Zweistelliges Wachstum für 2022 erwartet

Wird das Metaversum zum MEMS-Booster?

2. Mai 2022, 14:30 Uhr | Engelbert Hopf
Iryna Dincer/stock.adobe.com
Der Zugang zur virtuellen Welt des Metaverse erfordert unter anderem den verstärkten Einsatz von MEMS-Sensoren.
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Ab dem Jahresende 2022 könnte sich die steigende Nachfrage nach VR-Brillen und Smart-Glases als zusätzlicher Wachstumsmotor für die MEMS-Branche erweisen. Hintergrund dafür ist der sich abzeichnende Metaverse-Trend im Bereich der Consumer-Elektronik.

Auf der diesjährigen CES in Las Vegas wurde das Metaversum zu einem der wichtigsten Zukunftstrends deklariert. Meta-Chef Mark Zuckerberg und Epic-Games-Gründer Tim Sweeney treiben entsprechende Pläne ihrer Unternehmen voran. Das Hongkonger Unternehmen Animoca Brands hat angekündigt, ein plattformübergreifendes offenes Metaversum aufzubauen.

Für all diese Pläne gilt: Nutzer benötigen Virtual-Reality-Brillen und Kopfhörer, um das Metauniversum nutzen zu können. »Alles, was mit dem Metaversum in Verbindung gebracht werden kann, ist darum heute ein heißes Thema«, so der ehemalige Omdia-Marktforscher Manuel Tagliavini.

MEMS und Sensoren, die für den Zugang zu diesen neuen virtuellen Benutzerräumen verwendet werden können, erleben deshalb eine neue Dynamik. Tagliavini geht davon aus, dass die Nachfrage nach MEMS und Sensoren in AR/VR-Headsets bereits zum Jahresende 2022 deutlich ansteigen wird.

Zu den Produkten, die vom heraufziehenden Boom des Metaversums profitieren dürften, zählen unter anderem ToF-Sensoren, Lidar und andere verbesserte Bildsensoren, aber auch Trägheitssensoren und MEMS-Aktoren wie Mikrospiegel. Immer häufiger sind in Smart Glasses zudem Pico-Laserprojektoren, Mikroscanner und MEMS-Lautsprecher zu finden.

Aus Sicht von Dr. Wolfgang Schmitt-Hahn, Senior Manager Strategic Marketing bei Bosch Sensortec, »spielen insbesondere MEMS-Intertial- und Drucksensoren eine essenzielle Rolle bei der Bestimmung der Orientierung und der Bewegung im virtuellen dreidimensionalen Raum«.

Aber auch MEMS-Mikrospiegel und -Mikroprojektoren werden für die anwenderorientierte Realisierung des Metaversums von großer Bedeutung sein, »spielen sie doch eine entscheidende Rolle für die präzise und farbgetreue Darstellung der virtuellen Bilder«, so Dr. Schmitt-Hahn. Einen deutlichen Anstieg des MEMS-Bedarfs durch das Phänomen Metaversum erwartet auch Marc Osajda, Business Development Manager Automotive MEMS Europe bei NXP Semiconductors, »auch wenn wir in diesem Markt aktuell nicht sehr präsent sind«. Mit einem steigenden Bedarf durch IoT- und Wearable-Anwendungen rechnet auch Dirk Enderlein, CEO von ScioSense.

Osajda und Enderlein weisen auch darauf hin, dass Trägheitssensoren, MEMS-Aktoren, Mikrospiegel und ähnliche Komponenten in den nächsten Jahren auch verstärkt im Bereich des autonomen Fahrens zum Einsatz kommen werden. Im Zusammenspiel könnten also Anwendungen im Bereich des Metaversums und des autonomen Fahrens in den nächsten Jahren für eine nachhaltige Steigerung des weltweiten MEMS-Bedarfs und -Umsatzes sorgen. Angesichts stabiler Preise und eines Stückzahlwachstums von über 7 Prozent rechnet das Marktforschungsinstitut Omdia für 2022 mit einem Umsatzwachstum des MEMS-Marktes im zweistelligen Bereich. Im Vorjahr hatte sich der Gesamtmarkt für MEMS und Sensoren weltweit um 7 Prozent, auf 35 Milliarden Dollar erhöht.

Mehr über die aktuellen Entwicklungen und Trends im MEMS-Bereich erfahren Sie in unserem Schwerpunkt ab Seite 30 im aktuellen E-Paper 17-2022.

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