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Umstrittener US-Fragenbogen

Keine Kundendaten an die USA!

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Taiwan und Südkorea wollen keine Kundendaten an die USA weitergeben, die die USA zu sammeln beabsichtigen, um der Chipknappheit begegnen.

Vergangenen Monat hatte das Department of Commerce der USA einen Fragebogen verschickt, den die Halbleiterhersteller bis 8. November auf freiwilliger Basis ausfüllen sollen. Darin werden die IC-Hersteller nach ihren Lager- und Auftragsbeständen, ihre Lieferzeiten und ihren Einkaufspraktiken befragt. Außerdem sollen sie angeben, was sie unternehmen, um den Ausstoß zu erhöhen und welche größten Kunden sie für welche Produkte haben.  

Mit den Informationen wollen die USA mehr Transparenz in die Lieferkette bringen und so den IC-Engpass bekämpfen. Trotz der Freiwilligkeit weckte der Fragebogen Besorgnis in Taiwan und Südkorea. Denn die amerikanische Handelsministerin Gina Raimondo hatte verlauten lassen, dass der Defense Production Act die Möglichkeit biete, Druck auf die Firmen auszuüben, die die Fragen nicht beantworten wollen.

»TSMC wird niemals sensible Informationen und Kundendaten weitergeben«, erklärte Sylvia Fang General Counsel von TSMC, wie die Taipei Times berichtet. TSMC erwäge noch, wie das Unternehmen auf den Fragebogen reagieren werde.

Das taiwanische Ministry of Economic Affairs erklärte, dass taiwanische IC-Hersteller ohne Einwilligung der Kunden keine Informationen herausgeben würden.

Von UMC war zu hören, dass das Unternehmen für die Öffentlichkeit nicht bestimmte Kundendaten auf jeden Fall schützen werde.

Das südkoreanische Handels-, Industrie- und Energieministerium veröffentlichte eine Stellungnahme, in der es seine Besorgnis darüber zum Ausdruck brachte, wie weitreichend die Fragen seien.  

Das amerikanische Handelsministerium hat auf die Schwierigkeiten die die Unternehmen mit dem Ausfüllen des Fragebogens haben, laut Fang bereits reagiert, und werde zusätzliche Informationen zur Verfügung stellen, wie der Fragebogen zu beantworten sei. »Wenn die USA die Probleme in der Lieferkette lösen wollen, werden wir sehen, wie wir sie am besten unterstützen können«, erklärte Fang. »Wir haben viel getan, um den Ausstoß an Automotive-ICs zu erhöhen und haben die Kunden aus der Automotive-Industrie priorisiert.«


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