Interview mit Markus Kohler, Datatec

»Strategisch ist kein Kurswechsel geplant«

5. Juli 2022, 10:15 Uhr | Nicole Wörner
Markus Kohler, Datatec: »Um die anvisierten Wachstumsziele zu erreichen, müssen wir in die Weiterentwicklung bestehender und in die Akquise neuer Mitarbeiter investieren.«
Markus Kohler, Datatec: »Um die anvisierten Wachstumsziele zu erreichen, müssen wir in die Weiterentwicklung bestehender und in die Akquise neuer Mitarbeiter investieren.«
© Datatec / Markt&Technik

Nach 37 Jahren hat Datatec-Gründer Hans Steiner die Unternehmensführung an Markus Kohler übergeben. Der studierte Informationstechniker übernimmt die Verantwortung für einen der größten Messtechnik-Fachdistributoren Europas. Angesichts der weltwirtschaftlichen Umstände kein einfaches Unterfangen.

Markt&Technik: Herr Kohler, Anfang des Jahres haben Sie als neuer CEO die Nachfolge von Hans Steiner angetreten, der Datatec vor 37 Jahren gegründet und seither geleitet hat. Stehen Sie schon fest drin in diesen großen Fußstapfen?

Markus Kohler: Hans Steiner hat in der Tat sehr große Fußstapfen hinterlassen, in die ich immer noch hineinwachse. Doch die Übergabe und auch das Hineinwachsen wurden sehr gut vorbereitet. Mit der Wandlung in eine AG unter Beteiligung leitender Angestellter vor fünf Jahren wurden dem Führungsteam immer mehr Aufgaben und Verantwortlichkeiten übertragen; zudem hatte ich immer noch einen Coach zur Seite, den ich fragen konnte.

Gab es dennoch Aspekte, die Sie anders erwartet hatten?

Ich war sehr positiv überrascht, wie offen die Mitarbeiter mit dieser doch großen Veränderung umgegangen sind. Und auch, welches Vertrauen mir vom ersten Tag an in der für mich neuen Verantwortlichkeit entgegengebracht wurde.

Nach Ihrem offiziellen Start als CEO – was haben Sie als erstes getan? Und wie haben Sie die ersten Wochen als Geschäftsführer erlebt?

Viele Mitarbeiter kennen mich als langjährigen Kollegen. Daher war es mir sehr wichtig, nach meiner Bestellung einige persönliche Worte an die Mitarbeiter zu richten und ihnen darzustellen, was sie in der künftigen Zusammenarbeit erwarten können, aber auch was mir wichtig ist. Die folgenden Wochen waren geprägt von vielen Dialogen mit der Belegschaft, um mir einen Einblick in die aktuelle Lage der Bereiche zu verschaffen, bevor ich darauf aufbauend Veränderungen herbeiführe.

Stehen denn strategische Veränderungen an?

Nein, strategisch ist kein Kurswechsel geplant. Die zwei Corona-Jahre, die uns bei der Erreichung unserer strategischen Ziele zurückgeworfen haben, müssen wir wieder gutmachen. Aber die Vorzeichen für einen erfolgreichen Geschäftsjahresabschluss 21/22 – Anfang Juli 2021 bis Ende Juni 2022 ­– stehen gut.

Wo sehen Sie aktuell die größten Optimierungspotentiale?

Die Anforderungen an die Schnelligkeit gegenüber unseren Kunden gepaart mit den Anforderungen an das technische Wissen zur Kaufvorbereitung stellt uns vor die Herausforderung, alle Kernprozesse zu digitalisieren und zu optimieren. Das müssen wir kurzfristig angehen.

Was werden die Schlüsselfaktoren für den weiteren Erfolg sein?

Nun, zunächst gilt es, unsere Position als zuverlässiger Partner und Lieferant weiter ausbauen. Um die anvisierten Wachstumsziele zu erreichen, müssen wir in die Weiterentwicklung bestehender und in die Akquise neuer Mitarbeiter investieren. Auch die Portfolioerweiterung und die Ausweitung unserer Aktivitäten in Europa werden wichtige Elemente auf dem Weg zum Erfolg sein.

Wie sieht die Roadmap für die nächsten Monate aus – die ja möglicherweise aufgrund der Bauteilknappheit und der Lieferengpässe herausfordernd werden können?

Das Thema Bauteilknappheit bewegt uns bereits seit einem Jahr. Wir versuchen, der aktuellen Liefersituation bestmöglich entgegenzuwirken, indem wir beispielsweise unseren Einkaufsprozess optimieren, unseren Lagerbestand erhöhen und den Außendienst einbeziehen, um frühzeitig über die Bedarfe unserer Kunden informiert zu sein.

Ihr Ziel als neuer CEO?

Datatec bei der Erreichung seiner Wachstumsziele in Europa als größter Fachdistributor weiter voranzubringen.

Das Interview führte Nicole Wörner, Markt&Technik


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