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Sensorik und Messtechnik

»Innovationsfördernd auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten«

11. Februar 2021, 18:07 Uhr   |  Nicole Wörner

»Innovationsfördernd auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten«
© AMA Verband für Sensorik und Messtechnik

Dr. C. Thomas Simmons, AMA Verband für Sensorik und Messtechnik: »Wichtig war, ist und bleibt eine branchenübergreifende und interdisziplinäre Vernetzung zwischen allen beteiligten Akteuren aus Industrie und Wissenschaft.«

Auch die Sensorik und Messtechnik steckt mitten im Strudel der Corona-Pandemie. Dennoch ist AMA-Geschäftsführer Dr. C. Thomas Simmons überzeugt: Gerade diese Branche erhält die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie im Wettlauf um zukunftsfähige Technologien.

Dr. C. Thomas Simmons, AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V.:

»Das Thema Digitalisierung ist durch Covid-19 nochmals deutlich in den Fokus gerückt und bleibt damit eines der Haupthemen unserer Branche. Ein Beispiel ist die fortschreitende Digitalisierung der Krankenhäuser. Ob Beatmung auf Intensivstationen oder Patienten-Monitoring rund um die Uhr – Sensoren und Messtechnik garantieren die zuverlässige intensivmedizinische Versorgung. 

Durch die Pandemie hat das Thema Innenraumluft deutlich an Wichtigkeit gewonnen. Verbrachten wir bereits vor der Pandemie den überwiegenden Teil des Tages in geschlossenen Gebäuden, so erhöhen Lockdowns diesen Anteil nochmals enorm. Regelmäßiges Lüften soll verhindern, dass Aerosole übertragen werden, und Experten empfehlen sogenannte CO2-Ampeln. Sensoren messen den Kohlendioxidgehalt in der Luft und alarmieren, sobald definierte Grenzwerte überschritten werden. 

Abstandsregelungen in Zeiten der Pandemie üben großen Einfluss auf Produktionsabläufe aus und bisher praktizierte Kommunikationsabläufe müssen geändert werden. Im neuen ‚Normal‘ ermöglicht die Digitalisierung von Kommunikationsprozessen etwa die Schichtübergaben, die früher im persönlichen Gespräch möglich waren. Künstliche Intelligenz und Produktion 4.0 werden jetzt zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor in der Produktion.

Das sind nur einige Beispiele die verdeutlichen, dass Sensoren und Messtechnik auch in Covid-19-Zeiten wichtige technische Entwicklungen vorantreiben. Das belegt inzwischen auch wieder unsere statistische Auswertung. Verzeichnete die Sensorik und Messtechnik bis Mitte des Jahres 2020 noch deutliche Verluste, ließ das dritte Quartal auf langsame Erholung hoffen. Im ersten und zweiten Quartal gingen die Umsätze der Branche deutlich zurück, das dritte Quartal schlossen unsere Mitglieder bereits mit einem Prozent plus ab, die Auftragseingänge stiegen um vier Prozent. Damit deutet sich eine leichte Stabilisierung der Branche an.   

Die Auswirkungen der Pandemie beeinträchtigen aber weiterhin Produktion, Lieferketten, Absatzmärkte und den deutschen Arbeitsmarkt. Bei einem Viertel unserer Mitglieder wurden die Lieferketten unterbrochen und 42 Prozent dieser Mitglieder fanden bisher keine adäquaten Ersatzlieferanten. Der Anteil der Unternehmen, die im dritten Quartal Kurzarbeit einführten oder beibehielten, lag bei 58 Prozent. 

Die stärksten Absatzrückgänge verzeichneten im vergangenen Jahr die Lieferanten der stark sensorgetriebenen Branchen: Automobil, Mobilität, Maschinenbau und Elektrotechnik. Zuversichtlich zeigen sich hingegen die Zulieferer in die Halbleiter- und Medizintechnik und in die eigene Branche der Sensorik und Messtechnik. 

Wie stark der Einbruch für die Sensorik und Messtechnikhersteller insgesamt wird, lässt sich gegenwärtig schwer quantitativ einschätzen. Die Sensorik und Messtechnik bleibt aber auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten eine Schlüsseltechnologie für technische Innovationen, wie die Digitalisierung, die Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge. Sensorik und Messtechnik erhält damit die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie im Wettlauf um zukunftsfähige Technologien. Wichtig war, ist und bleibt eine branchenübergreifende und interdisziplinäre Vernetzung zwischen allen beteiligten Akteuren aus Industrie und Wissenschaft.« 
 

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