Die Abschreibung von Fertigungsanlagen für Flachbildschirme (FPD) beschleunigt sich, die bis zu einem Drittel der gesamten Herstellungskosten ausmachen können. Das verringert den Kostendruck auf Hersteller von OLED- und LCD-Panels.
Omdia prognostiziert, dass die Abschreibungen zwischen 2021 und 2028 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 9,3 Prozent steigen werden, wobei sich die vollständig abgeschriebene weltweite FPD-Produktionskapazität in diesem Zeitraum von etwa 160 Mio. m² auf fast 300 Mio. m² fast verdoppeln wird. Deshalb wird die Fertigung für Hersteller von OLED- und LCD-Panels rentabler.
Die abgeschriebene LCD-Kapazität, die etwa zwei Drittel der gesamten FPD-Produktion ausmacht, wird zwischen 2021 und 2028 voraussichtlich um 60 Prozent steigen. Diese Expansion wird vor allem durch Fabriken der Generation 10.5 vorangetrieben, die zwischen 2017 und 2022 in kurzer Zeit gebaut wurden. Die abgeschriebenen »Gen 10.5«-Anlagen werden von null im Jahr 2024 auf fast 80 Prozent im Jahr 2028 steigen.
»Ein ähnlicher Trend zeichnet sich bei den Produktionsanlagen für koreanische White OLED (WOLED) und Quantum Dot OLED (QD OLED) ab. Es wird erwartet, dass diese Fabriken bis 2028 nahezu vollständig abgeschrieben sein werden, was ihre Betriebskosten erheblich senken und ihren Geschäftsbereichen für großflächige OLED-Fernseher und -Monitore eine nachhaltige Rentabilität ermöglichen wird«, sagt Charles Annis, Chefanalyst der Display Research Group von Omdia.
Die Kapazität für »Gen 6« und kleinere Substrate mit RGB-Feinmetallmasken (FMM) für OLEDs, die in erster Linie für Smartphone-Displays verwendet werden, wird ebenfalls von weniger als 10 Prozent Abschreibung im Jahr 2021 auf über 60 Prozent im Jahr 2028 steigen.
Da FPD-Fabriken Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar erfordern, kann die Abschreibung bis zu einem Drittel der gesamten Herstellungskosten für eine Vielzahl von Anwendungen ausmachen, die von OLED-Smartphone-Modulen der Generation 6 bis hin zu 75-Zoll-LCD-Fernsehern der Generation 10.5 reichen.
Weil die Investitionen in neue LCD- und OLED-Fabriken in den letzten Jahren zurückgegangen sind, sinken die ausstehenden Abschreibungskosten der FPD-Hersteller rapide, so dass sie ihre Fabriken mit geringerer Auslastung betreiben, eine breitere Palette von Anwendungen produzieren und selbst in einem extrem kostenintensiven Markt ihre Rentabilität aufrechterhalten können.
Die neuen »Gen 8.6«-RGB-OLED-Fabriken, die derzeit in Korea und China gebaut werden, sind bemerkenswerte Ausnahmen von diesem Trend. Diese Anlagen werden erst nach 2030 von einer auch nur teilweisen Abschreibung profitieren. Dies wird die Hersteller dazu ermutigen, ihre Produktion zu diversifizieren und eine hohe Auslastung der Fabriken aufrechtzuerhalten, um ihre hohen Fixkosten auf eine größere Anzahl von Panels zu verteilen.«