Die Embedded World Conference 2026 widmet eingebetteter Medizintechnik einen eigenen Vortragsblock am 11. März: Schwerpunkte sind die chirurgische Konnektivität via MIPI A-PHY SerDes, medizinische EMV-Konformität und die regulatorischen Anforderungen an die Langzeitunterstützung von Medizingeräten.
Vom 10. bis 12. März 2026 findet in Nürnberg die 24. Embedded World statt, die neben der Messe auch ein vielfältiges Konferenzprogramm zu rund um die Embedded-Technologien und -Entwicklung bietet. Am zweiten Konferenztag bündelt das Programm gleich mehrere Vorträge mit direktem Medizintechnik-Bezug.
| Embedded Medical Applications - Raum OSLO | |
|---|---|
| 10 Uhr | Sustaining Medical Devices: The Long-Term Support Imperative Pierre Lecomte | Witekio |
| 10:30 Uhr | Confronting the Connectivity Challenge in Endoscopic and Robotic Surgeries Effi Goldstein | Valens Semiconductor |
| 11 Uhr | Design Review of Embedded Medical Sensor & Camera Platform with Emphasis on Medical EMC Solutions Ozan Günaydin | Brainlab/Snke OS |
| 11:30 Uhr | Q & A (15 Minuten) |
Langzeitunterstützung als regulatorische Pflicht
Den Auftakt macht um 10:00 Uhr der Vortrag »Sustaining Medical Devices: The Long-Term Support Imperative« von Pierre Lecomte von Witekio. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Hersteller die Langzeitunterstützung und Wartbarkeit eingebetteter Medizingeräte über den gesamten Lebenszyklus sicherstellen können – ein Thema, das unter dem EU MDR und den damit verbundenen Post-Market-Surveillance-Anforderungen zunehmend an Brisanz gewinnt.
Konnektivität im Operationssaal
Direkt im Anschluss startet ab 10:30 Uhr die Session »Use Cases for Embedded – Medical Applications«. Effi Goldstein von Valens Semiconductor zeigt in »Confronting the Connectivity Challenge in Endoscopic and Robotic Surgeries«, wie die SerDes-Schnittstelle MIPI A-PHY die Übertragung hochauflösender Bilddaten über lange, flexible Kabelstrecken in Endoskopen und chirurgischen Robotern ermöglicht – bei minimierten Kabeldurchmessern und hoher Signalintegrität auch in EMV-kritischen Umgebungen.
EMV-Design für zugelassene Medizingeräte
Von 11:00 bis 11:30 Uhr folgt in derselben Session der Vortrag »Design Review of Embedded Medical Sensor & Camera Platform with Emphasis on Medical EMC Solutions« von Ozan Günaydin von Brainlab bzw. der Ausgründung Snke. Der Vortrag beleuchtet das konkrete Hardware-Design einer eingebetteten Sensor- und Kameraplattform für medizinische Anwendungen und legt dabei besonderen Fokus auf EMV-Maßnahmen gemäß medizinischer Normen – ein praxisnaher Beitrag für Entwickler, die Geräte durch den Zulassungsprozess bringen müssen.
Ergänzend dazu adressiert am 10. März die dedizierte MIPI-Session (16:00 bis 17:30 Uhr) Hardware-Design-Grundlagen zu MIPI I3C und der neuen Audioschnittstelle MIPI SWI3S – letztere mit ihrem niedrigen Stromverbrauch und reduzierter EMI zunehmend interessant für medizinische Wearables und ambulante Monitoring-Geräte.
Alle Vorträge werden auf Englisch gehalten.
Das vollständige Konferenzprogramm ist auf der Website der embedded world verfügbar.