Schwerpunkte

Verstärkter Ausbau der Elektromobilität

Autohersteller investieren aktuell in Lade- und Batterieprojekte

20. Januar 2020, 10:10 Uhr   |  Ute Häußler

Autohersteller investieren aktuell in Lade- und Batterieprojekte
© Markus Spiske on Unsplash

Die Hersteller rüsten massiv auf Elektromobilität um, sie investieren und kooperieren.

Die Transformation der Branche ist in vollem Gange: Fast täglich kündigen Autohersteller neue Investitionen in die Elektromobilität, Batterie- und Ladetchnik sowie Kooperationen an. BMW, VW, Ford, Fiat Chrysler sowie Sono Motors melden Joint-Ventures, erreichte Finanzziele und Werksumrüstungen.

VW will sich an chinesischem Batteriehersteller für Elektroautos beteiligen

Der chinesische Batteriehersteller Guoxuan hat bestätigt, dass er sich in Verhandlungen mit Volkswagen befindet. Die beiden Konzerne streben eine strategische Partnerschaft an, die sowohl eine technologische Zusammenarbeit zum Ziel hat, als auch produkt- und kapitalbezogenen sein soll. Volkswagen will 20% an Guoxuan übernehmen und damit zweitgrößter Anteilseigner werden. Der chinesische Automobilmarkt ist für VW sehr wichtig, der Konzern will mit seinen Joint-Venture-Partnern 2020 mehr als vier Milliarden Euro in China investieren. Mit 40 Prozent der Summe soll insbesondere der Ausbau der Elektromobilität im Fokus stehen. VW plant bis 2025 mindestens 1,5 Millionen Elektroautos in China zu verkaufen.

Fiat Chrysler will mit iPhone-Zulieferer Elektroautos in China bauen

Fiat Chrysler (FCA) plant ein Joint Venture mit Hon Hai, der Muttergesellschaft des iPhone-Zulieferes Foxconn. Die Kooperation will in China Elektroautos und vernetzte Fahrzeuge für den chinesischen Markt bauen. FCA sagte, dass dieses 50-50-Joint Venture die »Fähigkeiten von zwei etablierten, weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Automobil-Design, Konstruktion und Fertigung sowie mobile Softwaretechnologie zusammenzuführt«. Das multinationale Unternehmen will sich damit verstärkt in der Elektromobilität positionieren und Fuß auf dem asiatischem Markt fassen. Die Verhandlungen sollen in wenigen Monaten abgeschlossen werden. Der Partner Foxconn hat desweiteren auch in den chinesischen Batteriegiganten CATL und eine Vielzahl anderer, meist chinesischer Start-ups in den Bereich Verkehrstechnik investiert.

Münchner Start-up Sono Motors erreicht Investitionsziel für Solar-Stromer

Das Ziel ist klar: Das Start-Up Sono Motors will mit seinem Elektroauto Sion ein nachhaltiges Elektroauto auf den Markt bringen, welches auch für Normalverdienende leistbar ist. Der Kleinwagen ist auf 250 Kilometer Reichweite ausgelegt, welche mit integrierten Solarzellen um 34 Kilometer erhöht werden kann. Jetzt wurden via Crowdfunding 50 Millionen Euro gesammelt. Doch das reicht nicht, um auf den Markt zu kommen: Weitere 205 Millionen Euro sollen mithilfe zusätzlicher Investoren und durch den Handel mit CO2-Zertifikaten eingenommen werden. Der 5-Türer mit 120-kW-Motor produziert selbst Strom, kann mit 10 kW-Wechselstrom oder 50 kW-Gleichstrom geladen werden und besitzt auch einen Stromausgang. Die Produktion soll voraussichtlich im Herbst 2021 im ehemaligen Saab-Werk in Schweden starten.

BWM rüstet Stammwerk in München für Elektroproduktion des i4

Im Sommer 2020 wird BMW sein Stammwerk im Münchner Norden für sechs Wochen schließen. Es soll in dieser Zeit für die Produktion des rein elektrischen BMW i4 umgerüstet werden. Die 6000 betroffenen Mitarbeiter machen Urlaub, während mehr als 1000 Roboter im Karosseriebau und in der Montage installiert werden. Das Premium-Coupé i4 wird nach Angaben von BMW 2021 in Serie gehen und soll in München zukünftig gemeinsam mit Verbrennern und Hybridfahrzeugen vom Band gehen. Die Elektromotoren des i4 kommen aus dem BMW-Werk im bayerischen Dingolfing. Der Münchner Werksumbau ist Teil des Unternehmensziels, bis 2025 ein Drittel aller verkauften BMWs mit Elektroantrieb auszustatten.

Ford investiert in seinem spanisches Hybrid-Werk in Batteriemontage

42 Millionen Euro investiert Ford in sein Werk im spanischen Valencia, allein 24 Millionen entfallen dabei auf zwei neue Linien für die Montage vom Lithium-Ionen-Batterien in den Modellen Kuga, S-Max und Galaxy. Außerdem wird das Werk fit für die Hybrid-Produktion gemacht. Ab 2021 sollen dort die Hybrid-Autos S-Max Hybrid und Galaxy Hybrid vom Band laufen, die elektrifizierten Modelle werden gemeinsam mit Modellen mit konventionellem Antrieb produziert. Den Antrieb übernimmt ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor, der in einer leistungsverzweigten Hybrid-Architektur mit einem Elektroantrieb zusammenarbeitet und eine elektrische Leistung bis zu 27 kW aufweist. Eine wassergekühlte Lithium-Ionen-Batterie im Fahrzeugunterboden dient als Energiespeicher.

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