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Lee Jae-yong erhält Bewährung und darf Gefängnis verlassen.

Recht
Lee Jae-yong kommt aus dem Gefängnis
© Bild: Adobe Stock

Die Entscheidung ist gefallen: Samsung-Chef Lee Jae-yong, der wegen Bestechung und Veruntreuung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde, wird auf Bewährung entlassen und wird voraussichtlich Ende dieser Woche das Gefängnis verlassen.

Der 53-jährige Lee hat bereits 18 Monate einer revidierten 30-monatigen Haftstrafe abgesessen. Ursprünglich hatte Lee im August 2017 bereits ein Jahr einer fünfjährigen Haftstrafe verbüßt, die später aber ausgesetzt wurde. Diese Gerichtsentscheidung wurde dann aufgehoben und die Strafe wurde verkürzt, allerdings musste er im Januar dieses Jahres wieder ins Gefängnis, um den Rest der Strafe abzusitzen.

Immer mehr aus der Politik, der Öffentlichkeit und der Wirtschaft hatten sich für eine Entlassung auf Bewährung ausgesprochen, denn die Sorge, dass wichtige strategische Entscheidungen bei dem südkoreanischen Tech-Riesen nicht getroffen werden können, wuchs überall.

Das Tagesgeschäft des weltgrößten Herstellers von Speicherchips und Smartphones wurde durch seine Abwesenheit zwar nicht beeinträchtigt, aber aus Unternehmenskreisen hieß es, dass Entscheidungen über größere Investitionen und M&A-Projekte nur von Lee getroffen werden. Insbesondere die Entscheidung über den Standort eines 17 Mrd. Dollar teuren Fab in den USA wartet auf seine Rückkehr – und das ist einer Zeit, in der weltweit ein Mangel an Chips herrscht und die Konkurrenten im Foundry-Geschäft, TSMC und Intel, kräftig investieren.

Die »Federation of Korean Industries«, eine große Wirtschaftslobby, begrüßte in einer Erklärung die Entscheidung, Lee auf Bewährung freizulassen. »Wenn die Investitionsuhr, die derzeit stillsteht, nicht schnell aufgezogen wird, könnten wir hinter globalen Unternehmen wie Intel und TSMC zurückbleiben und das Brot-und-Butter-Geschäft der koreanischen Wirtschaft im Handumdrehen verlieren.«

Lee braucht noch die Genehmigung des Justizministers für seine Rückkehr an den Arbeitsplatz, da das Gesetz Personen mit bestimmten Verurteilungen fünf Jahre lang verbietet, für Unternehmen zu arbeiten, die mit diesen Verurteilungen in Verbindung stehen. Nach Ansicht von Rechtsexperten gilt dies aber als wahrscheinlich, da der als veruntreut geltende Betrag zurückgezahlt wurde.


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