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Produktionsnetzwerk der Zukunft

19. November 2020, 13:10 Uhr   |  Gerhard Stelzer

Produktionsnetzwerk der Zukunft
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Die neue elektromobilitätstaugliche Fahrzeugmontage im Stammwerk München kostet die BMW Group 400 Mio. Euro. Dafür muss das Motorenwerk für Verbrennungsmotoren weichen.

Die BMW Group beschleunigt ihren Umbau in Richtung Elektromobilität. So investiert das Unternehmen 400 Mio. Euro in eine neue Fahrzeugmontage im Stammwerk München und verlagert ihre europäische Fertigung für Verbrennungsmotoren an bestehende Standorte in Österreich und Großbritannien.

Die BMW Group mit Sitz in München beschleunigt ihren Umstieg in Richtung Elektromobilität und stärkt ihr weltweites Produktionsnetzwerk für die Fertigung elektrifizierter Fahrzeuge. So investiert das Unternehmen 400 Mio. Euro in eine neue Fahrzeugmontage für das Stammwerk München und bündelt ihre europäische Fertigung für Verbrennungsmotoren an den Standorten Steyr (Österreich) und Hams Hall (Großbritannien). »Wir setzen unsere Elektrifizierungsstrategie konsequent um. Bis Ende 2022 wird jedes unserer deutschen Werke mindestens ein vollelektrisches Fahrzeug produzieren«, erklärt Milan Nedeljković, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Produktion.

Die BMW Group besitzt eines der weltweit flexibelsten Produktionssysteme der Automobilindustrie. »Wir sind in der Lage, sowohl Fahrzeuge mit Verbrennungs- als auch Elektroantrieben auf einer Linie zu fertigen und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren«, erläutert Milan Nedeljković. »Das ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.« Der 51-jährige Nedeljković verantwortet seit gut einem Jahr das Produktionsressort. »In der Covid-19-Krise haben wir bewiesen, dass wir selbst auf hochvolatile Marktentwicklungen schnell und effektiv reagieren und gleichzeitig unsere Kostenstruktur nachhaltig verbessern können«, betont der Produktionsvorstand: »Mit den bereits dieses Jahr erzielten Fortschritten werden wir bis Ende kommenden Jahres unsere Fixkosten um rund eine halbe Milliarde Euro reduzieren.«

Neubau der Fahrzeugmontage im Werk München

Milan Nedeljković, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Produktion: »Wir setzen unsere Elektrifizierungsstrategie konsequent um. Bis Ende 2022 wird jedes unserer deutschen Werke mindestens ein vollelektrisches Fahrzeug produzieren.«
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Milan Nedeljković, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Produktion: »Wir setzen unsere Elektrifizierungsstrategie konsequent um. Bis Ende 2022 wird jedes unserer deutschen Werke mindestens ein vollelektrisches Fahrzeug produzieren.«

Die BMW Group setzt die Zukunftsausrichtung ihres Stammwerks in München fort. Nach der Erweiterung des Karosseriebaus und dem Neubau einer ressourcenschonenden Lackiererei in den Jahren 2016 bis 2018 investiert das Unternehmen nun bis 2026 rund 400 Mio. Euro in eine neue Fahrzeugmontage. »Wir entwickeln das Werk München kontinuierlich weiter in Richtung Elektromobilität und schaffen dafür effiziente und wettbewerbsfähige Produktionsstrukturen«, sagt Nedeljković. »Diese Entscheidung ist ein starkes Bekenntnis zum Standort München.«

Manfred Schoch, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Euro- und Gesamtbetriebsrats der BMW AG: »Mit der Entscheidung, im fast 100 Jahre alten Werk München eine neue Montage zu bauen, zeigen wir, dass Transformation, wenn man sie strategisch und mutig angeht, Industriearbeitsplätze auch inmitten einer Großstadt sichern und ausbauen kann. Diese Entscheidung ist ein Vorbild für eine gelungen gestaltete Transformation in der deutschen Industrie.«

Die zukünftige Montage und ihre Fertigungsprozesse werden ausgelegt für eine neue Cluster-Architektur, die auf elektrische Antriebe ausgerichtet ist. Nedeljković: »Diese Architektur wird ab Mitte des Jahrzehnts zum Einsatz kommen. Sie wird erstmals in unserem zukünftigen Werk im ungarischen Debrecen anlaufen und anschließend Schritt für Schritt im weltweiten Produktionsnetzwerk ausgerollt.«

Keine Verbrennungsmotoren mehr aus München

Die neue Münchner Montage entsteht auf der Fläche des heutigen Motorenbaus. Die dort gefertigten Verbrennungsmotoren mit vier, sechs, acht und zwölf Zylindern werden zukünftig an den Standorten im österreichischen Steyr und im britischen Hams Hall produziert. »Mit dem Umbau unseres Motorenbaunetzwerkes agieren wir strategisch und mit Weitblick. Zudem erhöhen wir unsere Effizienz und lasten unsere Kapazitäten optimal aus«, ist Nedeljković überzeugt.

Die Verlagerung des Münchner Motorenbaus erfolgt schrittweise bis spätestens 2024. Die Mitarbeiter werden künftig in anderen Planungs- und Fertigungsbereichen am Standort München oder an weiteren bayerischen Standorten tätig sein. So baut das Unternehmen allein das Kompetenzzentrum E-Antriebsproduktion in Dingolfing von derzeit 1.000 auf bis zu 2.000 Mitarbeiter aus. »Die Transformation unserer Werke und die Zukunftssicherung von Beschäftigung gehen Hand in Hand«, betont Ilka Horstmeier, Personalvorständin der BMW AG, mit Blick auf den bevorstehenden Strukturwandel des Motorenbaus. »Wir werden hier in München erneut beweisen, dass die BMW-Belegschaft Wandel kann. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden wir auf diesem Weg intensiv begleiten und qualifizieren.« Seit 2009 bildeten sich mehr als 50.000 Menschen bei der BMW Group für die Elektromobilität weiter.

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2. Transformation, Effizienz, Nachhaltigkeit

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