Infineon Technologies

Neue Anwendungen für die Aurix-Familien

11. Februar 2019, 11:44 Uhr | Iris Stroh

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Status quo der zweiten Aurix-Generation

Was ist das Erfolgsrezept?

Es ist eine Kombination aus verschiedenen Features, die einzeln vielleicht nicht ausgereicht hätten, aber in der Kombination den Erfolg begründen. Zum einen ist jede Aurix-Generation hochskalierbar. In der ersten Generation basiert der kleinste Baustein auf einem Single-Core und verfügt über 512 MB Speicher, der größte ist mit 300 MHz getaktet und verfügt über 8 MByte. In der zweiten Generation kommt der kleinste Baustein auf 1 MByte Flash, der Single-Core arbeitet mit 160 MHz, das High-End-Produkt verfügt über 6 Cores mit 300 MHz und 16 MB Flash – und dazwischen gibt es noch viele Varianten. Die Skalierbarkeit ist für Kunden wichtig, die mehrere Applikationen mit ein und derselben Familie abdecken wollen. Denn damit ist ein Software-Reuse möglich, und zwar nicht nur bei den Low-Level-Treibern, sondern auch bei den Algorithmen, die entwickelt wurden. Dank des Software-Reuse können unsere Kunden viel Zeit und Geld sparen.

Aber der Tricore wurde im Laufe der Zeit ja weiterentwickelt…

Ja, selbstverständlich. Wir haben dabei jedoch darauf geachtet, dass die Prozessorkerne kompatibel zur Vorgängergeneration sind.

Skalierbarkeit ist das eine Thema, was noch?

Ein weiteres wichtiges Thema ist die funktionale Sicherheit. Viele Kunden entwickeln Systeme, die ASIL B, C oder D unterstützen müssen. Mit Aurix lassen sich Systeme realisieren, die höchsten Anforderungen, sprich ASIL D, genügen.

Das Schöne an Aurix: Jede Generation hat ein identisches Sicherheitskonzept. Also sind auch hier Einsparungen beim Kunden möglich. Hat er die Sicherheitsmechanismen eines Controllers gelernt, kann er das Wissen jedes Mal wiederverwenden – und zwar bei allen Controllern.

Als letzten wichtigen Vorteil von Aurix möchte ich noch auf die Security verweisen. In der zweiten Generation von Aurix ist in jedem Controller ein HSM implementiert, egal ob es sich um einen Low-End- oder High-End-Baustein handelt.

Das sind unserer Meinung nach die Features, die in der Kombination unseren Erfolg begründen, plus natürlich die Qualität, über die wir schon gesprochen haben, und die hohe Rechenleistung.

Dementsprechend werden die Aurix-Controller der ersten und zweiten Generation neben dem Antriebsstrang auch beispielsweise im Inverter oder Batterie-Management von Elektroautos eingesetzt. Und wie bereits gesagt in Safety- und ADAS-Anwendungen wie etwa Airbag, Federung oder Bremse sowie Funktionen wie Radar, Sensorfusion oder als Domänen-Controller.

Sensorfusion, bis zu welchem Automatisierungsgrad?

Bis Level 2 kann Aurix in der zweiten Generation die Sensorfusion wie schon erwähnt komplett abdecken. Geht es um Sensorfusion für Level 3 oder höher, dann reicht der Aurix als alleiniger Controller von der Rechenleistung her nicht aus. Da gibt es die bekannten Prozessorhersteller, die das abdecken. Aber auch hier spielen wir mit, denn wir arbeiten beispielsweise mit Intel und Nvidia und auch anderen zusammen, so dass die verschiedenen Plattformen problemlos mit den Aurix-Controllern kommunizieren können. Ein Beispiel ist das zFAS von Audi, bei dem ja schon gezeigt wurde, wie so ein System implementiert werden kann. Beim zFAS übernimmt der Aurix verschiedene Aufgaben, angefangen bei einfachen House-Keeping-Funktionen, bis hin zu umfangreichen Berechnungen für die Entscheidungsfindung. Auch hier kommen die Vorteile von Aurix zum Tragen: safe und secure, plus eine vernünftige Rechenleistung, so dass das Gesamtsystem auf hohe Sicherheitslevel gebracht werden kann.

Wie sieht es mit dem Infotainment-Bereich aus?

Unsere Controller werden beispielsweise auch im Body-Control-Modul oder als Gateway-Controller eingesetzt. Wenn es um Telematik-Anwendungen geht, dann übernehmen unsere Controller Safety-, Security- oder Connectivity-Funktionen, also alles, was die Telematik-Prozessoren nicht abdecken können. Das Gleiche gilt für den Infotainment-Bereich. In diesen Anwendungen fungieren unsere Aurix-Komponenten also als Co-Prozessor.

Wie sieht der Status-quo bei der zweiten Generation Aurix aus?

Wir haben Ende letzten Jahres das erste Produkt der zweiten Aurix-Generation qualifiziert und mittlerweile die Produktion gestartet. In diesem Quartal werden wir den 500-millionsten 32-bit-Controller in die Automobilindustrie liefern – als Summe aus Aurix und seinen Vorgängern. Dazu kommen noch unsere 16-Biter, so dass wir inzwischen deutlich über eine Milliarde Controller in den Automotive-Bereich geliefert haben. Wir gehen davon aus, dass die ausgelieferten Stückzahlen in Zukunft mit der zweiten Aurix-Generation noch deutlich schneller steigen, da wir jetzt viel mehr Anwendungsbereiche adressieren.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

  1. Neue Anwendungen für die Aurix-Familien
  2. Status quo der zweiten Aurix-Generation
  3. KI im Automotive-Markt

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

INFINEON Technologies AG Neubiberg