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Virtual und Augmented Reality

Fahrt aufgenommen

Oculus
Die Oculus Quest 2 ist mit rund 520 g um etwa 50 g leichter als der Vorgänger; LC-Display und Snapdragon XR2 stellen eine Bildauflösung von 1832 × 1920 und eine Wiederholrate bis 120 Hz zur Verfügung.
© Oculus

Eine Unternehmensberatung platziert den bisher größten Auftrag für VR-Brillen aus der Industrie, Microsoft bindet AR-Brillen eines Drittanbieters in seine Software ein und unter den relevantesten Startups für Industrie 4.0 befindet sich ein deutscher Software-Entwickler für VR.

Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen die wachsende Bedeutung von AR- und VR-Anwendungen im professionellen Bereich – eine Kurzübersicht.

Accenture:
Großauftrag über 60.000 VR-Brillen

Die Unternehmensberatung Accenture hat 60.000 VR-Brillen Oculus Quest 2 bestellt. Das Modell wird von der Facebook-Tochter Oculus entwickelt. Es ist die bisher größte Einzelbestellung für VR-Brillen durch ein Unternehmen weltweit. Die Menge reicht aus, um knapp jeden zehnten Mitarbeiter der Firma mit einem eigenen Gerät auszustatten. Laut Geschäftsführerin Julie Sweet werden mit den VR-Brillen neue Mitarbeiter eingelernt, die mittlerweile deutlich häufiger als noch früher von zu Hause arbeiten. »Beziehungen werden durch gemeinsame Erlebnisse gebaut«, sagt Sweet. Und durch VR-Brillen könne das auch dann geschehen, wenn man sich nicht täglich im Büro sehe. Kurz vor Accenture hatte bereits die Bank of America angekündigt, in Zukunft VR-gestützte Schulungen in rund 4300 Filialen für insgesamt 50.000 Mitarbeiter anzubieten.
 

Anbieter zum Thema

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Microsoft:
Unterstützung für AR-Brille von RealWear

Unternehmen, die zur Verwaltung von Mitarbeitergeräten Microsofts Endpoint Manager nutzen, können darüber auch die Augmented-Reality-Brillen des kanadischen Herstellers RealWear verwalten. Dessen AR-Brillen arbeiten mit der lizenzfreien Android-Version Android Open Source Project (AOSP) und sind die ersten AOSP-Geräte, die vom Endpoint Manager unterstützt werden. Über den Endpoint Manager lassen sich die AR-Brillen mit Microsoft Teams verknüpfen, was von Unternehmen laut RealWear immer häufiger genutzt werde, um ihren Mitarbeitern das Zusammenarbeiten aus der Ferne zu ermöglichen. »Vor der Pandemie wollten man vor allem Wartungsmitarbeitern im Feld eine Zusammenarbeit mit Technikern ermöglichen, bei der sie beide Hände frei behalten können«, erklärt Sanjay Jhawar, Mitgründer und Präsident von RealWear. »Lockdowns und Reisebeschränkungen haben den Trend zu Zusammenarbeit aus der Ferne noch verstärkt.« Innerhalb der letzten zwölf Monate verzeichnet der kanadische Anbieter eine Verdreifachung der Nutzung seiner Endgeräte mit Microsoft Teams.

Halocline
Mit Haloclines Software lässt sich VR-Technik zur Ergonomiebewertung von Arbeitsplätzen während der Planungsphase nutzen. Die 3D-Bilder sind aussagekräftiger als 2D-Ansätze.
© Halocline

Analyse von StartUs Insights:
Deutsches VR-Startup unter Top 5

Der Startup Scout StartUs Insights hat aus 814 jungen Unternehmen, die Anwendungen für Industrie 4.0 entwickeln, die relevantesten fünf ermittelt. Darunter ist auch Halocline aus Osnabrück vertreten. Es wurde 2020 gegründet und entwickelt Software zur VR-gestützten Planung von Montageprozessen und Produktionsabläufen. Verglichen mit 2D-Planungswerkzeugen erhalten Planer aussagekräftigere Informationen, die den Informationsaustausch mit Projektpartnern erleichtern und mit denen sich die Produktion schneller optimieren lässt, erklärt Halocline auf seiner Website. Die weiteren vier Startups sind der italienische Software- und HMI-Anbieter Orimos, der AR-Entwickler Aircada aus den USA, der Entwickler von Industrieroboter-Software Impossible Robotics aus Indien und das Unternehmen Fourjaw Manufacturing Analytics aus Großbritannien, das Software zur Zustandsüberwachung von CNC-Maschinen entwickelt. Auf der Scout-Plattform StartUs sind nach Angaben des Betreibers insgesamt über 1,3 Millionen Startup-Unternehmen registriert. Für die Bewertung der Relevanz wird nach Branche gefiltert, eine KI-gestützte Vorauswahl getroffen und durch Analysten finalisiert. Berücksichtigt werden u. a. Standort, Gründungsjahr, Kapital und Technologie.

Michigan Beam Laboratory:
AR-Plattform für Kernforschung

Am Michigan Ion Beam Laboratory werden Materialien für Fusions- und Kernreaktoren auf Strahlungsresistenz geprüft. Für die Auswertung der Testergebnisse nutzen die Forscher nun eine KI-Software mit AR-Funktionen, mit der sich der Schädigungsgrad schon während der Messung bestimmen lässt. Die neue Methode löst am Nuklearforschungslabor das händische Auszählen der Materialdefekte auf Mikroskopaufnahmen ab und vermindert den Arbeitsaufwand zur Datenauswertung deutlich. Der Anwendungsfall erfordert keine Datenbrille und ist zwar keine klassische AR-Anwendung; da den Mikroskopaufnahmen aber erweiterte Informationen (Zahl der Materialdefekte, Größe, Position und Dichte) überlagert werden, zählt sie in den Bereich der Augmentierung.


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