Update für die Medizintechnik am Rhein: Die Ausstelleranmeldung für Medica und Compamed 2026 läuft seit 20. Januar mit komplett überarbeiteter Themenstruktur. Nach Umfragen unter Ausstellern und Besuchern will die Messe Düsseldorf die Synergien zwischen OEMs und Zulieferern stärker sichtbar machen.
Kaum sind die letzten Container von der Medica 2025 abgefahren, startet Messechefin Carmen Berger den Transformationsprozess: Für die Ausgabe 2026 vom 16. bis 19. November diesen Jahres hat die Messe Düsseldorf die Ausstellungsbereiche grundlegend neu strukturiert. Statt klassischer Produktkategorien sollen künftig Anwendungsszenarien und technologische Cluster die Orientierung auf dem Messegelände bestimmen. Die Buchungsphase für Aussteller ist bereits angelaufen, die finale Hallenzuordnung erfolgt allerdings erst Ende Juni 2026.
Die inhaltliche Neuausrichtung basiert auf einem systematischen Feedbackprozess während der Messelaufzeit im November 2025. »Mit der inhaltlichen Neufassung der Ausstellungsbereiche und Veranstaltungsnomenklaturen greifen wir konsequent die Vorstellungen unserer Community auf«, erklärt Carmen Berger, Verantwortliche für die Medica und Compamed bei der Messe Düsseldorf.
Die Medica gliedert sich künftig in fünf Hauptausstellungsbereiche: 'Klinische Diagnostik & Therapeutische Technologien', 'Digitale Medizin, Daten & Künstliche Intelligenz', 'Integrierte Versorgung, Rehabilitation & Homecare', 'Gesundheitsinfrastruktur, Herstellung & Qualität' sowie 'Gesundheitssysteme, Bildung & Globale Gesundheit'.
Besonders für Elektronik- und Zulieferfirmen relevant: Der Bereich »Digitale Medizin« bündelt künftig Krankenhaus-IT, Wearables, Telemedizin, KI, Cybersecurity und Datenplattformen. Hier werden auch die stark frequentierte »Wearable Technologies Show« und das Medica Innovation Forum angesiedelt. Das dürfte vor allem Halbleiter-, Sensor- und Konnektivitätsanbieter interessieren, die 2025 in Halle 12 ihre Technologien zeigten.
Die Compamed als Zuliefererpendant bleibt in den Hallen 8a und 8b verortet und fokussiert sich weiterhin auf fünf Kernbereiche: 'Fertigung, Lifecycle- und Obsoleszenzmanagement', 'Komponenten, Module & Systeme', 'Materialien, Chemikalien & Oberflächentechnologien', 'Compliance, Qualität, Regulierung & Marktzugang' sowie 'Software, Digitalisierung, Cybersicherheit & Zukunftstechnologien'. Damit bleibt die Compamed das technologische Rückgrat für die auf der Medica gezeigten Endprodukte.
»Unser Anspruch ist es, den Ausstellern ein Messe-Setup zu bieten, das ihre Kompetenzen klar positioniert, und dem Fachpublikum eine intuitive Orientierung entlang relevanter Anwendungsszenarien zu ermöglichen«, so Berger. Ob die neue Struktur tatsächlich die gewünschte Klarheit bringt, wird sich erst im November zeigen – wenn parallel zur laufenden Messe auch noch die umfangreiche Sanierung von Halle 9 und der Bau des neuen Headquarter-Gebäudes für eine gewisse Baustellen-Atmosphäre sorgen.
Denn die inhaltliche Neuausrichtung fällt zusammen mit einem umfassenden Masterplan zur Geländeoptimierung: Halle 9 wird 2026 und 2027 grundlegend saniert und steht in diesem Zeitraum nicht als Ausstellungshalle zur Verfügung. Parallel modernisiert die Messe den Haupteingang Nord und errichtet neue Tagungsräumlichkeiten in direkter Anbindung an Halle 9. Zudem entsteht bis Mitte 2028 ein neues Headquarter, wofür bereits einer der beiden Messetürme zurückgebaut wird.
Die baulichen Maßnahmen erfolgen bei laufendem Messebetrieb – eine logistische Herausforderung, die den Transformationsprozess der Medica und Compamed in den kommenden Jahren begleiten wird. Für Aussteller bedeutet das: Flexibilität bei der Standplanung und möglicherweise Einschränkungen bei der Hallenauswahl. Die Messe Düsseldorf verspricht jedoch, dass die Qualität der Veranstaltung trotz Baustellen-Situation nicht leidet.
Mit der 2025er Ausgabe verzeichneten Medica und Compamed 5.300 Aussteller und 78.000 Fachbesucher aus 165 Ländern. Ob die Neustrukturierung und die parallelen Baumaßnahmen diese Zahlen 2026 halten oder gar steigern können, wird sich im November zeigen, wenn sich die Medizintechnikwelt wieder in Düsseldorf trifft. (uh)