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Stabiles 3. Quartal

Infineon erwartet 5 % Umsatzwachstum

01. August 2019, 07:55 Uhr   |  Heinz Arnold

Infineon erwartet 5 % Umsatzwachstum
© Infineon

Dr. Reinhard Ploss, CEO von Infineon: »Trotz des anhaltend schwierigen makroökonomischen Umfelds gehen wir davon aus, dass wir unsere Ziele für das laufende Geschäftsjahr erreichen.«

Für das Gesamtjahr 2019 erwartet Infineon nach einem stabilen dritten Quartal ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 8 Mrd. Euro bei einer Marge von 16 Prozent.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2019 erwartet Infineon bei einem angenommenen Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,15 einen Umsatzanstieg von 1 Prozent mit einer Spanne von plus oder minus 2 Prozentpunkten bei einer Marge von 14,5 Prozent.

Die ersten Finanzierungsschritte im Zusammenhang mit der Übernahme von Cypress seien mit der Kapitalerhöhung über 1,5 Mrd. Euro sowie Syndizierung der Akquisitionsfinanzierung erfolgreich getätigt worden.

»Obwohl die Weltwirtschaft weiterhin schwächelt, ist der Konzernumsatz im dritten Quartal weiter gewachsen«, sagt Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands von Infineon. »Die Nachfrage war insgesamt solide, größere Wachstumsimpulse blieben jedoch aus. Trotz des anhaltend schwierigen makroökonomischen Umfelds gehen wir davon aus, dass wir unsere Ziele für das laufende Geschäftsjahr erreichen. Die strukturellen Treiber in unseren Zukunftsmärkten sind intakt und die langfristige Wachstumsperspektive von Infineon ist weiterhin gut.«

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019 verbesserte sich der Umsatz gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent auf 2.015 Mio. Euro nach zuvor 1.983 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis erreichte 283 Mio. Euro nach 305 Millionen Euro im Vorquartal. Der im Vergleich zum zweiten Quartal etwas festere US-Dollar hatte einen positiven Effekt auf die Umsatzentwicklung. Alle vier Segmente Automotive (ATV), Industrial Power Control (IPC), Power Management & Multimarket (PMM) und Digital Security Solutions (DSS) haben mit leicht höheren Umsätzen zum Anstieg beigetragen.

Das Finanzergebnis betrug im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019 minus 31 Millionen Euro. Darin enthalten sind Kosten von 22 Millionen Euro für die Absicherung von Aktienmarktrisiken im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung, die zur Finanzierung des geplanten Erwerbs von Cypress durchgeführt wurde. Im Vorquartal belief sich das Finanzergebnis auf minus 9 Millionen Euro.

Die Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, waren im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit 344 Millionen Euro etwas geringer als der Betrag im Vorquartal in Höhe von 349 Millionen Euro. Die Abschreibungen stiegen von 233 Millionen Euro im Vorquartal leicht auf 238 Millionen Euro im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres.

»Kauf von Cypress ist richtungsweisender Schritt«

Am 3. Juni 2019 haben Infineon und Cypress einen Vertrag über den Kauf von Cypress unterzeichnet. Infineon beabsichtigt, Cypress für 23,85 US-Dollar pro Aktie in bar zu erwerben. Dies entspricht einem Unternehmenswert von 9 Milliarden Euro.

»Die geplante Übernahme von Cypress ist ein großer und richtungsweisender Schritt bei der strategischen Weiterentwicklung von Infineon. Das Unternehmen stößt in eine neue Dimension vor«, sagt Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands von Infineon. »Die Portfolios von Infineon und Cypress ergänzen sich hervorragend. Gerade deshalb stärken wir durch die Akquisition unser Kerngeschäft im Bereich Leistungshalbleiter langfristig. Mit Cypress verschaffen wir Infineon eine noch bessere Ausgangsposition in wichtigen Zukunftsmärkten und beschleunigen unser Tempo.«

Der Aufsichtsrat von Infineon und das Board of Directors von Cypress haben der geplanten Transaktion bereits zugestimmt. Zum endgültigen Abschluss der Transaktion bedarf es noch der Zustimmung der Aktionäre von Cypress und der zuständigen Aufsichtsbehörden sowie der Erfüllung weiterer üblicher Bedingungen. Abschluss und Vollzug der Transaktion werden gegen Ende des Kalenderjahres 2019 oder zu Beginn des Kalenderjahres 2020 erwartet.

Zur Finanzierung der Transaktion hatte zunächst eine kleine Bankengruppe verbindliche Kredite zugesagt. Die letztendliche Finanzierungsstruktur ist auf die Beibehaltung des Investment-Grade-Ratings ausgerichtet. Daher beabsichtigt Infineon, die Transaktion zu rund 30 Prozent mit Eigenkapital zu finanzieren. Der Rest soll durch Fremdkapitalinstrumente und vorhandene Barmittel aufgebracht werden. In Hinblick auf den Eigenkapitalanteil der Finanzierung wurde am 18. Juni 2019 eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlage durchgeführt. Dabei wurden rund 113 Millionen neue Aktien ausgegeben und ein Nettoemissionserlös von 1,5 Milliarden Euro erzielt. Die nach diesem Schritt verbleibende Akquisitionsfinanzierung wurde zwischenzeitlich erfolgreich innerhalb eines größeren Bankenkonsortiums syndiziert.

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