Virtual und Augmented Reality

Fahrt aufgenommen

30. November 2021, 10:00 Uhr | Markus Haller

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Medizinisches Fachwissen in Entwicklungsländer bringen

Vizix und Ohana One:
Chirurgisches Fachwissen für Entwicklungsländer

Mit dem Programm „Surgical Sight“ soll das medizinische Fachwissen von wirtschaftlich gut entwickelten Ländern in Entwicklungsländer gebracht werden. Das Mittel dazu sind Video-Anrufe über Datenbrillen. Die Chirurgen aus den Industrieländern fungieren dabei als Mentoren und können über die Datenbrillen so mit ihren Mentees zusammenarbeiten, als wären sie im gleichen Raum mit ihnen. Das Programm startete im Oktober 2020 und wurde von der gemeinnützigen Organisation Ohana One ins Leben gerufen. Innerhalb der ersten neun Monate haben rund 100 Chirurgen die Datenbrillen für insgesamt über 800 Anrufe genutzt, schreibt der amerikanische Datenbrillen-Hersteller Vuzix in einer Pressemitteilung, dessen Datenbrillen für das Programm verwendet werden.
 

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Vuzix
Der Chirurg links trägt eine Smart Glass M4000, die als Medizinprodukt zugelassen ist. Sie arbeitet mit einem Snapdragon XR1, stellt Touch- und Sprachsteuerung zur Verfügung und die Batterie kann auf 3350 mAh für ca. 12 Stunden Laufzeit erweitert werden.
© Vuzix

Facebook:
10.000 neue Arbeitsplätze durch Metaverse

Metaverse heißt das neue Großprojekt von Facebook, für dessen Aufbau allein in der EU 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Dahinter verbirgt sich die Idee einer Augmented-Reality-Welt, in der eine Gruppe von Menschen gemeinsam Räume erstellen kann, um dort zu arbeiten, kreativ tätig zu sein oder einfach nur zusammen Zeit zu verbringen – egal ob sie dabei örtlich zusammen oder weit entfernt sind. Laut Konzernchef Zuckerberg soll Metaverse langfristig das mobile Internet ersetzen. Die Fertigstellung wird auf 10 bis 15 Jahre angesetzt. Facebook selbst will sich in den nächsten Jahren vom Social-Media-Unternehmen zum Metaverse-Unternehmen wandeln.

mundissima/Shutterstock.com
Metaverse stand auch Pate für den neuen Konzernnamen „Meta“, den sich Facebook Ende Oktober gegeben hat.
© mundissima/Shutterstock.com

Schott:
7 Prozent leichtere AR-Brillen

Der Mainzer Konzern hat unter dem Namen „RealView lightweight“ einen neuen Glastyp entwickelt, der sich als Substrat für Wellenleiter in Augmented-Reality-Brillen eignet. Das Material ist laut Schott genauso zuverlässig und langlebig wie bisher genutzte Glassubstrate, hat aber mit 1,9 einen höheren Brechungsindex und eine um 20 Prozent geringere Dichte. Durch das Substrat sollen sich insgesamt rund 5 Gramm Gewicht in einer Augmented-Reality-Brille einsparen lassen, was etwa sieben Prozent des Gesamtgewichts entspricht. Der höhere Brechungsindex führt zu einem zehn Grad größeren Sichtfeld im Vergleich zu den typischerweise genutzten Glassubstraten mit einem Brechungsindex von 1,8.

Schott
Schotts Glassubstrat lässt sich auf 300-mm-Wafern verarbeiten und über Naoprägelithografie-Verfahren strukturieren.
© Schott

Nvidia:
Neue Rendering-Methode für AR-Algorithmen

Forscher der Universität Toronto, des Vector Institute und des US-Technologiekonzerns Nvidia haben eine neue Methode zum Rendering von Augmented-Reality-Inhalten entwickelt. Sie befindet sich im anwendungsnahen Forschungsstadium und verspricht eine realistischere Darstellung der Lichtreflexion von sich bewegenden Objekten. »Viele der heute üblichen Methoden arbeiten mit Image-to-Image Translation, die die 3D-Effekte der Umgebung nicht berücksichtigt«, schreiben die Autoren. Dazu nehmen sie die übliche Aufteilung der simulierten Objekte in dreidimensionale Gitterpunkte (Voxel) vor und berechnen die Reflexionseigenschaften jedes Voxels über einen neuen Ansatz, der auf Gaußschen Flächen und dreidimensionalen neuronalen Faltungsnetzen beruht (3D-CNN). Neben dem allgemein guten Abschneiden gegenüber etablierten Rendering-Verfahren nennen die Forscher als großen Vorteil der neuen Methode, dass sich auch die Reflexion von glänzenden Objekten realistisch darstellen lasse – eine Aufgabe, mit der heutige Rendering-Methoden noch Probleme haben.


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