Schwerpunkte

Xilinx Developer Forum

Arm spendiert Cortex-M-Kerne für Xilinx-FPGAs

03. Oktober 2018, 16:32 Uhr   |  Gerhard Stelzer

Arm spendiert Cortex-M-Kerne für Xilinx-FPGAs
© Elektronik | G. Stelzer

Auf dem XDF kündigte Arm kostenlose Cortex-M-Cores für Xilinx-FPGAs an.

Weder Lizenzgebühren noch Tantiemen verlangt Arm künftig für die Implementierung der Cortex-M-Kerne M1 und M3 auf programmierbaren Logik-ICs von Xilinx. Welches Kalkül steckt hinter Arms überraschendem Schritt?

Auf dem XDF in San Jose überraschte der Prozessorspezialist Arm die Xilinx-Community mit der Ankündigung, künftig die Mikrocontroller-Kerne Arm Cortex M1 und M3 für die Nutzung auf Xilinx-FPGAs kostenlos freizugeben. Auf die Frage, welchen Nutzen Arm aus der Zusammenarbeit mit Xilinx ziehen möchte, antwortete Phil Burr von Arm, dass man nach einer Prototypenphase auf FPGAs mit einem Anschlussgeschäft rechne, wenn FPGA-Designs in eigene Chip-Designs für höhere Stückzahlen überführt werden. Doch auf dem Forum waren auch zahlreiche Stimmen zu vernehmen, die eine Reaktion auf die steigende Popularität der RISC-V-Architektur im FPGA-Umfeld vermuten.

Da die Technologie-Entwicklung immer schneller fortschreitet und Grenzen verschiebt, spielt Flexibilität bei den Produktdesigns eine immer wichtigere Rolle. Dies befeuert das Wachstum des Marktes für Field Programmable Gate Arrays (FPGAs) bzw. Programmable Logic Devices (PLDs) einer Prognose des Marktforschers Gartner zufolge zwischen 2016 und 2022 um 74 %. OEMs sehen sich dadurch unter Druck flexible, anwendungsoptimierte Designs schneller und mit geringeren Investitionen zu entwickeln. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist es für Entwickler von entscheidender Bedeutung, einfachen Zugang zu den am weitesten verbreiteten Prozessoren und dem breitesten Spektrum an Software, Tools und Know-how zu haben, sei es auf FPGAs, SoCs oder Single Board Computern (SBC), ist man bei Arm überzeugt.

Die kostenlosen Arm Cortex-Kerne M1 und M3 decken das aktuelle Xilinx Sortiment ab.
© Arm & Xilinx

Die kostenlosen Arm Cortex-Kerne M1 und M3 decken das aktuelle Xilinx Sortiment ab.

Auf dem Xilinx Developer Forum in San Jose hat Arm angekündigt, mit Xilinx, dem Marktführer für FPGAs, zusammenzuarbeiten, um die Vorteile der Arm Cortex-M Prozessoren über das Arm DesignStart-Programm auf das FPGA zu übertragen und so Skalierbarkeit und eine standardisierte Prozessorarchitektur im gesamten Xilinx-Portfolio zu bieten. Es ist nun möglich, einen schnellen, völlig kostenfreien Zugang zu bewährter Softprozessor-IP, eine einfache Designintegration mit Xilinx-Tools und umfassende Softwareentwicklungswerkzeuge zu bekommen.
Entwicklern stehen zunächst die Mikrocontrollerkerne Cortex-M1 (eine FPGA-optimierte Version des Cortex-M0-Prozessors) und Cortex-M3 Softprozessor-IP für die FPGA-Integration mit Xilinx-Produkten zur Verfügung und zwar ohne Lizenzgebühren  oder Stückzahl-Tantiemen.
Ein weiterer Vorteil sind reduzierte Softwarekosten: durch die Möglichkeit, die maximale Wiederverwendung von Software über das gesamte Produktportfolio eines OEMs auf einer standardisierten CPU-Architektur zu erreichen, die vom Einzelplatinencomputer bis hin zum FPGA skaliert.
Eine einfache Integration mit Xilinx-Systemen und peripherem IP gewährleistet die Vivado Design Suite, mit der sich per Drag-and-Drop FPGA-Systeme mit Cortex-M-Prozessoren erstellen lassen.
Für eine kurze Entwicklungszeit sorgt der Zugang zu einem umfangreichen Software-Ökosystem und einer Wissensdatenbank der Arm Community, einschließlich des Arm Keil MDK, einer vollwertigen Softwareentwicklungssuite für armbasierte Mikrocontroller.

Arm Cortex-M1 und -M3 für Xilinx-FPGAs.
© Arm & Xilinx

Arm Cortex-M1 und -M3 für Xilinx-FPGAs.

Das Programm »Arm for FPGA« vereinfacht die Entwicklung auf einer einheitlichen Architektur, die die Portfolios von Spartan, Artix und Zynq von Xilinx umfasst. Die Zusammenarbeit zwischen Arm und Xilinx ermöglicht es Entwicklern, die Vorteile heterogener Rechenarchitekturen auf einer einzigen Prozessorarchitektur zu nutzen, indem sie die im Zynq SoC-Portfolio integrierten Cortex-A-Prozessoren neben der neu verfügbaren Cortex-M Soft-IP in DesignStart verwenden. Durch die Zuordnung von Verarbeitungsaufgaben auf den passenden Rechenkern, sei es Hochleistungs-Cortex-A, Echtzeit-Cortex-M oder kundenspezifische Logik, können Entwickler komplexere Produkte entwickeln.
Das Programm »DesignStart« ermöglicht seit 2010 einen schnellen Zugriff auf Arm IP. DesignStart hilft Unternehmen, mit dem geringstmöglichen Risiko zu entwerfen, indem es einen schnellen Zugriff auf bewährte Arm-IP und Subsysteme für eine geringe Vorabgebühr oder sogar kostenlos bietet und gleichzeitig eine Fülle von Ressourcen, Support, Tools und Design-Services über das Arm-Ökosystem bereitstellt. Allein in den letzten 12 Monaten wurden mehr als 3.000 Downloads von Prototypen registriert und mehr als 300 kommerzielle Lizenzen für Arm Prozessoren durch DesignStart unterzeichnet.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Arm liefert kostenlose Cortex-M-Prozessoren für Xilinx-FPGAs
Versal: Xilinx' SoC-Plattform der nächsten Generation
FPGAs softwareprogrammierbar und KI-fähig
Versal Prime und Versal AI - die Software macht den Unterschied
KI-Beschleunigerkarten für Rechenzentren
„Wir wollen die Disruption mitgestalten“

Verwandte Artikel

XILINX GmbH, ARM Germany GmbH