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Unfallschutz für Motorradfahrer

Sicherheitsfunktionen wie im Auto

07. Dezember 2020, 14:30 Uhr   |  Ute Häußler

Sicherheitsfunktionen wie im Auto
© RideVision

Das umfassende Sicherheitspaket für Motorradfahrer soll Leben retten - mit Abstandswarner, Überholassistent, Toter-Winkel-Check und Künstlicher Intelligenz.

Ein umfassendes Warnsystem für Motorräder soll Motorrahrer vor Unfällen schützen. Abstandswarner, Überholassistent, Toter-Winkel-Check und LED-Warnleuchten geben Zweiradfahrern mit zwei Weitwinkel-HD-Kameras und KI-Unterstützung Sicherheit, die es bisher nur im Auto gab.

Motorräder sind für 28 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle weltweit verantwortlich, die Nutzung hat sich durch die Corona-Pandemie noch einmal gesteigert. Mehr  Fahrten bedeuten mehr potenzielle Unfälle, die statistisch für Motorradfahrer meist schlechter ausgehen als Unfälle für Autofahrer. Das israelische Startup RideVision will mit seiner Technologie und dem umfassenden Sicherheitspaket für Motorradfahrer dazu beitragen, dass die Fahrer ihre Umgebung besser wahrnehmen und die Zahl der Unfälle verringern. In einer Risikokapitalrunde sammelte das Unternehmen dafür gerade weitere 7 Millionen Dollar ein.

RideVision verwendet eine Kombination aus Bilderkennungs- und KI-Technologien, um Motorradfahrer vor gefahren zu warnen. Die nach Unternehmensangaben erste Mensch-Maschine-Warnschnittstelle (HMI) ihrer Art hilft Kradfahrern via Algorithmen, vorauschauender zu fahren und in kritischen Situationen hoffentlich schneller lebensrettende Entscheidungen treffen zu können. Die Hardware umfasst zwei Weitwinkelkameras, die sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite des Krads angebracht sind, aufmerksamkeitsstarke LED-Warnanzeigen an den Spiegeln und einen integrierten Mini-Rechner mit KI-Funktionen.

Funktionale Sicherheit wie im Auto

360° Sicherheit: Die Fahrer werden über die LED-Leuchten an den Spiegeln vor Kollisionen, zu geringem Abstand, Gefahren im toten Winkel und bei gefährlichen Überholvorgänge gewarnt. Diese wertvollen Sekunden sollen laut dem Startup den Unterschied zwischen einem Unfall und der sicheren Ankunft am Zielort ausmachen. Die Abstandswarnung stellt sicher, dass die Fahrer unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit einen Sicherheitsabstand zu dem vor ihnen fahrenden Fahrzeug einhalten, während Kollisionswarnungen den Straßenzustand, die Zeit bis zum Aufprall und die Fahrzeuggeschwindigkeit berücksichtigen.

Aufzeichnung von Fahrtdaten: Über eine App können Motorradfahrer ihre Fahrten einsehen sowie Berichte enthalten, die den Abstand, Warnungen und Daten zur Höchstgeschwindigkeit beinhalten. Diese Daten können für den persönlichen Gebrauch exportiert werden, z. B. für Berechnungen des Kraftstoffverbrauchs oder zur Senkung von Versicherungstarifen. Die Daten werden auf dem mobilen Gerät des Fahrers gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben.

Auf der Roadmap der Technologieplattform stehen baldige Upgrades mit neuen Sicherheitswarnungen und Funktionen wie Notruf (eCall) nach einem Unfall, Vorwärts- und Rückwärtskollisionswarnungen und Fahrer-Videos mit eingebetteten Statistiken zur Weitergabe an Freunde.

Promintenter Aufsichtrat zum Verkaufsstart

Dem Aufsichtsrat von Ride Vision gehören eine Reihe von Veteranen der Automobilindustrie an, darunter der Continental Head of Advanced Engineering ADAS Christian Weber, der ehemalige BMW-Motorrad Executive VP of Motorcycle Engineering, Prof. Karl Viktor Schaller, und der CEO von Energica Motor Company S.p.A., Livia Cevolini. Das Sicherheitssystem von RideVision wird ab Frühjahr 2021 in den meisten europäischen Ländern angeboten, ebenso wie in den USA, Lateinamerika und Asien.

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