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Intel-CEO Pat Gelsinger

»Der Tiefpunkt der Engpässe kommt noch.«

23. Juli 2021, 08:15 Uhr   |  dpa ha

»Der Tiefpunkt der Engpässe kommt noch.«
© Walden Kirsch/Intel Corporation

Intel freut sich über gute Geschäfte im PC-Markt – dafür ging der Umsatz mit Prozessoren für Rechenzentren zurück. Die IC-Knappheit werde sich noch verschlimmern, befürchtet CEO Gelsinger.

Intel rechnet damit, dass sich die globale Halbleiter-Knappheit in den kommenden Monaten noch zuspitzt und bis ins Jahr 2023 hinein andauern kann. »Während ich erwarte, dass die Talsohle bei den Engpässen in der zweiten Jahreshälfte durchschritten wird, wird es noch ein oder zwei Jahre dauern, bis die Industrie die Nachfrage vollständig erfüllen kann«, sagte Intel-Chef Pat Gelsinger anlässlich der Präsentation der Eergebnisse des im Juli abgelaufenen dritten Quartals.

Intel ist dabei, die Produktionskapazität auszubauen und will ins Foundry-Geschäft einsteigen. Laut Gelsinger ist Intel in Gesprächen mit rund 100 potenziellen Kunden.  

Übernahmen zum Ausbau der Kapazitäten seien für Intel aktuell nicht von entscheidender Bedeutung, aber auch nicht ausgeschlossen, erklärte Gelsinger. Das Wall Street Journal hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass Intel die aus AMD hervorgegangene Globalfoundry für 30 Mrd. Dollar übernehmen wolle – was das Management gegenüber Markt&Technik umgehend dementiert hatte.

Intel hat ein Problem in seiner Fertigung: Die Einführung modernerer Produktionsprozesse verzögert sich wegen Rückschlägen bei der Entwicklung. Zugleich wächst die Konkurrenz – nicht nur durch den kleineren Erzrivalen AMD, sondern zum Teil auch durch bisherige Kunden wie Apple, die eigene Chips entwickeln. Laut Pat Gelsinger würde Intel derzeit schon mehr Prozessoren auf Basis des 10-nm-Prozesses fertigen als auf der 14-nm-Ebene. Die ersten 7-nm-Prozessoren (Meteor Lake) will Intel ab 2023 fertigen.

Aktuell profitiert Intel weiterhin vor allem von der erhöhten PC-Nachfrage in der Corona-Pandemie. Das Unternehmen hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres  allein 40 Prozent mehr Notebook-Prozessoren als ein Jahr zuvor verkauft. Mit dem Arbeiten und Lernen von Zuhause aus bekam der lange Zeit schwächelnde PC-Markt einen bis heute andauernden Schub.

Zugleich ging im vergangenen Quartal aber das Geschäft mit Rechenzentren im Jahresvergleich zurück, wie Intel am Donnerstag mitteilte. Der Konzernumsatz blieb demnach mit 19,6 Mrd. Dollar praktisch unverändert. Auch der Gewinn lag mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 5,06 Mrd. Dollar auf Vorjahresniveau.

Die Erlöse der PC-Sparte des Konzerns stiegen angesichts gesunkener Durchschnittspreise verkaufter Chips deutlich weniger stark als die Stückzahlen – um 6,4 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz im Geschäft mit Rechenzentren sank binnen eines Jahres um 9,3 Prozent auf 6,45 Milliarden Dollar.
Der Intel-Umsatz im vergangenen Quartal übertraf die Erwartungen der Analysten. Und das Unternehmen hob seine Erlöseprognose für das laufende Jahr um 1 Mrd. Dollar auf 73,5 Mrd. Dollar an. Anleger ließen die Intel-Aktie im nachbörslichen Handel dennoch zeitweise um gut 2 Prozent fallen.

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