Plattform für E-Autos

Renault, Nissan und Mitsubishi sparen 30 % Entwicklungskosten

25. Mai 2018, 7:55 Uhr | Heinz Arnold
Den Keynote-Part für die Automobilindustrie auf der CES 2017 übernahm Carlos Ghosn, in Personalunion Chef von Renault und Nissan.
Carlos Ghosn setzt auf eine gemeinsame Plattform für die Entwicklung von E-Autos: So können Renault, Nissan und Mitsubishi Kosten sparen.
© CES/NIssan

Renault, Nissan Motor und Mitsubishi Motors wollen eine Plattform aufbauen, um gemeinsam E-Autos zu entwickeln. Das soll 30 % Kosten sparen.

Ab 2020 soll die Plattform stehen und dann als Ausgangspunkt dienen, um Mittelklassemodelle zu entwickeln, zu der etwa der SUV vom Typ Qashqai von Nissan gehört. Laut Nikkei Asian Review sollen von 2020 bis 2025 rund 2 Mio. Modelle – vor allem SUVs – verkauft werden, die aus der Plattform hervorgegangen sind. Jeder der Partner hofft, durch die gemeinsame Plattform künftig zwischen 20 und 30 Prozent der Entwicklungskosten zu sparen, die für jeden einzelnen anfallen würden, ginge er allein vor.  Bis 2022 will die Gruppe 12 neue E-Auto-Modelle auf den Markt bringen.

Der weltweite Markt für elektrische Fahrzeuge soll sich laut IHS Markit zwischen 2017 und 2025 auf 5,57 Mio. Einheiten versiebenfachen. 2030 sollen 8,43 Mio. E-Autos verkauft werden.

2017 hatten die drei Hersteller 91.000 E-Autos verkauft, 11 Prozent mehr als 2016. Zu den E-Autos gehören der »Leaf« von Nissan und »Zoe« von Renault.

Die Allianz war 1999 entstanden, als Renault – an der der französische Staat 15,01 Prozent hält –  die strauchelnde Nissan mit 5,4 Mrd. Dollar unterstützte. Renault hält jetzt 43,4 Prozent der Anteile an Nissan, die umgekehrt mit 15 Prozent an Renault beteiligt ist. Die Unternehmen haben bereits Plattformen für die Entwicklung von Autos mit konventionellen Motoren aufgebaut und über ein gemeinsames Vorgehen in den Bereichen Fertigungstechnik, Logistik, Beschaffung und HR Kosten gespart. Dies war so erfolgreich, dass nun auch die Sektoren Qualitätskontrolle, Customer Relations und After-Market-Services vereinheitlicht werden sollen.

Aufsichtsratsvorsitzender aller drei Unternehmen ist Carlos Ghosn. Er befürwortet eine noch engeren Zusammenarbeit und erklärte schon vor einige Zeit, dass auch ein Merger zwischen Renault und Nissan nicht ausgeschlossen sei.

Erst im April war Mitsubishi zur Allianz hinzu gestoßen. 2016 hatte Nissan 2,17 Mrd. Dollar in das angeschlagene Unternehmen investiert und hält jetzt einen Anteil von 34 Prozent.

Auch andere Hersteller versuchen, die enormen Entwicklungskosten für neue Autos über gemeinsame Plattformen auf mehreren Schultern zu verteilen. So arbeiten beispielsweise Toyota Motor, Mazda Motor und Denso in einem Joint-Venture zusammen, das neue E-Autos entwickelt.

 


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