzeuge davon zu verkaufen, davon 30 Prozent elektrisch angetrieben. Sie entwickeln dazu eine gemeinsame E-Auto-Plattform und wollen auf dieser Basis bis 2022 zwölf neue E-Modelle auf den Markt bringen.

Wer weiterhin auf Brennstoffzellen setzt

Führender Hersteller von Brennstoffzellen-Autos ist Toyota, die den Mirai bereits in Japan und den USA anbietet. Ab 2020 will das Unternehmen 30.000 dieser Autos verkaufen.

Toyota hatte kürzlich angekündigt, in ihrem Werk in Toyoda eine Fertigungslinie für Brennstoffzellen in einem eigenen Gebäude aufzubauen. Sie soll 2020 die Produktion aufnehmen. Gegenüber heute will Toyota die Kosten für die Brennstoffzellensysteme, die in der nächsten Generation Einsatz finden, um mindestens die Hälfte senken.
 
Toyota arbeitet auf dem Sektor der Brennstoffzellen auch mit BMW und General Motors zusammen. Im Rahmen dieser Partnerschaft wollen beide Unternehmen in den USA gemeinsam Schlüsselkomponenten für Brennstoffzellen bis 2020 entwickeln.

Auch die zu VW gehörende Audi setzt weiterhin auf Brennstoffzellen und die Wasserstofftechnik. Anfang Juni hatte Audi das HyMotion-Programm mit Ballard Power Systems bis in Jahr 2022 verlängert, zwischen 63 und 100 Mio. Dollar sollen zusätzlich aufgewendet werden. Ballard wird sich auf die Entwicklung der Brennstoffzellen-Stacks der nächsten Generation konzentrieren, Audi will auf dieser Basis eine Kleinserie auf den bringen. Den ursprünglichen Vertrag hatte VW mit Ballard 2013 geschlossen, Audi übernahm 2016.

Derzeit befinden sich die Brennstoffzellen gegenüber Batterien immer noch in einem frühen Entwicklungsstadium und sind noch weit von der Produktion in hohen Stückzahlen zu erschwinglichen Kosten entfernt. Zudem fehlt es an Wasserstofftankstellen, eine Infrastruktur ist bisher kaum vorhanden, auch wenn in verschiedenen Ländern immer wieder Bemühungen unternommen werden, ein Netz von Wasserstofftankstellen aufzubauen.  

 


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