Zweite Generation der Spiegelkameras

Mercedes-Benz Trucks entwickelt MirrorCam weiter

5. Mai 2022, 11:13 Uhr | Irina Hübner
Der Kamaraarm ragt nicht weiter über die Fahzeugkontur hinaus als der für den Fahrer gut sichtbare Rampenspiegel.
© Mercedes-Benz Trucks

Mercedes-Benz Trucks hat der MirrorCam ein erstes Update verpasst: Mit der seit April 2022 in den Actros- und Arocs-Baureihen wie auch im eActros verfügbaren zweiten Generation hat das Unternehmen das Spiegel-Kamera-System weiterentwickelt, zum Beispiel hat es nun kürzere Kamera-Arme.

  • Mercedes-Benz Trucks schickt bereits die zweite Generation der MirrorCam auf die Straße
  • Um 10 cm kürzere Kamera-Arme pro Seite und neue Bildparameter ermöglichen bessere Fahrer-Unterstützung in vielen Verkehrssituationen
  • Tropfkante am Gehäuse hält Regenwasser von der Linse fern
  • Noch realistischere Abbildung der Umgebung und noch mehr Bildinformation

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»Der enge Austausch mit unseren Kunden und deren Erfahrungen aus der täglichen Praxis waren für uns die Grundlagen dafür, nochmals an einzelnen technischen Stellschrauben zu drehen und so einen noch höheren Mehrwert insbesondere in Sachen Darstellung und Sicherheit zu generieren«, sagt Prof. Dr. Uwe Baake, Leiter Produktentwicklung Mercedes-Benz-Trucks.

Die zweite MirrorCam-Generation

Mercedes-Benz Trucks hat seine MirrorCam um einige Details verbessert
© Mercedes-Benz Trucks
Eine weitere Optimierung: Unten an der MirrorCam wurde eine Tropfkante angebracht.
© Mercedes-Benz Trucks
Speziell beim Rückwärtsfahren bietet die zweite MirrorCam-Generation Vorteile.
© Mercedes-Benz Trucks

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Kürzere Kameraarme sind vorteilhaft

Schon rein äußerlich fällt bei der zweiten Generation der MirrorCam auf, dass die Kameraarme auf beiden Seiten um jeweils 10 cm verkürzt sind. Das gilt sowohl für das schmalere als auch für das breitere Fahrerhaus. Ein Vorteil ist, dass die Fahrer sich beim geradeaus Rückwärtsfahren gegenüber der ersten Generation der MirrorCam auf Anhieb leichter tun. Das liegt daran, dass die Perspektive der MirrorCam nun der des gewohnten Glasspiegels noch ähnlicher ist.

Die Verkürzung bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich. Denn am 2,50 m breiten Fahrerhaus ragt der Kameraarm jetzt nicht weiter über die Fahrzeugkontur hinaus als der vom Fahrer gut sichtbare Rampenspiegel. Kollisionen mit Objekten am Wegesrand werden damit nahezu ausgeschlossen. Das gilt dank gleicher Breite des Fahrgestells auch für die 2,30 m breite Fahrerhausvariante.

Optimierung der Bildparameter und eine Tropfkante

Im Rahmen der Überarbeitung des kamerabasierten Systems hat Mercedes-Benz Trucks auch noch an anderen Features Hand angelegt. So wurde zum Beispiel unten an der MirrorCam eine Tropfkante angebracht, die verhindern soll, dass Regenwasser auf die Linse gelangen kann und es dadurch zu unerwünschten optischen Effekten kommt. Auch gehören verschmutzte Glassiegel, die durch nicht saubere Seitenscheiben betrachtet werden, mit dem MirrorCam-System der Vergangenheit an.

Darüber hinaus haben die Ingenieure von Mercedes-Benz Trucks das Tone Mapping weiter optimiert – Tone Mapping ist ein Prozess, bei dem ein Bild so angepasst wird, dass ein großer Bereich von Tönen auf einem Medium richtig angezeigt wird –, was sich vor allem in einer verbesserten Kontrastdarstellung zeigt. Die Evolution in der Farb- und Helligkeitsabstimmung des an sich schon sehr lichtstark ausgelegten Kamerasystems führt dazu, dass die Displays etwa beim Rückwärtsfahren in eine dunkle oder nur schlecht beleuchtete Halle hinein den für die Fahrsituation relevanten Bereich noch genauer abbilden.

Sicherheit und Fahrerkomfort

Die vorgenommenen Überarbeitungen führen laut Mercedes-Benz Trucks zu einem noch höheren Mehrwert der MirrorCam. Durch seine unterstützende Wirkung kann das weiterentwickelte System dazu beitragen, Situationen wie Überholen, Rangieren, Fahren bei schlechter Sicht und Dunkelheit, Kurvenfahrten und das Passieren von Engstellen jetzt noch sicherer und stressfreier zu bewältigen.

Daneben gibt es natürlich die bisher bestehenden Vorteile wie Weitwinkelmodus beim Rückwärtsrangieren, Distanzlinien im Display zum besseren Einschätzen des Abstands zu Objekten hinter dem eigenen Fahrzeug, Mitschwenken des Kamerabildes bei Kurvenfahrten oder Überwachung des Fahrzeugumfelds während der Rast.

Bislang bereits als hilfreich erwiesen hat sich das Zusammenspiel der MirrorCam mit dem Abbiege-Assistenten von Mercedes-Benz Trucks, insbesondere in komplexen Verkehrssituationen und unübersichtlichen Kreuzungsbereichen. Sollte die Gefahr bestehen, dass ein Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer oder Fußgänger wider Erwarten nicht sieht, kann das System im Rahmen seiner Systemgrenzen unterstützend eingreifen, den Fahrer mit Hilfe eines mehrstufigen Prozesses warnen und im Falle des optional erhältlichen Active Sideguard Assist bis zu einer eigenen Abbiegegeschwindigkeit von 20 km/h eine automatisierte Bremsung einleiten. Für die optischen Warnhinweise nutzt der Abbiege-Assistent auch weiterhin das Display der MirrorCam.


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