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5-Jahres-Plan zeigt noch keine Wirkung

Wer hat Angst vor China?

18. Dezember 2017, 15:53 Uhr   |  Iris Stroh

Wer hat Angst vor China?
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Als China vor zwei Jahren zum dritten Mal angekündigt hat, die Halbleiterindustrie im Land auf Vordermann bringen zu wollen, glaubten einige, dass dieser Versuch endlich klappen könnte.

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Norbert Siedhoff, Microchip: »Im Automotive- und Industriemarkt sehe ich definitiv für unseren Produktbereich keine chinesischen Anbieter. Ob das in China anders ist, kann ich nicht beurteilen, aber ich höre auch nichts von anderen Herstellern, dass ihnen Geschäfte von chinesischen Anbietern weggenommen wurde.«

Jens Drews, Director Communications, Government Relations von GlobalFoundries, erklärte beispielsweise auf dem Halbleiterforum 2015 der Markt&Technik: »Statt drei Wirtschaftsweise zu befragen, sind dieses Mal wesentlich mehr Institutionen und Player dabei. Man hat aus den früheren Versuchen gelernt. Ich traue den Chinesen zu, dass sie äußerst lernfähig sind. Und in diesem Bereich werden wir sehen, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben, und darauf müssen wir uns einstellen.« Aber es gab natürlich noch einen weiteren Punkt, der dazu führte, dass mehr glaubten, dass der dritte Versuch Erfolg haben könnte: das Geld, das China investieren will/wollte. Es war von 20 Mrd. Dollar seitens der chinesischen Regierung die Rede, die in der Summe mit rund 97 Mrd. Dollar aus der Industrie aufgestockt werden sollen. Klar, dass man sich kaum vorstellen kann, dass man bei dieser Geldmenge das Ziel verfehlen kann.

Also wie sieht es zwei Jahre später aus, sind bereits erste Anzeichen zu sehen, dass der dritte Versuch von Erfolg gekrönt ist? Wohl eher nicht. Uwe Bröckelmann, Technical Director EMEA bei Analog Devices, beispielsweise erklärt, dass Analog Devices mit seinen Produkten Märkte und Applikationen adressiere, die von Präzision, Geschwindigkeit, Sparsamkeit oder einem anderen Gütefaktor profitieren. »Daher finden wir uns nach wie vor hauptsächlich im Wettbewerb mit den traditionellen Halbleiterherstellern. Wir haben z.B. über 43.000 Produkte und Lösungen im Markt, da fällt es jedem Neueinsteiger schwer, sich zu differenzieren. Zusammenfassend sehen wir zum heutigen Zeitpunkt noch keinen spürbaren Wettbewerb aus China«, so Bröckelmann.

Mit dieser Beurteilung steht Bröckelmann aber bei Weitem nicht allein da. Auch Jürgen Weyer, Vice President Automotive Sales & Marketing EMEA bei NXP Semiconductors, macht keine Veränderungen aus; »allerdings habe ich sowieso nicht daran geglaubt, dass viel passiert «, so Weyer weiter. Es gebe zwar viele Design-Häuser, Startups und Newcomer, aber ob die erfolgreich sind, sei eine andere Frage. Allerdings betont Weyer auch, dass man China trotzdem nicht unterschätzen sollte. Diverse Beispiele hätten gezeigt, wie schnell sich Firmen ändern, sobald chinesische Investoren dahinterstehen. Außerdem gebe es durchaus Beispiele für erfolgreiche chinesische Halbleiterhersteller. Weyer: »Huawei ist mittlerweile ein wichtiger Halbleiterhersteller, der nicht nur in der Mobiltelekommunikation erfolgreich ist, sondern mittlerweile auch im Automobilmarkt Fuß fasst. Ich denke, dass China nicht in Abschnitten von fünf Jahren denkt, sondern in viel längeren Zeiträumen.« Ähnliches erklärt auch Norbert Siedhoff, Managing Director bei Microchip Technology. »Zumindest für Microchip stellen chinesische Hersteller derzeit noch keine Konkurrenz in den Märkten dar, die wir adressieren.« Das muss nicht generell gelten, denn den Konsumgüter-Markt, den Microchip nicht adressiert, will Siedhoff nicht bewerten.

Die chinesische Strategie wird allerdings auch von außen vereitelt. Denn Dr. Andreas Schumacher, Corporate Vice President Strategy and M&A von Infineon Technologies, merkt richtig an: »Das chinesische Bestreben, die heimische Industrie durch Zukauf westlicher Halbleitertechnologie zu stärken, wurde im vergangenen Jahr durch Entscheidungen der Regierungen in den USA und Europa merklich gebremst. Man wird sehen, wie sich das in der Zukunft auswirken wird.«

Hierzu merkt Stephan Reitemeyer, Senior Director der Automotive Solution Business Unit von Renesas Electronics Europe, abschließend an: »Wir sind davon überzeugt, dass sich die chinesische Halbleiterindustrie gerade auch durch die chinesische „Local Content“-Anforderung noch entsprechend verändern wird. Jeder Automotive-Lieferant ist aufgefordert, sich damit auseinanderzusetzen, um an dem chinesischen Wachstumsmarkt erfolgreich zu partizipieren.«

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Armin Derpmanns, Toshiba Electronics Europe: »Wir beobachten die Konkurrenzsituation chinesischer Halbleiterhersteller. In Deep-Submicron-Technologien haben Konkurrenten aus China noch nicht Fuß gefasst. Wir gehen davon aus, dass der Konkurrenzdruck bei ausgereiften Technologien zuerst greifen wird. In jedem Fall muss man die Investitionen ernst nehmen und sich entsprechend differenzieren, um dem Druck standzuhalten.«

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