Infineon liefert nicht mehr an Huawei »Huawei nicht auf US-Chips angewiesen«

Huawei steht in vielen westlichen Ländern wegen Sicherheitsbedenken unter Beschuss.
Einige US-Lieferanten haben bereits die Lieferung von Chips an Huawei eingestellt, nicht-US-Hersteller könnten folgen. Huawei habe damit gerechnet, dass es so kommen könnte, und sich darauf vorbereitet sagt CEO Ren Zhengfei.

Es sind nicht nur US-Firmen, die sich Lieferungen an Huawei gut überlegen. Auch nicht-US-Hersteller, die amerikanische Technik einsetzen, sind betroffen.

Denn wenn die Chiphersteller die amerikanischen Vorgaben nicht erfüllen, haben sie mit rechtlichen Folgen in den USA zu rechnen. Etwa selber auf der schwarzen Liste der Firmen zu landen (Entity-List), die von amerikanischen Zulieferern nicht mehr versorgt werden dürfen.  

Wie Nikkei Asian Review berichtet, hätte deshalb Infineon Lieferungen an Huawei ausgesetzt. Infineon liefert unterschiedliche Typen von ICs an Huawei, darunter Power-Management-ICs und Controller. Der Lieferumfang soll 100 Mio. Dollar umfassen. Dagegen werde STMicroelectronics vorerst weiter an Huawei verkaufen, eine endgültige Entscheidung werde noch getroffen.

US-Chipfirmen wie Qualcomm, Qorvo, Micron und Western Digital hätten bereits die Lieferungen eingestellt. Google werde versuchen, die erforderlichen Lizenzen einzuholen, um das Android-Betriebssystem weiter an Huawei verkaufen zu können, auf deren Basis die Smartphones des chinesischen Herstellers arbeiten.

Foundry TSMC, die die Chips für die Huawei-Chip-Tochter HiSilicon fertigt, werde die Zulieferpolitik vorerst nicht ändern.

Huawei: »Gegenmaßnahmen schon längst ergriffen«

Die US-Regierung hatte Huawei am vergangenen Mittwoch auf die »Entity-List« gesetzt. Firmengründer und CEO Ren Zhengfei hat am Samstag in einem Interview vor chinesischen Medien erstmals darauf reagiert: »Wir haben nichts Ungesetzliches getan.« Deshalb werde Huawei auch nicht auf Druck der USA das Management austauschen der eine Überwachung zulassen. Das waren im vergangenen Jahr die Bedingungen dafür gewesen, dass die USA den Bann gegenüber ZTE aufgehoben hatten, was die Firma vor dem Bankrott gerettet hatte. Denn ohne die Chips aus den USA hatte die Produktion stillgestanden, ZTE wäre fast Pleite gegangen. Dass Huawei in den USA Telekommunikationsausrüstung fertigen könnte, schloss er auch aus.

Umso mehr verfolgt er die Strategie, eigene Chips zu entwickeln. Selbst wenn amerikanische IC-Hersteller an Huawei nicht liefern dürften, können Huawei damit leben: »Wir haben uns bereits darauf vorbereitet.« Nikkei Asian Review zitiert Teresa He Tingbo, President von HiSilicon: »Wir haben vorhergesehen, dass dieser Tag kommen wird, und einen Plan ausgearbeitet.«

Laut Nikkei Asian Review umfasst das Einkaufsvolumen von Huawei jedes Jahr rund 67 Mrd. Dollar ein, 11 Mrd. Dollar würden allein auf Komponenten von US-Herstellern entfallen.