RISC-V

Es passiert viel

4. Oktober 2022, 11:48 Uhr | Iris Stroh
RISC-V
© RISC-V International/WEKA-Fachmedien

Die Marktprognosen über RISC-V kennen nur eine Richtung: steil nach oben. Und schaut man sich die Aktivitäten der RISC-V-Community an, scheinen die Prognosen aufzugehen.

So hatte Deloitte beispielsweise im Dezember 2021 prognostiziert, dass sich der Markt für RISC-V Prozessorkerne in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr (2021) verdoppeln wird. Dasselbe wird auch für nächstes Jahr erwartet. Counterpoint Research wiederum prognostiziert, dass bis 2025 rund 80 Mrd. RISC-V-CPU-Kerne im Einsatz sein werden, der größte Anteil davon soll auf IoT-Anwendungen (28 Prozent) entfallen, gefolgt vom Industriemarkt mit 12 Prozent und das Automotive-Segment mit immerhin 10 Prozent. Semico wiederum geht in seiner neuesten Analyse davon aus, dass die RISC-V-Cores zwischen 2020 und 2025 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 115 Prozent pro Jahr aufwarten können. Die Analyse der Marktentwicklung hat unter anderem ergeben, dass:

  • Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) des RISC-V-SAMs für Tablet-PCs wird von 2020 bis 2025 68,7 Prozent betragen.
  • Der gesamte RISC-V-SAM für Computer von 531 Mio. Stück im Jahr 2020 auf 8,5 Mrd. Stück im Jahr 2025 ansteigen wird.
  • Der RISC-V-SAM für Low-End-Smartphones bis 2025 auf 7,9 Mrd. Stück anwachsen wird.
  • Die Kategorie mit der höchsten RISC-V-Wachstumsrate ist das Transportwesen.

Die jüngsten Ankündigungen aus der Industrie

Microchip Technology hat im Sommer die Produktqualifikation für die »MPFS250T«- und »MPFSO25T«-Bausteine aus der SoC-FPGA-Familie »PolarFire« bekanntgegeben, mit denen das Unternehmen sein PolarFire SoC-Portfolio mit Multi-Core-RISC-V-SoC-FPGAs erweitert hat. Alle Bausteine sind mit einem festverdrahteten Prozessorsubsystem mit mehreren RISC-V-Prozessorkernen und einer FPGA-Fabric ausgestattet. Darüber hinaus betonte das Unternehmen, dass das dazugehörige Mi-V-Ecosystem ständig erweitert wird. Das Mi-V-Ecosystem umfasst eine große Vielfalt an IP-Cores, Hardware, Betriebssystemen, Middleware, Debuggern, Compilern und Design-Services.

Cortus wiederum hatte ebenfalls im Sommer bekanntgegeben, dass das Unternehmen im Rahmen des 8-Mio.-teuren »eProcessor«-Projekts einen leistungsfähigen Prozessorkern mit OoO-Architektur (Out-of-Order) entwickelt. Das dreijährige Projekt wird vom dem Barcelona Supercomputing Centre geleitet und wird vom »EuroHPC JU« finanziell unterstützt. Mit Hinblick auf die Entwicklung heißt es seitens von Cortus: der Prozessor basiert auf der RISC-V 64-bit-ISA basiert und soll mit einer großen Anzahl von Prozessorkernen mit vollständiger Cache-Kohärenz ausgestattet sein. Cortus ist überzeugt, dass die RISC-V 64-Bit-ISA diverse Vorteile im Vergleich zu der von Intel und AMD verwendeten CISC-Architektur bietet, allen voran weniger Speicheroperationen, was wiederum im Vergleich zu den Intel/AMD-Prozessoren zu einer höheren IPC-Zahl (Instructions per cycle) führt.

Renesas Electronics setzt bekanntermaßen ebenfalls auf RISC-V. So hatte das Unternehmen erst vor kurzem ein RISC-V-basiertes ASSP für die Motorsteuerung vorgestellt. Der R9A02G020 basiert auf einem kostenoptimierte 32-Bit-CPU-Kern (32 MHz) auf RISC-V-Basis, plus diverse Analog-IPs, wie zum Beispiel A/D-Wandler ADCs (mit drei dedizierten PGAs und S/H), zwei D/A-Wandler, zwei Komparatoren und Temperatursensor. Dazu kommen noch Timer für die Motorsteuerung sowie Watchdog-Timer, 48 KB Flash und 16 kB SRAM (4 kB mit ECC). Renesas stellt außerdem bereits programmierte und getestete Motorsteuerungs-Software und ein komplettes Referenz-Design zur Verfügung. Im Frühjahr hatte das Unternehmen erst seine RZ/Five General-Purpose-Mikroprozessoren angekündigt, die auf einem 64-Bit-RISC-V-CPU-Kern (der AX45MP von Andes) basieren. Damit ergänzte das Unternehmen erstmals seine verfügbaren Prozessoren auf Basis von Arm-CPU-Cores.

Die jüngste Ankündigung kommt von SEGGER. Das Unternehmen gab bekannt, dass SiFive, Entwickler und führender Anbieter von RISC-V-Prozessoren, SEGGERs innovative C++-Bibliothek emRun++ für RISC-V lizenziert hat.

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