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Nach Feuer in der Fab

Renesas fertigt Auto-Chips für AKM

27. Januar 2021, 08:52 Uhr   |  Heinz Arnold

Renesas fertigt Auto-Chips für AKM
© Renesas

Die Fab von Renesas in Naka bei Tokio.

Renesas übernimmt die Fertigung der ICs für TCXOs von AKM, die in Autos Einsatz finden. Die Fab von AKM hatte ein Feuer im Oktober 2020 zerstört.

Wie Nikkei Asia berichtet, wird Renesas die Chips von AKM (Asahi Kasei Microdevices) in ihrer 300-mm-Fab in Naka nordöstlich von Tokio produzieren. Diese Chips finden in temperaturkompensierten Oszillatoren (TCXOs) Einsatz, die auch in Autos verwendet werden. Damit soll die angespannte Versorgungssituation zumindest für die Abnehmer dieser Chips in der Automobilindustrie gelindert werden, nachdem ein Großfeuer die Fab von AKM zerstört hatte

Überall, wo es auf genaue Zeitsignale ankommt, sind TCXOs zu finden. Unter anderem gehört Toyota Motor zu den Kunden von AKM. Weil die Schäden durch das Großfeuer in der Fab von AKM so groß sind, dass der Wiederaufbau sehr lange dauern wird, versucht AKM die Produktion an Drittfirmen auszulagern, um so den Bedarf aus der Automotive-Industrie decken zu können. Laut Nikkei Asia hat Renesas bereits erste Samples der in der Fab in Naka gefertigten ICs zu Testzwecken ausgeliefert. Die Fertigung in Stückzahlen könnte im Frühling starten.

AKM beliefert einen Großteil der Hersteller von TCXOs mit diesen ICs, der Marktanteil des Unternehmens soll bei bis zu 80 Prozent in diesem Bereich liegen. Deshalb herrschte Entsetzen unter den Abnehmern dieser Chips, als der Brand und die Auswirkungen im vergangenen Jahr langsam klar wurden. Weil AKM die Chips ausschließlich in der durch das Feuer zerstörten Fab gefertigt hatte, hat das Unternehmen selber aber auch Zulieferer von Toyota Motors größere Mengen auf Lager gelegt. Deshalb waren bisher offenbar genügend dieser Chips für die Automobilproduktion vorhanden.

Allerdings sind derzeit viele Chips, darunter Controller und Leistungshalbleiter, für den Einsatz in Autos knapp und die Automobilhersteller sind deshalb gezwungen, die Produktion zu drosseln und teilweise ganz zu stoppen. Analysten gehen davon aus, dass im ersten Halbjahr 1,5 Millionen Autos weniger als ursprünglich geplant gefertigt werden, weil die ICs fehlen.

So angespannt ist die Lage, dass sogar schon die Regierungen von Ländern wie USA, Deutschland und Japan mit der Regierung von Taiwan Kontakt aufgenommen haben. Damit soll die Regierung von Taiwan dazu bewegt werden, Druck auf die Foundries im Lande auszuüben, damit sie mehr Chips für den Einsatz in Autos produzieren. Kürzlich hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier einen Brief an seine Kollegin in Taiwan geschrieben, in dem er auf die missliche Lage der deutschen Automobilindustrie hinwies und um Unterstützung bat.  

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