Am 8. März startet die Light + Building 2026. Steffen Larbig, Leiter Brandmanagement Light + Building, Messe Frankfurt, über aktuelle Trends und Entwicklungen, über intelligente Vernetzung als Voraussetzung für energieeffiziente Gebäude und über die hohe Bedeutung des internationalen Austauschs.
Markt&Technik: Die Light + Building positioniert sich als Leitmesse für Licht und Gebäudetechnik. Welche technologischen Schwerpunkte setzen Sie in diesem Jahr? Was ist ein Thema, an dem aktuell niemand vorbeikommt?
Steffen Larbig, Messe Frankfurt: Wir setzen mit der Light + Building 2026 klare Schwerpunkte mit den drei Top-Themen Sustainable Transformation, Smart Connectivity und Living Light. Sustainable Transformation steht für den Weg zu klimaneutralen, energieeffizienten Gebäuden von der Elektrifizierung über effiziente Systeme bis hin zu integrierten Energiekonzepten. Smart Connectivity ist dafür die technologische Grundlage: Nur durch intelligente Vernetzung lassen sich Gebäude heute effizient steuern, optimieren und wirtschaftlich betreiben. An diesem Thema kommt aktuell niemand vorbei, weil es Voraussetzung für nahezu alle weiteren Entwicklungen ist. Mit Living Light rücken wir zudem die Wirkung von Licht stärker in den Fokus. Dabei betrachten wir Licht als gestaltendes Element, das Atmosphäre, Nutzung und Wohlbefinden prägt.
Lichttechnik entwickelt sich zunehmend in Richtung vernetzter, sensorbasierter Systeme. Welche Trends beobachten Sie hier aktuell bei den Ausstellern?
Bei den Ausstellern sehen wir sehr klar, dass sich Lichttechnik zunehmend als Teil vernetzter Gebäudesysteme versteht. Sensorik, Steuerung und Licht wachsen enger zusammen und ermöglichen Lösungen, die sich flexibel an Nutzung, Tageslicht und Anwesenheit anpassen. Im Vordergrund stehen dabei adaptive Systeme, die Energieeffizienz und Komfort miteinander verbinden und gleichzeitig Daten für den Gebäudebetrieb liefern. Auffällig ist zudem, dass viele Unternehmen auf offene Schnittstellen und interoperable Systeme setzen, um Licht nahtlos in übergeordnete Gebäude- und Automationslösungen zu integrieren.
In der Gebäudeautomation gewinnen IoT und KI rasant an Bedeutung. Welche Entwicklungen sehen Sie derzeit als besonders relevant für Planer, Entwickler und Systemintegratoren?
Bei der Gebäudeautomation zeigt sich in der Praxis, dass IoT-Funktionen und KI-gestützte Anwendungen dort relevant sind, wo sie konkrete Betriebs- und Nutzungsprozesse verbessern. Viele Aussteller präsentieren vernetzte Systeme, mit denen Licht, Klima, Beschattung und Energieflüsse intelligent gesteuert werden können – etwa über Plattformen, die Daten aus verschiedenen Quellen konsolidieren und so Effizienzgewinne ermöglichen. Für Planer, Entwickler und Systemintegratoren ist dabei wichtig, dass sich diese Lösungen in bestehende Systeme einfügen und über ihren Lebenszyklus stabil betrieben werden können. KI wird zunehmend dafür genutzt, Betriebsdaten auszuwerten, Verbrauchsmuster zu erkennen und Prozesse wie Energieoptimierung oder vorausschauende Wartung zu unterstützen. Entscheidend ist der praxisorientierte Nutzen dieser Technologien – genau darauf richten viele Unternehmen ihre Angebote aus.
Die Messe richtet sich traditionell an ein breites Publikum von Handwerk bis Industrie. Wie stellen Sie sicher, dass auch technologieorientierte Besucher wie etwa Elektronik- und Embedded-Entwickler einen klaren Mehrwert erhalten?
Wir bilden mit der Light + Building bewusst die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Planung über die Entwicklung bis zur Umsetzung im Markt. Technologieorientierte Besucher finden auf der Messe Systeme, Plattformen und Architekturen, die zeigen, wie vernetzte Lösungen in der Praxis funktionieren. Gerade in den Bereichen Smart Connectivity und Gebäudeautomation werden Schnittstellen, Standards und Integrationskonzepte sehr konkret gezeigt.
Ergänzend dazu bietet das Eventprogramm gezielte Orientierung. Im ZVEI-Technologieforum stehen Themen wie Elektrifizierung, Digitalisierung und Energiemanagement im Fokus. Auf der Exhibitor Stage geben Aussteller Einblicke in konkrete Systemlösungen und Anwendungsfälle. Mit der AI-Lounge zeigen wir zudem praxisnahe KI-Anwendungen für Planung, Betrieb und Prozesse in der Gebäudetechnik. Diese Verbindung aus Ausstellung und Fachprogramm stellt sicher, dass auch Entwickler, Integratoren und technologieorientierte Besucher einen klaren Mehrwert aus ihrem Messebesuch ziehen.
Internationale Aussteller stehen unter wirtschaftlichem und geopolitischem Druck. Spüren Sie Zurückhaltung – oder ist der Bedarf an Austausch größer denn je?
Die wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen stellen aktuell tatsächlich viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Das zeigen unsere Gespräche mit den Ausstellern sehr deutlich. Gleichzeitig hören wir darin aber auch, dass der Bedarf an Austausch, Orientierung und persönlicher Begegnung eher zunimmt. Rund 75 Prozent unserer Aussteller kommen aus dem Ausland. Diese hohe Internationalität ist ein starkes Signal dafür, dass Unternehmen die Light + Building bewusst als globale Plattform nutzen – gerade in unsicheren Zeiten. Für viele Unternehmen ist die Teilnahme eine strategische Entscheidung, weil sie beim internationalen Branchenevent präsent sein wollen, um Märkte zu vergleichen, Partnerschaften zu pflegen und technologische Entwicklungen einzuordnen.
Ein Blick nach vorn: Wo soll die Light + Building in fünf Jahren stehen – und was muss sich dafür heute ändern?
Die Light + Building ist bereits heute Weltleitmesse. Die Weiterentwicklung liegt darin, Orientierung in einer immer komplexeren Branche zu geben. Entscheidend dafür ist unsere Nähe zu den Ausstellern und ihren Innovationen ebenso wie zu den unterschiedlichen Besuchergruppen. Wir bringen Technologien, Akteure und Anwendungen gezielt zusammen und schaffen Formate, die Entwicklungen einordnen und den Austausch fördern. Genau daran arbeiten wir konsequent weiter.
Die Fragen stellte Nicole Wörner.