Strategische Weiterentwicklung Infineon übernimmt Cypress für 9 Mrd. Euro

Dr. Reinhard Ploss, Infineon: »Die langfristigen Aussichten in unseren wichtigen Zielmärkten wie Elektromobilität, automatisiertes Fahren, erneuerbare Energien, Rechenzentren und mobile Kommunikation sind hervorragend. »Deshalb halten wir an strategischen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit von Infineon halten wir fest.«
Dr. Reinhard Ploss, CEO von Infineon: »Die Übernahme von Cypress macht unser Geschäftsmodell noch robuster, wir werden mit gebündelter Kraft Innovationen vorantreiben und durch fokussierte Investitionen in Forschung und Entwicklung den technischen Fortschritt beschleunigen.«

»Ein richtungsweisender Schritt«, so Infineon-CEO Dr. Reinhard Ploss. Damit wird Infineon zur Nummer 8 unter den Chip-Herstellern aufsteigen.

»Wir werden unseren Kunden das umfassendste Portfolio für die Verbindung der realen mit der digitalen Welt anbieten«, so begründet Ploss den »richtungsweisenden Schritt in der strategischen Weiterentwicklung von Infineon.« Das ist Infineon 23,85 US-Dollar je Aktie in bar Wert, was einem Unternehmenswert von 9,0 Milliarden Euro entspricht.

Die Übernahme von Cypress soll sich bereits ab dem ersten vollen Geschäftsjahr nach Vollzug der Transaktion positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirken, bis 2022 entstünden jährliche Kostensynergien in Höhe von 180 Mio. Euro, langfristig würden sich Umsatzsynergien von mehr als 1,5 Mrd. Dollar Euro pro Jahr ergeben. Dann gehe Infineon über den Zyklus von einem Umsatzwachstum von 9+ Prozent und einer Segmentergebnis-Marge von 19 Prozent aus. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz sinkt auf 13 Prozent.

Mit der Transaktion will Infineon künftig das umfassendste Portfolio für die Verbindung der realen mit der digitalen Welt anbieten, um damit zusätzliche Wachstumspotenziale in den Bereichen Automobil, Industrie und Internet der Dinge zu erschließen. »Außerdem macht diese Transaktion unser Geschäftsmodell noch robuster, wir werden mit gebündelter Kraft Innovationen vorantreiben und durch fokussierte Investitionen in Forschung und Entwicklung den technischen Fortschritt beschleunigen.«

Davon ist Hassane El-Khoury, CEO von Cypress, ebenfalls überzeugt: »Gemeinsam werden wir von den Möglichkeiten des milliardenschweren Marktes profitieren, der durch die nächste Technologiewelle mit ihrem rasant steigenden Bedarf an Connectivity und Computing entsteht.«

Im Rahmen der »Cypress 3.0«-Strategie habe sich das Unternehmen nach den Worten von Steve Albrecht, Vorsitzender des Board of Directors von Cypress, in den vergangenen drei Jahren auf die entscheidenden Märkte zu fokussiert: »Nachdem mehrere Unternehmen ein Kaufinteresse geäußert hatten, stehen wir nun vor einer Transaktion, die die Strategie und harte Arbeit unseres Teams bestätigt.«

Die Fortführung der Dividendenzahlungen bis zum Closing kombiniert mit dem Angebot von 23.85 US-Dollar pro Aktie bedeute einen deutlichen Mehrwert für die Aktionäre von Cypress. Außerdem mache diese Transaktion neue Produktangebote möglich, die in der wettbewerbsintensiven Automotive-, Industrie- und Verbrauchermärkten zunehmend wichtig seien.

Robustere Aufstellung in wachstumsstarken Märkten

Cypress verfügt über ein differenziertes Portfolio an Mikrocontrollern sowie Software und Connectivity-Komponenten. Dadurch würden laut Infineon die Leistungshalbleiter, Sensoren und Sicherheitssysteme von Infineon optimal ergänzt. Die Kombination ermöglichte noch umfassendere fortschrittlichere Systeme aufzubauen, um sie in wachstumsstarken Märkten  wie zum Beispiel elektrische Antriebe, batteriebetriebene Geräte und Stromversorgungen einzusetzen. Die Verbindung der Sicherheits-Expertise von Infineon mit dem Connectivity-Know-how von Cypress beschleunige den Eintritt in neue IoT-Anwendungen im Industrie- und Consumer-Segment. Bei Automobilhalbleitern bietet das erweiterte Portfolio an Mikrocontrollern und NOR-Flash-Speichern großes Potenzial, insbesondere mit Blick auf deren wachsende Bedeutung für Fahrerassistenzsysteme und neue Elektronikarchitekturen im Fahrzeug.

