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Die Zitterpartie ist überstanden

ams übernimmt 69 Prozent an Osram

10. Juli 2020, 05:57 Uhr   |  Heinz Arnold

ams übernimmt 69 Prozent an Osram
© ams

Alexander Everke, CEO von ams, freut sich über die jetzt auf 69 Prozent gewachsene Mehrheit an Osram.

Die Übernahme von Osram ist ams endgültig gelungen: Jetzt hält ams 69 Prozent der Aktien.

Erst kürzlich hatten die Wettbewerbshüter der EU grünes Licht gegeben, nun geht ams davon aus, in Kürze entsprechend der Mehrheitsverhältnisse im Aufsichtsrat von Osram vertreten zu sein. »Der heutige Tag ist ein wichtiger Meilenstein, um aus ams und Osram einen weltweit führenden Anbieter von Sensorlösungen und Photonik zu schaffen. Gemeinsam werden wir beeindruckende neue Produkte und Lösungen anbieten können und so die Innovation bei optischen Technologien vorantreiben«, sagt Alexander Everke, CEO von ams.

Schon im September 2019 hatte sich Alexander Everke im Interview gegenüber Markt&Technik siegesgewiss gegeben: »Wir werden Osram übernehmen!«. Einen Plan B verfolge er nicht. Denn er war überzeugt, dass die Fakten für sich sprächen: »Lichterzeugung plus der optischen Sensorik – das ist die Zukunft. Mit der Kombination aus ams und Osram können wir deshalb ganz neue Produkte entwickeln und neue Märkte erschließen. Wir sind weltweit die ersten, die diese Kombination umsetzen. Das verschafft uns einen entscheidenden Zeitvorsprung.«

Cool in der Übernahmeschlacht

Doch die gesamte Übernahmeprozedur war nicht einfach, von Zeit zu Zeit schien der Plan von ams – zumindest von außen betrachtet – auf des Messers Schneide zu stehen. Doch dem Optimismus von Everke konnte dies nichts anhaben. Auch als anfangs das Management von Osram gegen die geplante Übernahme Stimmung machte, tat Everke dies lediglich als »ein wenig Theaterdonner« ab, der zu einer Übernahme eben dazu gehöre.

Im Mai dieses Jahres gab er sich im Interview mit Markt&Technik demonstrativ weiter gelassen – trotz einer munter vor sich hin köchelnder Gerüchteküche. Auch durch die Corona-Krise sei die Übernahme nicht gefährdet, die Finanzierung sei weiter gesichert: »Ich rechne damit, dass sie bis Ende Juni/Anfang Juli vollzogen sein wird. Dann halten wir 68,2 Prozent der Aktien an Osram. Das werden wir aktiv nutzen.«

Jetzt stehen also weitere wichtige Entscheidungen an, Alexander Everke hatte im Mai versprochen, sie zu treffen, sobald die Übernahme über die Bühne gegangen sei.

Eine dieser Entscheidungen dürfte die Einheit Digital Lighting von Osram betreffen, die immerhin ein Viertel des Umsatzes erwirtschaftet. Sie solle nicht übernommen werden, weil sie nicht ins Portfolio Lichterzeugung und Sensorik passe. Alexander Everke wollte sie an einen strategischen Investor verkaufen, wie er im Interview vom September 2019 gegenüber Markt&Technik erklärte. Interessenten hätten sich gemeldet. Großen Wert legt er darauf, dass ein neuer Eigentümer der Digital-Lighting-Sparte weiter investiere, »diese Firma wäre ja dann auch ein interessanter Kunde für uns«, so Everke.

Zunächst heißt »ams die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Osram willkommen und freut sich auf den Beginn der erfolgreichen Integration«, wie in der Pressemitteilung von ams zu lesen.

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