Photon-Counting-CT, Multiposition-Weltpremiere und 25 Hands-on-Workshops: Canon Medical setzt auf dem Europäischen Radiologenkongress in Wien auf Detektorphysik und klinische Präzision – KI ist nicht die Botschaft, sie ist wie selbstverständlich eingebaut.
Canon Medical war im u.a. Untergeschoss des Austria Center Vienna zu finden – in unmittelbarer Nähe zum Siemens AI Theatre, was den Kontrast kaum deutlicher hätte setzen können: dort die Bühne, hier die Werkstatt. Denn Canon brachte nach Wien eine dezidiert technologische Agenda, bei der Bildqualität, Detektorphysik und klinische Präzision im Vordergrund standen – und KI als selbstverständliches Werkzeug eingesetzt wurde, nicht als Hauptversprechen.
Für die Computertomographie ist Canons Photon-Counting-CT mit CZT-Detektor das technologische Herzstück ist – also mit Zink angereichtertes Cadmiumtellurid. Dass Canon damit klinisch liefert, belegte eine aktuelle Studie im wissenschaftlichen ECR-Programm: CZT-basierte Photon-Counting-CT ist konventionellen Systemen bei der Lungenkrebs-Früherkennung in Bildqualität und Radiomics-Reproduzierbarkeit überlegen. Das begleitende Symposium »The Next Level of Diagnostic Quality in Photon Counting and Area Detector CT: AI, Spectral, and UHR« unter Leitung von Prof. Matthias Prokop vertiefte das Thema mit internationalen Experten.
Ergänzt wird das CT-Portfolio durch ein Multiposition-CT, welches in Wien Weltpremiere feierte und flexible Patientenpositionierungen ermöglicht, die mit konventionellen Systemen nicht realisierbar wären. Im Ultraschall setzte Canon einen eigenen Schwerpunkt auf CEUS (Contrast-Enhanced Ultrasound): In einem Symposium unter Moderation von Prof. Adrian Lim (London) präsentierten Prof. Thomas Fischer (Berlin) und Prof. Maija Radzina (Riga) klinische Daten zur kontrastverstärkten Sonografie – eine Modalität, die in der Leberdiagnostik und Läsionscharakterisierung zunehmend MRT-Untersuchungen ersetzen kann.
Über 25 Hands-on-Workshops der Canon Medical Academy – direkt am Eingang des Austria Center Vienna – boten Radiologen und Radiologietechnologen die Möglichkeit, Geräte nicht nur zu besichtigen, sondern aktiv zu bedienen. Reale klinische Fälle, Live-Demonstrationen, praktische Tipps von erfahrenen Anwendern: ein Wissensansatz, der auf dem ECR 2026 in dieser Konsequenz seines gleichen suchte.
Was Canon Medical in Wien von den anderen Herstellern unterscheidet, ist eine gewisse Nüchternheit in der Kommunikation. KI ist bei Canon selbstverständlich eingebaut – die Deep-Learning-Rekonstruktion AiCE (Advanced intelligent Clear-IQ Engine) arbeitet im Hintergrund und liefert rauscharme, hochauflösende Bilder aus den Rohdaten – aber sie wird nicht zur Leitbotschaft erhoben. Der japanische Hersteller stellt die Technologie in den Mittelpunkt: den Detektor, die Physik, die Bildqualität. Die Haltung dahinter ist unausgesprochen, aber spürbar: Wer gute Rohdaten hat, muss KI nicht erklären – sie liefert einfach.