Mit der starken Präsenz von Cypress in den USA, insbesondere bei Forschung und Entwicklung (F&E), stärkt Infineon sowohl seine Leistungsfähigkeit für die nordamerikanischen Kunden als auch in anderen wichtigen Regionen der Welt. Das Unternehmen baut seine F&E-Position im Silicon Valley aus und steigert sowohl seine Präsenz als auch seinen Marktanteil im strategisch wichtigen japanischen Markt. Gleichzeitig sollen signifikante Größenvorteile entstehen, durch die das Geschäftsmodell von Infineon robuster wird. Gemessen am pro-forma Umsatz von 10 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2018 steigt Infineon durch die Übernahme zur Nummer acht unter den weltweiten Chip-Herstellern auf. Neben seiner bereits heute führenden Position bei Leistungshalbleitern und Sicherheits-Controllern wird das Unternehmen zudem zur Nummer eins bei Chips für den Automobilmarkt.

Bessere Finanzkraft nach vollständiger Integration

Die Übernahme verbessert laut Infineon zudem die eigene Finanzkraft und soll sich bereits ab dem ersten vollen Geschäftsjahr nach Vollzug der Transaktion positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Die Kapitalintensität soll sich verringern, wodurch die Free-Cash-Flow-Marge steigt. Im Rahmen der Due-Dilligence-Prüfung hat Infineon potenzielle Umsatz- und Kostensynergien bewertet. Aufgrund der erwarteten Skaleneffekte entstehen bis 2022 jährliche Kostensynergien in Höhe von 180 Mio. Euro. Die komplementären Portfolios ermöglichen zusätzliche Angebote von Chip-Lösungen, die sich langfristig in Umsatzsynergien in Höhe von mehr als 1,5 Mrd. Euro pro Jahr niederschlagen werden.

Mit erfolgter Integration wird Infineon sein Zielgeschäftsmodell entsprechend anpassen. Ab dann geht das Unternehmen über den Zyklus von einem Umsatzwachstum von 9+ Prozent und einer Segmentergebnis-Marge von 19 Prozent aus. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz sinkt auf 13 Prozent.

Details der Transaktion

Gemäß den Bestimmungen des Vertrags bietet Infineon 23,85 US-Dollar in bar pro ausstehender Aktie von Cypress. Dies entspricht einem voll verwässerten Unternehmenswert von Cypress von 9,0 Milliarden Euro. Der Angebotspreis entspricht einer Prämie von 46 Prozent auf den unbeeinflussten 30-tägigen volumengewichteten Durchschnittskurs im Zeitraum vom 15. April bis 28. Mai 2019, dem letzten Handelstag vor Medienberichten über einen potenziellen Verkauf von Cypress.

Cypress geht davon aus, bis zum Closing seine quartalsmäßigen Dividendenauszahlungen fortzuführen. Diese beinhalten auch die bereits angekündigte Auszahlung von 0,11 US-Dollar pro Aktie am 18. Juli 2019 an alle zum Handelsschluss am 27. Juni 2019 registrierten Inhaber von Cypress-Stammaktien.
Für die Bezahlung der Akquisition hat ein Bankenkonsortium verbindliche Finanzierungszusagen erteilt. Um weiterhin ein stabiles Investment-Grade-Rating zu erhalten, beabsichtigt Infineon die Übernahme letztlich zu rund 30 Prozent durch neues Eigenkapital sowie die restliche Summe aus neuem Fremdkapital und vorhandenen Barmitteln zu finanzieren, ohne die strategische Liquiditätsreserve anzutasten.

Die Akquisition bedarf noch der Zustimmung der Aktionäre von Cypress und der zuständigen Aufsichtsbehörden sowie der Erfüllung weiterer üblicher Bedingungen vor Closing. Das Closing wird Ende des Kalenderjahres 2019 oder Anfang 2020 erwartet.